Krisen – Crises
Ursachen, Deutungen und Folgen
Causes, interprétations et conséquences
Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte / Annuaire suisse d’histoire économique et sociale (ISSN 1664-6460), Band 27
Broschur
2012. 296 Seiten, 32 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1119-8
CHF 48.00 / EUR 39.50 
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Der unerwartete Einbruch der Weltwirtschaft 2009 hat ein neues Interesse für historische Krisen hervorgerufen. Inmitten der unübersichtlich gewordenen Gegenwart ist es wieder attraktiv geworden, die Vergangenheit zu studieren. Der vorliegende Band versucht zur historischen Debatte beizutragen, indem er theoretische Anregungen und einen Überblick über verschiedene Krisentypen vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart bietet. Der Grundtenor der Beiträge ist, dass es keine objektive Antwort auf eine bestimmte Krisensituation gibt. Die Deutungen und Erwartungen sind zwar nicht beliebig, sondern bauen auf vergangenen Erfahrungen auf, aber sie unterliegen auch grossen Veränderungen, weil man in Zeiten der Unsicherheit an den Lehren der Vergangenheit zu zweifeln beginnt. Mit dieser Perspektive gelingt es den Autorinnen und Autoren, die historischen Fallbeispiele für die aktuelle Krisendiskussion fruchtbar zu machen.

L’effondrement inattendu de l’économie mondiale en 2009 a suscité un intérêt nouveau pour l’étude historique des crises. Dans ce contexte incertain, l’étude du passé a regagné en attractivité. L’ouvrage fait certaines propositions théoriques et offre une vision d’ensemble des différents types de crises du Haut Moyen-Age jusqu’à nos jours. La principale conclusion qui ressort de ces contributions est qu’il n’y a pas de réponse objective à une situation de crise. Les interprétations et les attentes ne sont certes pas complètement aléatoires, dans la mesure où elles s’inspirent des expériences du passé. Elles sont cependant soumises à de fortes variations, car les périodes de forte incertitude engendrent certains doutes vis-à-vis des enseignements du passé. Dans cette perspective, les auteurs.es parviennent, à partir de leurs études de cas historiques, à stimuler la réflexion sur la crise actuelle.

ist Professor für Geschichte und unterrichtet am Historischen Seminar der Universität Luzern und an der ETH Zürich. Schwerpunkte: Bergregionen, Familie und Verwandtschaft, Agrargeschichte.

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est Professeur d’histoire à l’Institut d’histoire économique et sociale de l’Université de Lausanne. Ses sujets de recherche portent sur l’histoire des élites économiques au XXe siècle et sur l’histoire globale.

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est professeure assistante à l’Université de Lausanne. Thèmes de recherche et d’enseignement: histoire des relations internationales post-1945, politique extérieure des Etats-Unis, histoire économique.

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ist Titularprofessor am Historischen Seminar der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind die europäische Finanz- und Währungsgeschichte und die Geschichte von schweizerischen Grossunternehmen.

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Artikel
  • Geschichte der Krisen: eine Einführung / Histoire des crises : une introduction
  • Teil 1: Theoretische Perspektiven / Perspectives théoriques
  • Regelvertrauen, Prosperität und Krisen: Konjunkturgeschichte als Gegenstand der Wirtschafts- und Mentalitätsgeschichte
  • Teil 2: Krisen in der Vormoderne / Les crises au Moyen Age et à la période moderne
  • Hochwasser-«Katastrophen» in Basel vom 13. bis 21. Jahrhundert: Rekonstruktion, Deutung und Lerneffekte
  • Kälte, Krieg und Hunger: Krisen im 15. Jahrhundert in den burgundischen Niederlanden unter besonderer Berücksichtigung der Witterung
  • Tulip mania? The Dutch Tulip Bulb Episode (1636–1637) revisited
  • Le crisi alimentari nello Stato di Milano tra metà Settecento e Restaurazione: una realtà di eccezione?
  • Teil 3: Krisen und Staat / Crises et Etat
  • Der kartierte Hunger. Räumliche Kontraste der Verletzlichkeit in der Schweiz während der Hungerkrise 1816/17
  • Krisenerfahrungen, Lernprozesse und Bewältigungsstrategien. Die Ernährungskrise von 1917/18 als agrarpolitischer «Lehrmeister»
  • L’Etat fédéral et les crises économiques du début du XXe siècle à nos jours: la Suisse, un bastion anti-keynésien
  • Energie et crises économiques. Analyse à partir de l’exemple de Genève (de 1850 à nos jours)
  • Die Schweiz in der Krise (1929-1936). Währungs-, Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft
  • Die Erdölkrise von 1973. Warum es damals in der Schweiz nicht an Erdöl mangelte
  • Teil 4: Krisen und Gesellschaft / Crises et Société
  • Sexualité, crise politique et sociale au XIXe siècle: une relation à repenser
  • Return Migration from the United States to Europe during the Recession of 1907-08
  • Genre et crise économique: histoire d’une redéfinition des inégalités entre les sexes
  • Teil 5: Unternehmenskrisen / Crises des entreprises
  • Global Competition and Technological Innovation. A New Interpretation of the Watch Crisis, 1970s–1980s

Pressestimmen
«Die HerausgeberInnen stellen der in den Medien dominierenden Engführung auf die Finanzkrise eine Vielzahl und Vielfalt von Krisentypen gegenüber, die vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart reichen. Die zentrale Erkenntnis des Jahrbuchs lautet, dass Krisen in der Vergangenheit vor Grenzen zwar nicht haltgemacht haben, die Folgen entsprechend den ‹wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen auf nationaler und regionaler Ebene› aber unterschiedlich ausfielen und bewältigt wurden. Die langfristige Perspektive widerlegt die gängige These, wonach Krisen allein ein Merkmal der westlichen Moderne darstellen. Es ist als Verdienst des Jahrbuchs hervorzuheben, dass es eine breitgefächerte Bestandsaufnahme historischer Krisenphänomene und Anregungen für eine vergleichend angelegte Krisenforschung bietet.» Roman Wild, Schweizerische Zeitschrift für Geschichte