Kriegs- und Krisenzeit
Zürich während des Ersten Weltkriegs
Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 81
Broschur
2014. 2. unveränderte Auflage 2014.
239 Seiten, 190 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1221-8
CHF 48.00 / EUR 43.00 
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Der «grosse Krieg» von 1914–1918 markiert eine Zeitenwende und den blutigen Auftakt der Moderne. Die Erinnerung an das mit Not und Leid verbundene Geschehen prägt die europäische Geschichte und steht 2014 im Zentrum von Gedenkveranstaltungen. Die Schweiz und der Kanton Zürich waren zwar militärisch nicht involviert, indirekt aber sehr wohl vom Krieg und seinen Auswirkungen betroffen. Aktivdienst und Rationierungsmassnahmen, soziale Unruhen und die Betreuung von Flüchtlingen und Internierten bestimmten den Alltag in Zürich.
Das Gewicht dieser Zeit kontrastiert in der Schweiz mit dem bescheidenen historischen Wissen über die eigenen Verhältnisse während des Ersten Weltkriegs. Diese nehmen in Geschichtsbüchern nur wenig Raum ein. Das vorliegende Buch greift die Erinnerung an die Kriegsjahre auf und fragt nach deren Bedeutung für die Stadt und den Kanton Zürich. Die 18 Beiträge werfen einen regionalgeschichtlichen Blick auf Wirtschaft, Alltag, Militär, Kultur sowie auf das Gedenken daran. Dabei schlagen sie eine Brücke von der europäischen Kriegs- zur Krisengeschichte im Raum Zürich.

Regula Schmid Keeling ist Assoziierte Professorin für Geschichte des Mittelalters an der Universität Bern. Ihre Forschungsinteressen gelten der städtischen politischen Kultur, der Sozialgeschichte von Heer und Krieg und der Geschichte der Historiographie. Sie ist Vizepräsidentin der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich.

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Peter Niederhäuser, lic. phil., Historiker. Nach dem Studium der Geschichte in Zürich, Lausanne und Leipzig Bearbeiter der Urkundenregesten im Staatsarchiv Zürich; heute freischaffender Historiker und breite Tätigkeit in der "Geschichtsvermittlung" (Museum, Journalismus sowie Führungen und Reiseleitungen). Er forscht und publiziert zur spätmittelalterlichen Ostschweiz mit Schwergewicht auf Adel und Habsburg, zu Stadt- und Ortsgeschichten sowie zur Industrie- und Architekturgeschichte.

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Erika Hebeisen ist Historikerin und Kuratorin im Landesmuseum Zürich. Sie hat an der Universität Basel zur pietistischen Frömmigkeit promoviert. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei der Kriegs- Religions- und der Geschlechtergeschichte. Zur 68er-Bewegung hat sie im Historischen Museum Baden eine Ausstellung realisiert und 2008 den Band «Zürich 68. Kollektive Aufbrüche ins Ungewisse» mit herausgegeben.

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Artikel
  • Kriegs- und Krisenzeit. Zur Einleitung
  • Zürich im Ersten Weltkrieg – eine Annäherung in Bildern
  • Krieg und Wirtschaft
  • Zürcher Grossunternehmen im Ersten Weltkrieg 
  • Mit Kaninchenzucht gegen den Hunger. Winterthur im Ersten Weltkrieg 
  • Kriegserinnerungen: Der Rückblick eines Winterthurer Fabrikanten
  • Krieg und Alltag
  • Zürich bei Kriegsbeginn 1914: Erwartungen, Reaktionen und Folgen
  • Alltagsleben und Alltagserleben während des Ersten Weltkriegs. Frauen und Männer der Mittel- und Oberschicht im Zürcher Oberland
  • Ruhe im Krieg – Unsicherheit danach: Die Situation an der Landesgrenze in Rafz
  • Eine Winterthurer Philanthropin: Julie Bikle (1871–1962) und ihre Ermittlungsstelle für Vermisste (1914–1919) 
  • «Und wir möchten helfen». Die Internierung verletzter Soldaten und Offiziere
  • Krieg und Kultur
  • Alles, nur nicht feldgrau. Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der Zürcher Emigration
  • Die Schrecken des Krieges: Die künstlerische Bearbeitung von Krieg durch Gregor Rabinovitch (1884–1958)
  • Das Kino während des Ersten Weltkriegs und die Ambivalenzen der Filmpropaganda
  • Krieg und Klassenkampf
  • «Die Meuterei an der Flüela» und ihr Einfluss auf die Generalswahl 1914
  • Klassenkampf versus Hurrapatriotismus: Die Zürcher Linken im Dilemma
  • Militärgewalt und das «revolutionäre» Gravitationszentrum Zürich 1917/18
  • Von der Hauptprobe zum Landesstreik. Der Zürcher Generalstreik vom 9. November 1918 und seine Folgen
  • Konsequenzen und Erinnerungen
  • Wie schafft man Frieden? Leonhard Ragaz im Kontext des Ersten Weltkriegs
  • En témoignage – Denkmäler zum Ersten Weltkrieg im Kanton Zürich

Pressestimmen
«Verschiedene Autoren nähern sich dem Thema mit unterschiedlichem Fokus und geben dadurch ein vielschichtiges Bild dieser Zeit.» Helene Arnet, Tages Anzeiger

«‹Kriegs- und Krisenzeit› ist ein beeindruckend vielfältiges und differenziertes Buch. Kurzweilig und immer mit den Menschen im Mittelpunkt nähert es sich diesen einschneidenden vier Jahren in der Geschichte der Schweiz an. Es bietet eine facettenreichen Mehrwert zur gängigen Lehrbuchdarstellung des Ersten Weltkriegs, und es bietete diesen verständlich, bildprächtig und mit Blick fürs spannende Detail.» Claudia Peter, Der Landbote

«Das Buch ist faszinierend; es übernimmt die Rolle der nicht mehr lebenden Zeitzeugen. Entstanden ist keine staubtrockene wissenschaftliche Chronik, das Buch wirkt wie ein Spiegel, in dem Impressionen aus damaliger Zeit eingefangen sind; ein authentisches Buch, das Emotionen zulässt.» Peter Fröhlich, Andelfinger Zeitung

«Fazit: eine wegweisende regionalgeschichtliche Studie.» Balz Spörri, Sonntagszeitung

«Das Buch bietet weit mehr als Lokalhistorie. Unbedingt lesenswert auch in der übrigen Schweiz.» Martin Stohler, Tageswoche

«Die Beiträge […] vermitteln ein farbiges […] Bild zur Geschichte Zürichs während des Ersten Weltkriegs, in dem die Aspekte der Kriegswirtschaft, der Ernährungslage ebenso wenig fehlen wie Blitzlichter aufs Alltagsleben, auf die Radikalisierung der Arbeiterbewegung und auf die innovative, provokative Kunstszene in der Emigration.» Ruedi Brassel, Neue Wege – Beiträge zu Religion und Sozialismus

«Insgesamt handelt es sich beim vorliegenden Sammelband um eine lesenswerte Untersuchung über den Kanton Zürich im Ersten Weltkrieg. Das Buch eignet sich gut für eine breitere Leserschaft, zeigt aber auch Historikerinnen und Historikern interessante Aspekte des Alltags im Ersten Weltkrieg auf.» Anja Huber, H-Soz-u-Kult

Am Berchtoldstag eines jeden Jahres stellt die Antiquarische Gesellschaft in Zürich ihr Neujahrsblatt vor. Der Band behandelt jeweils ein Thema der Zürcher oder Schweizer Geschichte. Dabei wird häufig jungen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, mit ihren Forschungsergebnissen an eine breitere Öffentlichkeit zu treten.