8. Mai 1945 Kriegsende – Nachkriegszeit in der Schweiz

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, und die Dimensionen der europäischen Katastrophe werden fassbar. Gleichzeitig zeichnen sich die Konturen einer neuen weltpolitischen Ordnung ab. Die Schweiz beteiligt sich am Wiederaufbau, will aber ihre Unabhängigkeit bewahren und sich nicht dem Hilfswerk der Siegermächte (UNRRA) anschliessen. In dieser Situation bietet das vom Bundesrat initiierte Hilfswerk Schweizer Spende den Alliierten an, für ein halbes Jahr 2000 Kinder aus Konzentrationslagern zur Erholung aufzunehmen. Es wurden jedoch nicht 2000 Kinder, sondern 370 junge Erwachsene aus dem Konzentrationslager Buchenwald aufgenommen. Die beteiligten Institutionen verfolgten unterschiedliche Ziele, was zu Konflikten, aber auch zu überraschenden Koalitionen führte. Nach einem Jahr stellte die Schweizer Spende ihr Engagement ein, obwohl sich die grosse Mehrheit der aufgenommenen Holocaustüberlebenden immer noch im Land befand. SRF Serie «Frieden»

In der schweizerischen Politik diente das Neutralitätsprinzip als taktische Rhetorik bei den Wirtschaftsverhandlungen sowie der Legitimation der Regierung, in den ersten Nachkriegsjahren vor allem der Verneinung jeglicher Verantwortung in Bezug auf den Krieg. Nicht der menschlichen und moralischen Tragik des Kriegs galt die Hauptsorge der offiziellen Schweiz, sondern der optimalen Erhaltung einer auf Privatbesitz beruhenden, hochentwickelten Volkswirtschaft.

  • Madeleine Lerf
    «Buchenwaldkinder» – eine Schweizer Hilfsaktion

    Humanitäres Engagement, politisches Kalkül und individuelle Erfahrung

    2010. 2. Auflage.
    Gebunden
    ISBN 978-3-0340-0987-4
    CHF 68.00 / EUR 68.00 
  • Charlotte Weber
    Gegen den Strom der Finsternis

    Als Betreuerin in Schweizer Flüchtlingsheimen 1942–1945

    1997. 3. Auflage 2020.
    Broschur
    ISBN 978-3-905311-31-0
    CHF 38.00 / EUR 38.00 
  • Max Perkal
    Schön war draussen …

    Aufzeichnungen eines 19jährigen Juden aus dem Jahre 1945

    1995. Broschur
    ISBN 978-3-905311-75-4
    CHF 32.00 / EUR 32.00 
  • Mario König, Christiane Uhlig, Petra Barthelmess, Peter Pfaffenroth, Bettina Zeugin
    Tarnung, Transfer, Transit

    Die Schweiz als Drehscheibe verdeckter deutscher Operationen (1939–1952)

    2001. Broschur
    ISBN 978-3-0340-0609-5
    CHF 58.00 / EUR 52.00 
  • Hans Ulrich Jost
    Politik und Wirtschaft im Krieg

    Die Schweiz 1938–1948

    1998. 2., durchgesehene Auflage 2016.
    Broschur
    ISBN 978-3-905312-82-9
    CHF 34.00 / EUR 31.00 

2021: 50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz

1971 war die Schweiz weltweit eines der letzten Länder, die das Frauenstimmrecht einführten. Die Publikation gibt einen Überblick über die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um das Frauenstimmrecht und beleuchtet die Hintergründe, welche die Schweiz im europäischen Vergleich zum «gleichstellungspolitischen Sonderfall» machten.

  • Werner Seitz
    Auf die Wartebank geschoben

    Der Kampf um die politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz seit 1900

    2020. Gebunden
    ISBN 978-3-0340-1605-6
    CHF 38.00 / EUR 38.00 

Interniert oder des Bürgerrechts beraubt

Mitte Juni 1940 gewährte die Schweiz 12 500 polnischen Soldaten Schutz als Internierte und nahm während des Krieges auch polnische Zwangsarbeiter oder Flüchtlinge aus Nazideutschland auf. Trotz eines entsprechenden Verbots entstanden viele polnisch-­schweizerische Beziehungen und Ehen. Manche scheiterten, viele glückten. Schweizerinnen verloren bei der Heirat mit einem Ausländer ihr Bürgerrecht. Vor den Paaren lag eine un­gewisse Zukunft. Sie mussten ausreisen, suchten ihr Glück in Frankreich, England oder Übersee, manche in Polen. Einige kehrten in die Schweiz zurück. Andere konnten oder wollten nicht heiraten. So kam es zu un­ehelichen Kindern, den «Polenkindern». Die Geschichten dieser Familien sind traurig und glücklich, aufregend oder normal. Sie zeigen die mannigfaltigen Ursprünge polnisch-schweizerischer Verbindungen und die Spuren, die Krieg, Flucht und Internierung im Leben hinter­lassen.

Radiobeitrag SRF: «Die Suche nach dem verschollenen Vater», Radio SRF 4 News, Zeitblende, 14.11.2020, Christoph Kellenberger

  • Marie-Isabelle Bill
    Interniert

    Polnisch-schweizerische Familiengeschichten

    Herausgegeben von der Interessengemeinschaft der Nachkommen internierter Polen in der Schweiz

    2020. Gebunden
    ISBN 978-3-0340-1589-9
    CHF 32.00 / EUR 32.00 
  • Silke Margherita Redolfi
    Die verlorenen Töchter

    Der Verlust des Schweizer Bürgerrechts bei der Heirat eines Ausländers. Rechtliche Situation und Lebensalltag ausgebürgerter Schweizerinnen bis 1952

    2019. Gebunden
    ISBN 978-3-0340-1504-2
    CHF 48.00 / EUR 48.00 

Mythos Familie?

Die Dezemberausgabe 2020 der NZZ Geschichte widmet sich in ihrem Titelthema der Familie. Der Beitrag «Eine andauernde Affäre» räumt mit dem Mythos Familie auf: «Früher waren die Familien gross, dann setzte sich die Kleinfamilie durch - oder doch nicht? Wer gängige Mythen hinter sich lässt, entdeckt: Familie war immer mehr als das Idealbild, das man sich von ihr machte.» Die Autorin Jennifer Burri nennt zur weiterführenden Lektüre sechs Chronos Titel, die – trotz ihres älteren Erscheinungsdatums – noch immer einen wichtigen Diskussionsbeitrag zu diesem Thema liefern.

  • Martin Lengwiler, Matthieu Leimgruber (Hg.)
    Umbruch an der «inneren Front»
    Krieg und Sozialpolitik in der Schweiz 1938–1948
    2009. Broschur
    ISBN 978-3-0340-0926-3
    CHF 38.00 / EUR 24.50 
  • Gaby Sutter
    Berufstätige Mütter
    Subtiler Wandel der Geschlechterordnung in der Schweiz (1945–1970)
    2005. Broschur
    ISBN 978-3-0340-0731-3
    CHF 58.00 / EUR 38.80 
  • Elisabeth Joris, Heidi Witzig
    Brave Frauen, aufmüpfige Weiber
    Wie sich die Industrialisierung auf Alltag und Lebenszusammenhänge von Frauen auswirkte (1820–1940)
    1995. Broschur
    ISBN 978-3-905311-02-0
    Vergriffen / Restexemplare
  • David Gugerli
    Zwischen Pfrund und Predigt

    Die protestantische Pfarrfamilie auf der Zürcher Landschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert

    1988. Broschur
    ISBN 978-3-905278-30-9
    CHF 44.00 / EUR 24.50 
  • Marie-Louise Barben, Elisabeth Ryter (Hg.)
    verflixt und zugenäht!

    Frauenberufsbildung – Frauenerwerbsarbeit 1888–1988

    1988. Broschur
    ISBN 978-3-905278-33-0
    CHF 28.00 / EUR 15.50 
  • Brigitte Studer, Regina Wecker, Gaby Sutter
    Die «schutzbedürftige Frau»
    Zur Konstruktion von Geschlecht durch Mutterschaftsversicherung, Nachtarbeitsverbot und Sonderschutzgesetzgebung im 20. Jahrhundert
    2001. Broschur
    ISBN 978-3-905313-10-9
    CHF 38.00 / EUR 22.00