Kartierungen der Welt: Von mittelalterlichen Karthographen zu google maps

Wie wichtig die Karthographie im Mittelalter als Herrschaftsinstrument war, zeigen die beiden Studien «Herrschaftswissen» und «Kartographie und Konflikt im Mittelalter».

Die Neuerscheinung «Wissensmedien des Raums» fragt nach alten und neuen Daten räumlichen Wissens. Wie es entsteht, wie es visualisiert und mit welchen Effekten auf Raumvorstellungen und Machtbeziehungen es vermittelt wird.

Räumliches Wissen sichert auch heute noch Herrschaft: Hinter der vermeintlich philanthropisch motivierten Online-Vermessung der Welt durch google stehen handfeste wirtschaftliche und politische Interessen. Die Länder der «ersten Welt» sind beispielsweise detailreich erfasst, viele afrikanische Städte indes bis heute nur grob kartiert. Und gerade dort werden genaue Karten zu einer Frage des Überlebens: Eine Organisation in Tansania erstellt mit Handy-Daten Freiwilliger Kartierungen von Dar-es-salam und nutzt dieses Wissen zur Bekämpfung von Überschwemmungen, von Mangelernährung und des Corona-Virus’.

  • Ralph A. Ruch
    Kartographie und Konflikt im Spätmittelalter

    Manuskriptkarten aus dem oberrheinischen und schweizerischen Raum

    2015. Broschur
    ISBN 978-3-0340-1269-0
    CHF 38.00 / EUR 34.00 
  • Stefan Fuchs
    Herrschaftswissen und Raumerfassung im 16. Jahrhundert

    Kartengebrauch im Dienste des Nürnberger Stadtstaates

    2018. Broschur
    ISBN 978-3-0340-1346-8
    CHF 48.00 / EUR 48.00 
  • Jean-Louis Georget, Christine Hämmerling, Richard Kuba, Bernhard Tschofen (Hg.)
    Wissensmedien des Raums

    Interdisziplinäre Perspektiven

    2020. Broschur
    ISBN 978-3-0340-1480-9
    CHF 48.00 / EUR 48.00