Winterthurer Hintergass-Geschichten
Ein historischer Spaziergang durch die Steinberggasse
Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Band 347
Gebunden
2012. 216 Seiten, 216 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1140-2
CHF 44.00 / EUR 36.00 
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Hat der Name «Hintergasse» einen «despektierlichen Beigeschmack», der angeblich die Geschäftslage entwertet, oder ist er als historische Bezeichnung eine unveränderliche Grösse der städtischen Geschichte? Als um 1900 die Umbenennung der platzähnlichen Gasse in der Winterthurer Altstadt gefordert wurde, standen sich die Meinungen über die Namensgebung diametral gegenüber. Als neue Bezeichnung wurde 1904 schliesslich «Steinberggasse» gewählt – zu einer richtigen «Strasse» reichte es trotz des Engagements des Quartiervereins hingegen nicht.
Dieser Streit ist charakteristisch für eine Gasse, die früher wie heute im Schatten der Marktgasse steht, die aber gerade deshalb ihre Substanz und ihr Erscheinungsbild wahren konnte. Über die Jahrhunderte lebten zwar reiche, einflussreiche Personen an der hinteren Gasse, der Alltag verlief hier jedoch sicher beschaulicher und kleingewerblicher, wobei die Frage nach der Belebung immer wieder im Zentrum der Diskussionen stand.
Das reich illustrierte Buch stellt die Geschichte der Gasse wie ihrer Menschen vor und porträtiert ausgewählte Häuser wie den auf das hohe Mittelalter zurückgehenden «Bauhof», die heute verschwundene untere Badstube oder die «Spisi», eine Speisegenossenschaft des Arbeiterbildungsvereins. Das Neujahrsblatt erinnert aber auch an die jüngste Vergangenheit: den Kampf um eine autofreie Altstadt, die Errichtung der Judd-Brunnen oder den Wochenmarkt und andere Veranstaltungen, die das besondere Ambiente dieser reizvollen und keineswegs abgelegenen Gasse ausmachen.

Peter Niederhäuser, lic. phil., Historiker. Nach dem Studium der Geschichte in Zürich, Lausanne und Leipzig Bearbeiter der Urkundenregesten im Staatsarchiv Zürich; heute freischaffender Historiker und breite Tätigkeit in der "Geschichtsvermittlung" (Museum, Journalismus sowie Führungen und Reiseleitungen). Er forscht und publiziert zur spätmittelalterlichen Ostschweiz mit Schwergewicht auf Adel und Habsburg, zu Stadt- und Ortsgeschichten sowie zur Industrie- und Architekturgeschichte.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Von der Hinter- und Niedergasse zur Steinberggasse – eine Einleitung
  • Ein Spaziergang durch die Geschichte
  • Seilziehen um die Zukunft einer Altstadtgasse
  • Vom Fischdiebstahl zur Pulverexplosion – die Steinberggasse zwischen Mittelalter und Neuzeit
  • Alltag in der Steinberggasse zwischen 1850 und 1900
  • Alltag in den 1960er-Jahren – Ursula Schweizer erzählt
  • Der Name ist Programm – die «Hindergassbühne»
  • Von der Wiese zum «Gassenmarkt»? Archäologische Befunde zur Steinberggasse im Mittelalter
  • Hausgeschichten zwischen Mittelalter und Neuzeit – der Blick des Bauforschers
  • Licht kommt in die Gasse!
  • Ein besonderes Haus
  • Der «Bauhof» – 850 Jahre Bau- und Bewohnergeschichte an der Steinberggasse
  • Haus-Geschichten
  • Steinberggasse 2 – das «Gelbe Rösli»
  • Steinberggasse 3 – eine Töpferei mit Brennofen
  • Steinberggasse 4 – ein Handwerkerhaus mit Altenwohnung?
  • Steinberggasse 14 – die «Erfindung» der Altstadt
  • Steinberggasse 16 – von Kartoffeln und kreischenden Gitarren
  • Steinberggasse 22 – die Alte Kanzlei
  • Steinberggasse 29 – das erste Elektroinstallationsgeschäft in Winterthur
  • Steinberggasse 31 – die bewegte Vergangenheit des «Juhu»
  • Steinberggasse 33 – von Patriziern, Fabrikanten und Studenten
  • Steinberggasse 33 – von Patriziern, Fabrikanten und Studenten
  • Steinberggasse 52 – Warenwelt im Wandel, der «Bühlhof»
  • Steinberggasse 53 – gehobene Wohnkultur im Wandel
  • Steinberggasse 55 – die Locher-Frauen im «Stadthof»
  • Technikumstrasse 66 – vom «Piccadilly» zur «Grepery»
  • Metzggasse 2 – die Frauenzentrale im «Kirschbaum»

Pressestimmen
«Das Neujahrsblatt greift Episoden und Entwicklungen auf, um zu zeigen, was die Steinnberggasse wiklich ist: kein Museum, sondern ein bunter Lebensraum.» NZZ