La Suisse: Pays du consensus? – Die Schweiz: Land des Konsens?
2001/3
Traverse. Zeitschrift für Geschichte – Revue d’histoire. ISSN 1420-4355, Band 24
Broschur
2001. 184 Seiten
ISBN 978-3-905315-24-0
CHF 25.00 / EUR 17.40 
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Zusammenfassung
Die Schweiz: Land des Konsenses?

Sébastien Guex, Albert Schnyder Burghartz

In einer Betrachtung auf lange Dauer gilt die Schweiz ganz allgemein, aber auch in der Geschichtsschreibung und in der politischen Publizistik als das Land der Konsenssuche par excellence. Je nach Standpunkt wird die entsprechende eidgenössische Tradition unterschiedlich weit zurückgeführt. Das Stanser Verkommnis von 1481 und die Person von Niklaus von Flüe markieren für viele einen frühen Höhepunkt dieser Entwicklung. Danach hat die Neigung, je nach Sichtweise: die Notwendigkeit oder sogar der Zwang, dieses eigenartige, heterogene Gebilde der Eidgenossenschaft einigermassen zusammenzuhalten, dazu geführt, dass sich im Lauf der Zeit eine ausgeprägte Konsens- und Kompromisskultur etablierte, und dementsprechend ein vergleichsweise geringes Mass an Konfliktualität.
Ist die Schweiz tatsächlich das Land des Konsenses par excellence? Und ist sie das schon seit weit zurückliegenden Zeiten? Und wenn ja, wie muss man eine solche Charakterisierung erklären, für die Schweiz von heute, für die Schweiz der letzten zwei Jahrhunderte und für die alte Eidgenossenschaft? Das waren die Fragen, die wir den Autoren und der Autorin dieser Nummer von traverse stellten. Bei der Lektüre der Texte lässt sich feststellen, dass sie keine abschliessenden Antworten auf diese Fragen geben, der gegenwärtige Zustand der Geschichtsschreibung zur Schweiz und die Entwicklung der Diskussion erlauben das nicht. Im Gegenteil, die Beiträge belegen mit aller Klarheit die Notwendigkeit, die Erforschung dieser Thematik wiederzubeleben und neue Zugänge dazu zu eröffnen.
Betrachten wir das Beispiel der alten Eidgenossenschaft. Um die Gräben ihrer Zeit überbrücken zu helfen, hat die liberale Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts den Mythos der einmütigen Eidgenossenschaft im Rückgriff auf deren Entstehungszeit und Machtentfaltung im Hoch- und Spätmittelalter auf eine neue Grundlage gestellt. Diese Sicht der Dinge hatte im grossen Ganzen auch in der Geschichtsschreibung bis nach dem Zweiten Weltkrieg Bestand. Dass die Konsenskultur auch realistischer und damit weniger heroisch und verklärt gesehen werden konnte, war zwar bekannt, bestimmte den Diskurs jedoch lange Zeit nicht.
Die Aufmerksamkeit für die Basis dieses Konsenses verlagerte sich in der schweizerischen Geschichtsschreibung über die frühe Neuzeit erst allmählich. Diese Änderung des Blickwinkels ist eng verbunden mit dem Aufkommen der Sozialgeschichte in den 1960er- und 70er-Jahren sowie dem stark gestiegenen historischen Interesse für Fragen der Herrschaft und des Widerstands in den 1980er- und 90er-Jahren. Erst jetzt nahmen die Historiker und Historikerinnen wahr, dass letztlich vor allem die Ziele einer rudimentären gemeinsamen Aussen- und Verteidigungspolitik sowie einige wenige, für die Eidgenossenschaft aber zentrale (aussen)wirtschaftliche Zusammenhänge, etwa im Verhältnis zu Frankreich, zur Zusammenarbeit im ansonsten nur wenig oder gar nicht koordinierten Bund von Kleinstaaten führten. Vermehrte Beachtung fanden nun auch die schweren konfessionellen Spannungen, welche die Eidgenossenschaft mehrmals an den Rand des Abgrunds brachten. Immer noch selten ins Spiel gebracht wird auch in den neueren Betrachtungen die europäische Mächtekonstellation und die Funktion der Eidgenossenschaft innerhalb dieses übergeordneten Zusammenhangs.
Die neueren Forschungen zu den Themen Herrschaft, Widerstand, eidgenössischem «Nationalismus» und Konfessionen in der frühen Neuzeit zeigen eine von inneren Konflikten stark belastete, manchmal auch zerrissene Eidgenossenschaft.(1) An erster Stelle sind hier die konfessionellen Spannungen und Konflikte zu nennen, des Weiteren die Gegensätze zwischen Städte- und Länderorten, die zahlreichen Protest- und Widerstandsbewegungen, die nicht zuletzt ein Licht auf die Beziehungen zwischen Obrigkeit und Untertanen, zwischen Eidgenossen und Gemeinen Herrschaften wie überhaupt auf die sozialen Unterschiede innerhalb der Orte der Eidgenossenschaft werfen. An Konflikten grösseren und kleineren Umfangs hat es also der alten Eidgenossenschaft gewiss nicht gemangelt, wenn man schon nur an die grossen «Wegmarken» wie den ländlichen Protest im Zusammenhang mit der Reformation 1525, den Bauernkrieg von 1653, die «Troublen» im Fürstbistum 1730 bis 1740 oder den so genannten Rappenkrieg im alten Basel von 1591 bis 1594 denkt, um nur einige wenige zu nennen. Besonders zu erwähnen ist schliesslich die zunehmende Häufung von Konflikten im 18. Jahrhundert, wie sie erstmals von Pierre Felder in moderner Form dargestellt worden ist.
Andererseits sind die vielen Fälle von eidgenössischer Vermittlung und von Verhandlungen zwischen Obrigkeiten und Untertanen sowie die schiedsgerichtliche Tätigkeit der Tagsatzung nicht zu übersehen. Sicher ist daher aus frühneuzeitlicher Sicht wohl nur eines: eine einzige, durchgehende, starke Tradition in der einen oder anderen Richtung ist historisch nicht zu begründen. Weder kann man die Schweiz als Modellland des politischen Konsens seit «Urzeiten» noch als Land mit aussergewöhnlicher Konflikthäufigkeit bezeichnen. Weder waren die Eidgenossen seit Jahrhunderten konsenssüchtige, etwas langweilige, durch und durch pragmatisch denkende und handelnde Friedensengel, noch waren sie nur Rauhbeine und Streithähne, die den Konflikt suchten und schürten, wo sie konnten, und ­ vor allem gegen aussen ­ jederzeit heldenhaft Widerstand leisteten gegen alles Unrecht. Das Interessante ist offenbar vielmehr die Präferenz für politische Lösungen, die sich im Lauf der frühen Neuzeit in diesem eigenartigen politischen Gebilde herausbildete. Es war im Übrigen auch ein Gebiet, in dem sich «unzeitgemässe», quasi mittelalterliche Gewohnheiten und Institutionen noch lange hielten und eine durchgreifende Modernisierung nach dem Vorbild einiger Nachbarstaaten nicht, oder nicht im selben Ausmass, stattfand.
Schliesslich sollte nicht vergessen beziehungsweise in Zukunft noch mehr erforscht werden, dass ein relativ schwach entwickelter Staat in Form eines Bündels von Kleinstaaten inmitten Europas ganz gut den Interessen der benachbarten Grossmächte diente. Dieser externe Kontext war wohl eine zentrale Voraussetzung dafür, dass sich die politische Konstruktion der Eidgenossenschaft so lange halten konnte. Grundlegende politische Veränderungen innerhalb dieses Staatenbundes hätten wohl die europäischen Mächte auf den Plan gerufen. In gewissem Sinn lässt sich die frühneuzeitliche Eidgenossenschaft als ein System sich gegenseitig stützender Schwächen bezeichnen. Diese Konstruktion war für ihren Bestand auf einen stützenden Kontext angewiesen. Sie brach Ende des 18. Jahrhunderts denn auch erst zusammen, als die innereidgenössischen Widersprüche gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Natur unter dem Druck von aussen, das heisst der französischen Revolution und der französischen Truppen, eine kritische Schwelle überschritten hatten.
Die Aufforderung an zwei Frühneuzeit-Historiker, Thomas Maissen und Andreas Würgler, die Frage nach Konflikt oder Konsens in der alten Eidgenossenschaft in einem Essay kritisch zu erörtern, führt zu einem eindeutigen Resultat: Beide stellen nicht so sehr die Frage nach der Konflikt- oder der Konsenskultur ins Zentrum, sondern den historisch bedeutsamen und langfristig wirksamen Umstand, dass Konflikte in der Eidgenossenschaft viel eher und häufiger, um nicht zu sagen prinzipiell, politisch ausgetragen werden, und nicht auf dem Weg der Rechtsprechung durch Gerichte. Die Verrechtlichung von Konfliktverfahren, wie sie in anderen Ländern Europas im Lauf der frühen Neuzeit üblich wurde, war in der alten Eidgenossenschaft weder verbreitet noch beliebt, geschweige denn institutionell abgesichert, denn es gab keine übergeordnete Appellationsinstanz.
Diese Vorliebe für politische Lösungen stellt möglicherweise eine Konstante der Geschichte der Schweiz dar, wenn man zum Beispiel an die hohe Bedeutung des Parlaments in der Gesetzgebung denkt, die auch heute, etwa vom Bundesgericht nicht, oder nicht ohne weiteres, hinterfragt werden kann. Ebenso sensibel reagiert ein Teil der Bevölkerung auf Formen der Konfliktbehandlung, die von ausserhalb der Schweiz gesteuert sind wie das Völkerrecht, den Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg oder die Rechtsangleichung im Rahmen der Annäherung an die Europäische Union.
Wenden wir uns nun der Schweiz des 19. und des 20. Jahrhunderts zu. Auch hier ­ vielleicht noch mehr als im Fall der alten Eidgenossenschaft ­ wurde in der Literatur, auch in der neusten, mit Beharrlichkeit die Suche nach dem Konsens thematisiert beziehungsweise der Mangel an Konflikthaftigkeit in Gesellschaft und Politik. Nehmen wir als Beispiel die grundlegende Konfliktachse kapitalistischer Gesellschaften seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert: den Gegensatz zwischen Arbeiterbewegung und den Unternehmern, mit anderen Worten, zwischen Kapital und Arbeit. Die übergrosse Mehrheit der Studien zum Fall Schweiz gehen ohne weitere Überprüfung davon aus, dass die jüngere Schweizer Geschichte, spätestens etwa seit den 1950er-Jahren, durch einen sehr niedrigen Grad an Konfliktualität sowohl im Sozialen wie in der Politik gekennzeichnet ist. Die zentralen Symbole dieses Zustandes sind einerseits der Arbeitsfrieden, der 1937 erstmals vereinbart und nachher systematisch erneuert worden ist, und andererseits die Integration der Sozialdemokratischen Partei in den Bundesrat seit 1943. Diese nur für kurze Zeit unterbrochene Zusammenarbeit wird bekanntlich als «Zauberformel» bezeichnet. In diesem Zusammenhang gilt es eine erste Bemerkung festzuhalten: Zugänge, die bestimmte «grosse» politische Ereignisse in den Fokus nehmen, neigen dazu, die Tragweite und die Tiefe des Konsenses ein wenig zu überschätzen und damit auch den spezifischen Charakter des Falles Schweiz. Im Grunde genommen vernachlässigen oder unterschätzen sie eine ganze Reihe von Konflikten, die nicht in klassischer Form auftreten, etwa als soziale Auseinandersetzungen oder offene politische Strategien, sondern sich auf anderen Bühnen abspielen und/oder tendenziell «privatisiert» werden, sodass sie als individuelle Probleme und Konflikte wahrgenommen werden.(2)
Allerdings ist dieses erste Problem vergleichsweise harmlos, wenn man eine weitere Problematik ins Auge fasst. Viele dieser Studien setzen nämlich den Beginn einer in besonderem Mass auf Konsens hin orientierten Schweiz im frühen 19. Jahrhundert an oder noch weiter zurückliegend, im Allgemeinen ohne kritische Reflexion, ohne systematische empirische Verifikation und ohne internationalen Vergleich. Damit erliegen sie in der Folge auch den Verlockungen eines teleologischen Zugangs: sie präsentieren und erklären die geringe Konfliktualität in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg als das unvermeidliche, geradezu vorausbestimmte Ergebnis jener Rahmenbedingungen, unter denen die moderne Schweiz begründet wurde. «Von Anfang an [1848] wird mit gezinkten Karten gespielt», was dazu führt, «dass die schweizerische Arbeiterklasse nicht reformistisch sein konnte», wie Masnata und Rubattel in ihrer Analyse des «berühmten schweizerischen Konsens» hervorheben.(3)
Wenn dann mit leichter Hand eine kontinuierliche und lineare Entwicklung zwischen 1848, oder gar 1815 und dem Arbeitsfrieden sowie der «Zauberformel» nachgezeichnet worden ist, werden in den Studien zur Problematik Konflikt/Konsens in der Schweiz eingehend und ausführlich ­ wenn auch, zugegebenermassen, oft auf stimulierende Art und Weise ­, die vielfältigen Faktoren behandelt, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben sollen: das Fehlen einer eigentlichen bürgerlichen Revolution in der Schweiz, die Einführung weit gefasster demokratischer Rechte von oben, die konfessionelle und sprachliche Fragmentierung des Landes, der Einfluss des Referendums und der Volksinitiative, die geringe Konzentration der Arbeiterklasse, ihre besondere Struktur und Kultur (namentlich ihr hoher Qualifikationsgrad und ihre engen Bindungen an die ländliche Welt), die hohe Bedeutung der Exportindustrie für die gesamte Wirtschaftsstruktur, die starke Einwanderung etc.
Wenn man allerdings schon nur einfache internationale Vergleiche anstellt, dann stellt man schnell fest, dass die Dinge anders liegen, als es die traditionelle Betrachtungsweise darstellt. Ein einziges Beispiel möge dies belegen: die Anzahl der Streikenden und Streiks. Die entsprechenden Zahlen bilden einen guten Indikator für die Entwicklung der Konfliktualität in wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern. Eine Tatsache springt beim Studium der Grafiken auf S. 23 sofort ins Auge: die beinahe vollständige Gleichläufigkeit der Entwicklung in der Schweiz und in allen anderen betrachteten Ländern während des Zeitraums zwischen 1885 und den 1920er-Jahren. Grafik 1 zeigt nicht nur, dass die Anzahl Streikende pro 1000 EinwohnerInnen in der Schweiz nicht nur in ähnlicher Weise zugenommen hat wie in den anderen Ländern, sondern auch, dass die Schweiz die anderen Ländern dabei in bestimmten Jahren sogar übertroffen hat (1895­1897; 1902­1903; 1904; 1907; 1912). Grafik 2 bestätigt diese Interpretation.(4) Dabei ist klar, dass die absoluten Zahlen der Streiks in der Schweiz tiefer lagen als in den grösseren Ländern wie Deutschland, Frankreich, Grossbritannien oder Italien. Trotzdem zeigt die Kurve der Streiks auch hier eine sehr ähnliche Entwicklung wie in den anderen Ländern zwischen 1885 und 1920.
Erst in den 1920er und vor allem in den 1930 Jahren schlägt dieser Konflikttyp in der Schweiz eine andere Richtung ein als im Ausland, und seit den 1950er-Jahren pendelt er sich auf einem äusserst tiefen Niveau, nahe Null, ein. Nimmt man die Streikbewegungen als Massstab, so scheinen Politik und Gesellschaft in der Schweiz bis nach dem Ersten Weltkrieg nicht weniger konfliktbehaftet gewesen zu sein als im Ausland. Es ist daher ziemlich gewagt, um nicht zu sagen irreführend, den Geist des Konsenses, der sich seit der Krise der 1930er-Jahre und seit der Machtergreifung der Nazis unbestreitbar manifestiert, als das zwingende Ergebnis einer linearen Entwicklung zu betrachten, die ihre Wurzeln tief im 19. Jahrhundert oder noch davor haben soll.
Die Frage nach Konflikt und Konsens in der Schweiz muss also erneut unter die Lupe genommen werden. Das zeigen die Beiträge von Herrmann, Jost und Lang. Sie belegen die Notwendigkeit einer Neulancierung der Debatte umso mehr, als sie zum Teil erheblich voneinander abweichen. Zwar gelangen alle drei zur Feststellung, dass die Schweiz während des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wesentlich weniger auf Konsens hin orientiert war, als es die Geschichtsschreibung bis anhin wahrhaben wollte. Aber die drei Artikel markieren unterschiedliche Standpunkte, wenn es darum geht, den Grad und das Ausmass der Konfliktualität in diesem Zeitabschnitt zu bestimmen; noch weiter auseinander liegen sie bei der Erklärung dieser Konfliktualität.
Kein Zweifel, es bleibt viel zu tun. Und ganz besonders gilt es zwei Klippen zu umschiffen, an denen zahlreiche Studien zur Frage Konflikt/Konsens scheitern. Auf der einen Seite die Klippe, die darin besteht, Konflikt und Konsens ausschliesslich als zwei absolut getrennte Pole zu betrachten, was nach Bourdieu verhindert, «dass jene reellen Situationen bedacht werden, in denen sich die Unterwerfung in gegenseitigem Einvernehmen im und durch den Konflikt vollzieht».(5) Auf der anderen Seite gilt es nicht zu vergessen ­ und dieses Mal gehen wir mit Masnata und Rubattel einig ­, «dass der Konsens in Wirklichkeit die gelungene Form des Zwangs ist».(6) Dieses Versäumnis führt nur allzu leicht dazu, sich auf den Konsens zu konzentrieren und dabei zu übersehen, dass er Konflikte verbirgt und erstickt.

Anmerkungen

(1) Literaturhinweise in den Beiträgen von Andreas Würgler und Thomas Maissen.
(2) Es ist daher kein Zufall, dass zwei der drei Beiträge, die der modernen Schweiz gewidmet sind, jene von Herrmann und Jost, die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang zwischen dem Druck des Konsenses und der Verschiebung von Konflikten lenken, ebenso wie auf die Intensität dessen, was man das «malaise indviduel» (das individuelle Unglück) in der Schweiz nennen könnte.
(3) François Masnata, Claire Rubattel, Le pouvoir suisse. Séduction démocratique et répression suave, Lausanne 1995 (1. Aufl. 1975), 82, 245 (François und Claire Masnata-Rubattel, Macht und Gesellschaft in der Schweiz: Demokratie und Unterdrückung, Darmstadt 1978).
(4) Die beiden Grafiken basieren auf der Tabelle zwischen der französischen und der deutschen Einleitung (S. 14­16). Die Daten zur Bevölkerung stammen aus Brian R. Mitchell, European Historical Statistics 1750­1970, New York 1978, 4­8.
(5) Pierre Bourdieu, Choses dites, Paris 1987, 55.
(6) Masnata/Rubattel (wie Anm. 3), 154.

Résumé
La Suisse: Pays du consensus?

Sébastien Guex, Albert Schnyder Burghartz

Dans une perspective de longue durée, la Suisse est considérée très généralement, mais aussi plus spécifiquement au sein de l'historiographie et de la littérature politique, comme le pays du consensus par excellence. Selon le point de vue adopté, on fait remonter cette tradition fédérale plus ou moins loin dans le temps. Pour beaucoup, le compromis de Stans (1481) et la figure de Nicolas de Flüe auraient constitué une première apogée de cette évolution. Par la suite, la tendance, attribuée par les uns à la nécessité et par les autres à la contrainte, consistant à maintenir ensemble, autant que possible, cette construction bizarre et hétérogène qu'était la Confédération aurait conduit à l'établissement progressif d'une culture imprégnée par le consensus et le compromis et, corollairement, par une conflictualité relativement faible.
La Suisse est-elle vraiment le pays du consensus par excellence? L'est-elle y compris depuis des temps très reculés? Et si c'est le cas, comment expliquer une telle caractéristique, aussi bien pour la Suisse moderne et contemporaine que pour l'ancienne? Voilà les questions qui ont été adressées aux contributeurs et à la contributrice de ce numéro de Traverse. On constatera à la lecture de leurs articles qu'ils/elles ne cherchent pas à apporter de réponses arrêtées à ces questions, l'état actuel de l'historiographie helvétique et l'avancement de la discussion ne le permettant pas. En revanche, leurs contributions démontrent clairement qu'il est nécessaire d'en renouveler l'approche et d'en raviver l'étude.
Prenons l'histoire de l'ancienne Confédération. L'historiographie suisse libérale du 19e siècle, dans l'objectif de combler les fossés de sa propre époque, a donné au mythe de l'union et de l'unanimité des Confédérés une nouvelle base en faisant remonter ce mythe jusqu'aux débuts de la Confédération et de son expansion, durant le Haut et le Bas Moyen Age. Cette façon de voir s'est perpétuée dans l'historiographie helvétique en gros jusqu'aux lendemains de la Deuxième Guerre mondiale. A vrai dire, on était conscient que la culture du consensus pouvait aussi être considérée de façon plus réaliste et ainsi de manière moins héroïque et radieuse, mais pendant longtemps cette conscience n'a pas déterminé le discours.
Ce n'est que peu à peu que l'attention de l'historiographie suisse relative au fondement de ce consensus s'est déplacée vers l'époque moderne. Ce changement de l'angle d'approche est étroitement lié à la naissance de l'histoire sociale dans les années 1960 et 1970 et au fort accroissement de l'intérêt historique pour les questions concernant la domination et la résistance dans les années 1980 et 1990. C'est seulement à ce moment que les historiens-iennes se sont aperçus-es qu'en fin de compte, ce sont avant tout les objectifs de politique étrangère et de mise en place d'une politique rudimentaire de défense commune, ainsi que les quelques rares ­ mais cruciales pour la Confédération ­ relations économiques (extérieures), notamment avec la France, qui ont conduit à la coopération dans cette fédération de petits Etats qui, à part cela, n'était guère ou même pas du tout coordonnée. C'est également à ce moment que les fortes tensions confessionnelles, qui ont à plusieurs reprises mené la Confédération au bord du précipice, ont également reçu davantage d'attention. Toutefois, la constellation des puissances européennes ainsi que la fonction de la Confédération au sein de ce contexte général ont continué à n'être que rarement intégrées et prises en compte dans les réflexions récentes.
Les recherches récentes sur les thèmes de la domination, de la résistance, du «nationalisme» fédéral et des confessions durant l'époque moderne montrent une Confédération lourdement hypothéquée et parfois déchirée par des conflits internes.(1) A cet égard, il faut mentionner en premier lieu les tensions et les conflits confessionnels, ensuite les antagonismes entre cantons-villes et cantons ruraux et les nombreux mouvements de protestation et de résistance, qui mettent en lumière les relations entre les autorités et les sujets ainsi qu'entre les Confédérés et les bailliages communs et qui éclairent également les différences sociales au sein des cantons de la Confédération. L'ancienne Confédération n'a donc pas manqué de conflits, de petite et de grande ampleur. Que l'on songe, pour ne mentionner que quelques jalons majeurs, à la protestation paysanne de 1525 en lien avec la Réforme, à la guerre des paysans de 1653, aux «Troubles» dans l'Evêché de Bâle de 1730 à 1740 ou encore à ce qu'on appelle la Rappenkrieg dans l'ancien Bâle de 1591 à 1594. Enfin, il faut souligner que le 18e siècle a connu une multiplication des conflits, tels qu'ils ont été représentés pour la première fois de façon moderne par Pierre Felder.
D'un autre côté, il ne faut pas négliger les nombreux cas où la Confédération est intervenue en tant qu'intermédiaire et négociatrice entre les autorités et les sujets. De même, il ne faut pas passer sous silence l'activité de la Diète en tant que tribunal arbitral. En ce qui concerne l'époque moderne, il n'y a donc qu'une seule chose sûre: il n'est pas possible de fonder historiquement une seule tradition, forte et continue, soit dans un sens soit dans l'autre. On ne peut caractériser la Suisse ni de modèle de consensus politique existant depuis les «temps primitifs», ni de pays présentant une conflictualité extraordinaire. Les Confédérés n'ont pas été des anges paisibles, assoiffés de consensus depuis des siècles et quelque peu ennuyeux dans leur manière complètement pragmatique de penser et d'agir. Ils n'ont pas davantage été uniquement des rustres et des bagarreurs qui cherchaient et avivaient les conflits là où ils le pouvaient et qui offraient systématiquement une résistance à toute injustice, en particulier lorsqu'elle venait de l'extérieur. Manifestement, l'élément intéressant réside beaucoup plus dans la préférence pour des solutions politiques, préférence qui s'est formée au cours de l'époque moderne au sein de cet organisme particulier qu'était la Confédération. En outre, celle-ci constituait également un territoire dans lequel des habitudes et des institutions «non contemporaines», presque moyenâgeuses, se sont maintenues encore longtemps et où une modernisation énergique selon le modèle de quelques Etats voisins ne s'est pas produite ou ne s'est réalisée que dans une moindre mesure.
Finalement, il ne faut pas oublier, et la recherche devrait davantage s'y intéresser à l'avenir, qu'un Etat relativement faiblement développé, prenant la forme d'un faisceau de petits Etats au milieu de l'Europe, correspondait très bien aux intérêts des grandes puissances environnantes. Ce contexte extérieur a probablement représenté une précondition centrale permettant à la construction politique de la Confédération de se poursuivre aussi longtemps. Des changements politiques en profondeur à l'intérieur de cette fédération d'Etats auraient certainement provoqué l'entrée en lice des puissances européennes. Dans un certain sens, la Confédération de l'époque moderne peut être également caractérisée comme un système de faiblesses s'étayant les unes les autres. L'existence de cette construction dépendait d'un contexte favorable. C'est pourquoi elle ne s'est écroulée qu'à la fin du 18e siècle, lorsque les contradictions sociales, économiques et politiques internes à la Confédération ont dépassé un seuil critique, sous la pression du dehors, c'est-à-dire de la Révolution et des troupes françaises.
La demande adressée à deux historiens de l'époque moderne, Thomas Maissen et Andreas Würgler, de discuter de façon critique, sous la forme d'un essai, la question du conflit et du consensus dans l'ancienne Confédération, conduit à un résultat sans ambiguïté: les deux ne mettent pas tellement l'accent sur la question de la culture conflictuelle ou consensuelle. Ils se focalisent sur le fait, historiquement important et agissant efficacement à long terme, que les conflits dans la Confédération ont été réglés bien plus volontiers et bien plus souvent, pour ne pas dire par principe, sur le plan politique et non pas par la voie juridique, à travers des tribunaux. La «juridicisation» de procédures conflictuelles, devenue courante dans d'autres pays européens au cours de l'époque moderne, est restée inhabituelle et peu aimée, et évidemment non ancrée institutionnellement, dans l'ancienne Confédération, car il n'existait pas d'instance de recours supérieure.
Il est possible que cette préférence pour des solutions politiques représente une constante de l'histoire suisse, si l'on pense par exemple à la grande importance du Parlement dans la législation qui, aujourd'hui encore, ne peut pas, ou extrêmement difficilement, être remise en cause, par exemple par le Tribunal fédéral. Dans le même sens, une partie de la population réagit de manière sensible aux formes de gestion des conflits qui sont pilotées du dehors de la Suisse, comme le droit international, la Cour des Droits de l'homme de Strasbourg ou encore l'harmonisation juridique opérée dans le cadre du rapprochement à l'Union européenne.
Abordons maintenant le cas de la Suisse dite contemporaine, celle des 19e et 20e siècles. Ici aussi, et peut-être encore davantage qu'en ce qui concerne l'ancienne Confédération, la littérature, même récente, a insisté et théorisé sur la recherche du consensus et la faiblesse de la conflictualité sociale et politique. Prenons un exemple, celui du principal axe de conflits dans les sociétés capitalistes à partir de la seconde moitié du 19e siècle, l'antagonisme entre le mouvement ouvrier et le patronat, autrement dit, entre le Capital et le Travail. La très grande majorité des études portant sur le cas suisse admettent sans examen approfondi, comme un fait établi, que l'histoire helvétique récente, disons au plus tard à partir des années 1950, se caractérise par un degré très faible de conflictualité sociale et politique, dont les principaux symboles sont d'une part la Paix du travail, conclue en 1937 et systématiquement renouvelée par la suite et, d'autre part, la participation du Parti socialiste au Gouvernement fédéral dès 1943, collaboration permanente, hors une brève interruption, qui a été désignée sous le nom de «formule magique». A cet égard, il est important de faire une première remarque: de telles approches, qui se focalisent sur certains «grands» événements politiques, tendent à surestimer quelque peu l'ampleur et la profondeur du consensus, et donc la spécificité du cas helvétique. En effet, elles négligent ou sous-estiment une série de conflits parce qu'ils ne se présentent pas sous une forme classique, en tant que luttes sociales ou politiques ouvertes, mais sont déplacés sur d'autres terrains et/ou tendent à se «privatiser» et, ainsi, à être perçus comme problèmes et conflits individuels.(2)
Toutefois, ce premier problème est béni par rapport au second. En effet, sans réflexion critique, sans vérification empirique systématique et sans comparaison internationale, ces études font remonter le constat d'une Suisse particulièrement consensuelle jusqu'au début du 19e siècle, voire au-delà, et, corollairement, elles succombent aux facilités de l'approche téléologique en présentant et en expliquant la faible conflictualité en Suisse durant les 50 dernières années comme l'aboutissement inévitable et prédéterminé des circonstances qui ont présidé à la mise en place de la Suisse contemporaine. «Dès le départ [1848], les dés sont pipés», ce qui fait que «la classe ouvrière suisse ne pouvait donc pas ne pas être réformiste», soulignent Masnata et Rubattel lorsqu'ils analysent le «fameux consensus suisse».(3)
Une fois esquissé à la va-vite un développement continu et linéaire entre 1848, ou même 1815, et la Paix du travail ainsi que la «formule magique», les recherches traitant la problématique conflit-consensus s'attardent longuement ­ de manière souvent stimulante, il faut le reconnaître ­ sur les multiples facteurs qui auraient contribué à ce type d'évolution: l'absence d'une véritable révolution bourgeoise en Suisse, l'octroi par en haut de larges droits démocratiques, la fragmentation religieuse et linguistique du pays, l'influence du référendum et de l'initiative populaires, la faiblesse de la concentration de la classe ouvrière, la structure et la culture particulières de cette dernière (notamment son degré élevé de qualification et ses liens prononcés avec le monde rural), le poids élevé de l'industrie d'exportation dans la structure économique, l'importance de l'immigration, etc.
Or, si l'on procède à des comparaisons internationales, même rudimentaires, on constate que les choses se sont passées de façon différente de celle qu'expose la représentation traditionnelle. Un seul exemple l'illustre: le nombre de grévistes et de grèves, qui représente un bon indice de l'évolution du degré de conflictualité dans les pays économiquement développés. Un fait saute aux yeux à la lecture des graphiques 1 et 2 (p. 13): la concordance pratiquement totale, durant la période allant de 1885 aux années 1920, entre l'évolution en Suisse et dans les autres pays pris en compte. Non seulement, le graphique 1 indique que le taux de grévistes par 1000 habitants en Suisse a progressé de façon similaire, mais qu'il a même été supérieur à celui des autres pays pendant plusieurs années (1895­1897; 1902­1903; 1904; 1907; 1912). Le graphique 2 confirme cette lecture.(4) Il est clair que, dans l'absolu, le nombre des grèves a été inférieur en Suisse étant donné la différence de population avec l'Allemagne, la France, la Grande-Bretagne ou l'Italie, mais la courbe des grèves a connu un développement presque semblable à celui de ces autres pays entre 1885 et les années 1920.
Ce n'est que dans les années 1920 et surtout 1930 que ce type de conflictualité a suivi en Suisse une voie très différente qu'à l'extérieur, se situant dès les années 1950 à un niveau extrêmement bas, proche de zéro. Jusqu'après la Première Guerre mondiale, la conflictualité sociale et politique telle qu'elle s'exprime à travers les mouvements de grève ne semble pas avoir été moindre en Suisse qu'à l'étranger. Il paraît en conséquence très hasardeux, pour ne pas dire captieux, de considérer l'esprit de consensus qui se manifeste incontestablement à partir de la crise des années 1930 et la prise du pouvoir des Nazis comme l'aboutissement obligé d'une évolution linéaire plongeant ses racines dans le 19e siècle et même bien au-delà.
La problématique relative à la conflictualité et au consensus en Suisse doit donc être revisitée. C'est aussi ce dont témoignent les contributions de Herrmann, Jost et Lang. Elles en témoignent d'autant mieux qu'ils divergent sensiblement. Certes, toutes aboutissent au constat que la Suisse, pendant le 19e siècle et le début du 20e siècle, est considérablement moins consensuelle que l'historiographie a bien voulu l'admettre jusqu'ici. Mais elles divergent clairement quant à la véritable ampleur de la conflictualité durant cette période, et encore davantage lorsqu'elles s'attellent à expliquer cette conflictualité.
Nul doute que beaucoup reste à faire. D'autant plus qu'il est nécessaire d'éviter deux écueils sur lesquels s'échouent maintes études traitant de la question conflit-consensus. D'une part, l'écueil consistant à aborder conflit et consensus exclusivement comme deux pôles absolument séparés, ce qui ne permet pas, pour reprendre les termes de Bourdieu, «de penser toutes les situations réelles où la soumission consensuelle s'accomplit dans et par le conflit».(5) D'autre part, l'écueil consistant à négliger, et cette fois-ci nous sommes d'accord avec Masnata et Rubattel, que «le consensus est, en réalité, la forme réussie de la coercition»,(6) négligence qui incite à se centrer sur le consensus et à ne pas voir les aspects conflictuels qu'il étouffe ou dissimule.

Notes

(1) Pour la littérature correspondante, cf. les références indiquées dans les contributions d' Andreas Würgler et de Thomas Maissen dans ce numéro.
(2) Ce n'est donc pas un hasard que deux des trois contributions consacrées à la Suisse contemporaine, celles de Herrmann et de Jost, attirent l'attention sur les liens entre la prégnance du consensus et le déplacement des conflits ainsi que sur l'intensité de ce qu'on peut appeler le malaise individuel en Suisse.
(3) François Masnata, Claire Rubattel, Le pouvoir suisse. Séduction démocratique et répression suave, Lausanne 1995 (1ère éd. 1975), 82, 245.
4 Les données relatives aux grévistes et aux grèves à partir desquelles les deux graphiques sont construits, les sources dont sont tirées ces données et les remarques qu'elles appellent sont présentées dans un tableau figurant à la fin de cette introduction. Les données relatives à la population sont tirées de Brian R. Mitchell, European Historical Statistics 1750­1970, New York 1978, 4­8.
(5) Pierre Bourdieu, Choses dites, Paris 1987, 55.
(6) Masnata (voir note 3), 154.

Artikel
  • Schwerpunkt / Dossier thematique: Die Schweiz: Land des Konsenses? Einleitung – La Suisse: pays du consensus? Introduction
  • Aushandeln statt Prozessieren. Zur Konfliktkultur der alten Eidgenossenschaft im Vergleich mit Frankreich und dem Deutschen Reich (1500–­1800)
  • Disputatio de Helvetiis, an natura consentiant. Frühneuzeitliche Annäherungen an die Schweizer Konsensbereitschaft
  • Critique historique du consensus helvétique. Si le légendaire Guillaume Tell et le mythe du serment du Grütli ne nourrissent plus guère l'imaginaire de la jeune génération, la Suisse comme pays modèle du consensus est un cliché qui se porte bien
  • «La patrie au-dessus des partis.» Gestion et prévention des conflits en Suisse (1798–­1918)
  • Ist Revolution etwas Unschweizerisches? Wie die verpasste Fusion von Kulturkampf und Klassenkampf vom Dissens zum Konsens führte
  • Photographies d'une Suisse en bascule. Des brèches dans le modèle du «bonheur suisse»
  • Debatte / Debat: Was wäre, wenn …? Kontrafaktische und hypothetische Überlegungen zu einem Verzicht auf Archivierung
  • Dokument / Document: Marie Julienne de Nucé, die Politik und die Religion. Elemente einer weiblichen Machtstrategie

Einzelheft CHF 28 / EUR 24
Jahresabonnement CHF 75 / EUR 60
Abo für Studierende CHF 54 (nur in der Schweiz)

Die zweisprachige Zeitschrift versteht sich als Forum der Geschichtsforschenden in der Schweiz mit einem Horizont, der über Landes- und Fachgrenzen hinausreicht. «Traverse» ist sowohl eine historische Fachzeitschrift als auch ein Organ, das einem interessierten Publikum Einblick in aktuelle historische Forschung gib und deren Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Fragen diskutiert. Zudem versteht sich die Zeitschrift auch als Publikationsorgan für jüngere Forschende.

Cette revue bilingue se définit comme un forum pour les historiennes et historiens suisses et s’efforce de dépasser les frontières nationales et entre les disciplines. «Traverse» est non seulement une revue d’histoire mais aussi un organe qui offre à tout public intéressé une entrée dans la recherche historique récente et apporte sa contribution à des débats de société. La revue favorise en particulier la publication de jeunes chercheuses et chercheurs.