Neue Beiträge zur Sozialgeschichte

Nouvelles contributions à l'histoire sociale

Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte / Annuaire suisse d’histoire économique et sociale (ISSN 1664-6460), Band 32
Broschur
2017. 176 Seiten, 12 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1389-5
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Sozialgeschichte ist kein neues Forschungsfeld – sondern eines, dessen weitere Existenz auch schon mal als bedroht gilt. Zugleich ist das Soziale unbestreitbar im Gespräch. Dass sich Geschichte und Gegenwart der sozialen Ungleichheit nicht in ein lineares Fortschrittsnarrativ fügen, gehört zu den grossen politischen und intellektuellen Herausforderungen unserer Zeit. Derweil fordern KritikerInnen eines sozialwissenschaftlichen Anthropozentrismus den privilegierten Status des Sozialen als Gegenstand und analytische Kategorie heraus; Vertreter neuer Richtungen in der Soziologie fragen nach Verhältnissen von Personen- und Dingzuständen statt nach Strukturen und Individuen, sozialen Gruppen und Klassen. Der Band erkundet, was heute als Sozialgeschichte betrieben wird, wo Traditionen und klassische Konzepte sich als ungebrochen tragfähig erweisen und wo sich neue Impulse und transdisziplinäre Konzepttransfers abzeichnen.

L’histoire sociale n’est pas un nouveau champ d’études mais plutôt un domaine de recherche dont l’existence même semblait parfois être remise en cause. En même temps, la dimension sociale des activités humaines demeure au centre des débats de société. Que la persistance des inégalités sociales soit peu compatible avec une vision linéaire du progrès constitue à cet égard un des défis intellectuels et politiques majeurs du présent. En même temps, les critiques de l’anthropocentrisme prévalant au sein des sciences sociales remettent en question le statut privilégié du «social» comme objet et catégorie analytique; les auteurs de la dite «nouvelle sociologie» questionnent ainsi les relations entre personnes et objets au lieu de se concentrer sur les structures et les individus, ou encore les groupes sociaux et les classes. Dans ce contexte, ce volume explore les pratiques actuelles de l’histoire sociale, pratiques caractérisées non seulement par des approches traditionnelles et des concepts classiques qui continuent de garder toute leur pertinence, mais aussi nourries par des impulsions nouvelles et notamment des transferts conceptuels provenant d’autres disciplines.


ist Professorin für Allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Basel. Sie forscht und lehrt zur Sozial-, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte der Moderne.

Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


geboren 1972, ist Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Zürich. Er forscht und lehrt zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Neue Beiträge zur Sozialgeschichte. Editorial
  • Nouvelles contributions à l’histoire sociale. Editorial
  • Teil 1 / Partie 1: Agency
  • Von Sklaven, Pferden und Hunden. Trialog über den Nutzen aktueller Agency-Debatten für die Sozialgeschichte
  • Teil 2 / Partie 2: Beziehungskulturen / Les modes relationnels du social
  • Naming Practices, Kinship, and Households in Late Medieval Ashkenazi Communities
  • Parcours migratoires d’une famille de marchands alpins entre transnationalisme et localité (18e siècle)
  • «Former de bonnes et utiles domestiques». Les enjeux du placement des filles dans l’asile genevois de la Pommière autour de 1900
  • Teil 3 / Partie 3: Moralische Ökonomien / Economies morales
  • Schuldennetzwerke in der spätmittelalterlichen Stadt und ihrem Umland. Eine Stichprobe anhand von Basler Gerichtsquellen von 1497
  • Arbeit als Politikum, oder: Hauswirtschaftliche Arbeit als Standpunkt der Kritik
  • Die Geschichte des Ruhestands als Geschichte der Nichterwerbsarbeit

Pressestimmen

«Das Gesamturteil der Herausgeber über die Impulse der vorgestellten Addition von thematisch höchst unterschiedlich ausgerichteten Detailstudien betont deren ausdrücklichen Anregungscharakter in Richtung neuer Horizonte des sozialgeschichtlichen Arbeitens: Statt wie bisher ‹Gesellschaft› in der Sozialgeschichte von Wirtschaft und Politik deutlich abzugrenzen, seien in den einzelnen Beiträgen exemplarisch und in impulsgebender Weise Perspektiven verfolgt worden, die nun ‹im Sozialen auch wirtschaftliches und politisches Handeln entdecken› (S. 8 f.). Diesem Urteil ist zuzustimmen, auch wenn noch weitere Perspektiven, etwa in Richtung Psychohistorie usw., hätten hinzugefügt werden können.»

Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 105, 2018/3, Jürgen Reulecke