Wo ist Adolf?

Das Papierleben eines Migranten und Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg

Gebunden
2026. 244 Seiten, 7 Abbildungen s/w., 70 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1847-0
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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«Wäre er nicht im nördlichsten Sibirien interniert gewesen …», notierte ein ­Beamter im Mai 1928 auf der Rückseite einer fremdenpolizeilichen Akte. Davor und danach lokalisierten ihn die Verzeichnisse der deutschen Militärbürokratie, die Listen der russländischen Lagerverwaltung, die Protokolle humanitärer Organisationen, die Akten zahlreicher Einwohnerämter und die Dossiers der schweizerischen Migrations­behörden. Sie gaben ihm meistens eine Nummer, um ihn in den Papieren wieder zu finden, und eine Adresse. So hielten amtliche und private Schreibstuben die Stationen seines bewegten Lebenslaufs fest und formatierten dabei ein Papierleben, das vom Weltkrieg, vom Untergang dreier Kaiserreiche und von weltgesellschaftlichen Veränderungen geprägt war.

David Gugerli, geb. 1961, ist ordentlicher Professor für Technikgeschichte an der ETH Zürich. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt er sich mit der Geschichte der Energieversorgung, der technisch-wissenschaftlichen Erfassung von Räumen, der Entwicklung digitaler Telekommunikationsweisen und der Genese des technisierten menschlichen Körpers.


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Herausgeber/in der Reihe

Pressestimmen

«Borgas hat keine Memoiren geschrieben und keine Tagebücher verfasst – aber etliche Spuren in militärischen und zivilen Registern, Büchern und Dossiers hinterlassen. Diesen geht David Gugerli nach und rekonstruiert das ‹Papierleben› eines Mannes, der ‹zum Treibgut historischer Verschiebungen› wurde. Das mag, nun ja: papieren klingen, ist aber alles andere als das: Gugerli unternimmt eine veritable Schnitzeljagd, die nicht zuletzt auch zur Frage führt, was Historiker eigentlich über ein Menschenleben herausfinden können.»

Claudia Mäder, NZZ Geschichte 64 (2026)