Mediale Gegenwärtigkeit
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. ISSN 2504-1045, Band 1
Broschur
2007. 336 Seiten, 28 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0873-0
CHF 42.00 / EUR 24.80 
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Wir leben in einer medial geprägten Gegenwart. Medien bestimmen, was uns sinnlich gegeben ist. Sie beeinflussen, was uns als Wirklichkeit erscheint. Sie lassen räumlich und zeitlich Entferntes gegenwärtig werden. Sie stehen aber auch im Ruch, eben das, was sie gegenwärtig machen, als ein nur Mediales erscheinen zu lassen – hinter dem sich eine andere, «eigentliche» Gegenwärtigkeit verberge. Das fordert dazu heraus, genauer danach zu fragen, auf welche Weise mediale Formen überhaupt Gegenwärtigkeit erzeugen und welche Rolle mediale Gegenwärtigkeit in kulturellen Zusammenhängen spielt. Antworten bietet ein Blick auf zentrale historisch-mediale Konstellationen, in denen sich abzeichnet, worin das präsentische Potenzial von Medien bestehen kann.
Der vorliegende Band verleiht damit einer aktuellen Fragestellung grössere Tiefen­schärfe. Er vereint Beiträge ausgewiesener Experten aus den Bereichen der Kultur- und Literatur-, der Kunst- und Medienwissenschaften. Zugleich kombiniert er in repräsentativer Weise systematische und historische Zugangsweisen. Es geht unter anderem um das Verhältnis von absoluter Präsenz und medialer Gegenwärtigkeit, um die Diskurse, in denen beide eine Rolle spielen, und die Modelle, in denen sie beschrieben werden. Das historische Spektrum reicht von den antiken Epiphanien in Kultbild und Tragödie über die mittelalterlichen Diskussionen der Eucharistie zu den narrativen Präsenzphantasmen der Neuzeit und Moderne, die schliesslich in neue Schreibweisen und neue Verheissungen münden: zum Beispiel diejenigen des Films, Objekte in ungeahnter Sinnlichkeit präsent zu machen.
Ordinarius für Ältere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Medien­wandel – Medienwechsel – Medienwissen».

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Herausgeberin der Reihe

Artikel
  • Mediale Gegenwärtigkeit. Paradigmen – Semantiken – Effekte
  • Is There a Problem With «Authentic Presence»?
  • Absentia in praesentia. Negative Medialität
  • Die Interferenz von Performativität und Indexikalität bei der Erzeugung von Aufmerksamkeit
  • Das Schielen auf den Dritten. Zur konfigurativen Bestimmtheit von Kommunikation
  • Die mediale Präsenz des Bildes oder: Was meinen wir eigentlich genau damit, wenn wir danach fragen, was ein Bild sei?
  • Bedecken, Beflecken, Beschwören. Präsenzeffekte in der Antigone des Sophokles
  • Quid sumit mus? Präsenz (in) der Eucharistie
  • Diesseits? Eucharistie bei Meister Eckhart im Kontext der Debatte um «Präsenzkultur»
  • Figuren der Evidenz. Bild, Medium und allegorische Kodierung im Trecento
  • Erzählen vom magischen Augenblick. Präsenzeffekte in Jörg Wickrams Goldtfaden
  • Nachahmung nach der Nachahmungsästhetik. Mimesis und Präsenz bei Karl Philipp Moritz
  • Präsenz und Resonanz. Stimme in Germaine de Staëls Corinne
  • Die stumme Sprache der Dinge. Eine andere Moderne in der Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts
  • Die sinnliche Präsenz der Dinge oder: die skeptische Versöhnung mit der Moderne durch den Film
  • Sport und Präsenz in Erzähltexten der 1960er Jahre

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.