«... je vous fais une lettre»

Die Stimme der internierten Personen in den Archiven
Retrouver dans les archives la parole et le vécu des personnes internées

Texte deutsch, französisch oder italienisch

Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 4
Gebunden
Erscheint im Mai 2019. ca. 448 Seiten
ISBN 978-3-0340-1514-1
ca. CHF 48.00 / EUR 48.00 
  • Kurztext
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  • Buchreihe

In diesem Band wird die Geschichte der administrativen Versorgung internierter Personen anhand der schriftlichen Spuren, die sie hinterlassen haben, aufgezeigt: Verhörprotokolle, Lebensgeschichten, in den Akten gefundene Briefe. Die Analyse dieser Ego-­Dokumente zeigt die schädlichen Auswirkungen der admi­nistrativen Versorgung auf: Gesundheits­schäden, Behinderung der körperlichen und geistigen Entwicklung und damit Verhinde­rung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit, Schwächung der Familienbande, soziale Entkopplung und Stigmatisierung.

Das Buch dokumentiert auch die Taktiken, die die internierten Personen entwickelten, um sich anzupassen und sich zu widersetzen. Diese Perspektive ist ein notwendiges Gegengewicht zum Diskurs der Behörden, die die Versorgung lange als Massnahme zur Umerziehung durch Arbeit und zur sozia­len Wiedereingliederung legitimiert haben. Die Stimme der internierten Personen wirft Fragen auf.

Wozu hat die administrative Versorgung gedient und warum wurde eine dermassen destruktive Massnahme so lange beibehalten?


est Dr en sciences sociales et collaboratrice scientifique de la CIE. Recherches socio-historiques sur les normes sociales relatives à la parentalité.


ist unabhängiger Historiker in Zürich, Mitglied und Forschungsleiter der UEK. Seit 1986 forscht er zum Umgang mit Jenischen, Sinti und Roma sowie zu fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wie Kindswegnahmen, Anstaltseinweisungen und Zwangssterilisationen in der Schweiz.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


studierte Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern, für die UEK tätig als Transkriptorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin.


est collaborateur scientifique à la CIE. Bachelor en sciences politiques de l’Université de Lausanne et Master migration et citoyenneté de l’Université de Neuchâtel. Actuellement doctorant à l'Université de Genève dans le cadre du PNR 76.

Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.