«... so wird man ins Loch geworfen»

Quellen zur Geschichte der administrativen Versorgung / Histoire de l’internement administratif: sources / Storia dell’internamento amministrativo: fonti

Texte deutsch, französisch und italienisch

Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 9
Gebunden
Erscheint im Juni 2019.
ISBN 978-3-0340-1519-6
ca. CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Der Quellenband der UEK veröffentlicht ausgewählte Texte administrativ Internierter und von Personen, die diese konzeptuell systematische, im Vollzug jedoch willkürliche Einsperrung von Menschen in Erziehungs-, Straf- und Zwangsarbeitsanstalten anordneten. Den Stimmen der Opfer dieser menschenrechtswidrigen Praxis gibt der in drei Landessprachen erscheinende Band besonderes Gewicht.
Die administrative Versorgung war von einer Zuchthausstrafe oft nur dadurch zu unterscheiden, dass sie nach behördlichem Belieben, ohne ordentliches Gerichtsverfahren verfügt wurde und nach Ermessen verlängert werden konnte. In Briefen an Behörden und Verwandte protestierten die administrativ Entrechteten gegen ihre Behandlung, Medienberichte und Lebenserinnerungen schildern die Entbehrungen und Schikanen, die sie erlitten. Die Quellen, die mit Kommentaren zum zeitlichen und sozialen Umfeld versehen sind, dokumentieren die Formen und den Vollzug dieses Unrechts, drücken Leid und Widerstand der Betroffenen aus und erzählen somit eine Geschichte der schweizerischen Gesellschaft von unten.
Probleme wie Armut, sexuelle Ausbeutung, Arbeitslosigkeit und lückenhafte Sozialgesetzgebung wurden von den Behörden marginalisiert oder ignoriert. Das oktroyierte Ziel der «Besserung» und die gleichzeitige Begründung des Zwangsregimes mit der «Unverbesserlichkeit» der Betroffenen nahm auf individuelle Lebenssituationen keine Rücksicht.


unabhängiger Historiker aus Zürich, befasst sich seit langem in verschiedenen Publikationen mit der Lage von Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz sowie mit fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wie Kindswegnahmen, Anstaltseinweisungen und Zwangssterilisationen; in der UEK fungierte er als Kommissionsmitglied und Forschungsleiter.


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docteure en sciences sociales. Ses précédentes recherches portent sur la sociologie et l'histoire de la parentalité et du genre. Au sein de la CIE, elle a assumé les fonctions de collaboratrice scientifique pour le présent volume et de co-rédactrice du volume de synthèse.


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historienne, professeure à l’Université de Fribourg et à l’Unidistance.ch. Ses recherches touchent à l’histoire de l’enfance et de la jeunesse, l’histoire du genre, la démographie, l’histoire des politiques de population et de sexualité. Au sein de la CIE, elle a assumé les fonctions de membre de la commission, co-vice-présidente, ainsi que chercheuse et coordinatrice pour le présent volume.


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Studium der Germanistik und Psychologie an der Universität Fribourg sowie Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern, für die UEK tätig als Transkriptorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin.


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titulaire d’un Bachelor en science politique de l’Université de Lausanne et d’un Master en sciences sociales de l’Université de Neuchâtel. En tant que collaborateur scientifique de la CIE, il a travaillé dans les archives et réalisé plusieurs entretiens.


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Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.