«Haltet gut Jontef und seid herzlichst geküsst»
Feldpostbriefe des Elsässer Juden Henri Levy von der Ostfront (1916–1918)
Gebunden
2014. 167 Seiten, 42 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1230-0
CHF 32.00 / EUR 29.00 
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Rund sieben Milliarden Feldpostbriefe und Postkarten schickten die Soldaten der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg nach Hause. Gut sechzig davon verfasste der junge Elsässer Kaufmann Henri Levy aus der Perspektive eines einfachen Soldaten an der Ostfront.
Als 24-jähriger Mann wurde Henri Levy in die königlich-preussische Armee eingezogen. An der Ostfront war er in den Jahren 1916–1918 als Krankenwärter im Feldlazarett und als Offizierskoch im Einsatz. Seine Feldpostbriefe an die Eltern berichten von den materiellen Bedürfnissen eines Frontsoldaten, den Schwierigkeiten eines traditionell-religiösen Juden im Armeedienst und vom zermürbend-banalen Kriegsalltag.
Feldpostbriefe und Postkarten sind seit längerer Zeit Forschungsthema in Fachkreisen. Sie bilden als Kontrast zur offiziellen und offiziösen Kriegspropaganda einen einzigartigen Quellenkörper. Obwohl inhaltlich und formal zumeist von einer frappanten Gleichförmigkeit, weisen sie aufgrund des sozialen und familiären Umfelds der Briefschreiber dennoch einen stark persönlichen Charakter auf.

Jg. 1965, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv Zürich und freischaffende Historikerin mit Schwerpunkt russische und jüdische Geschichte sowie Geschichte der ArbeiterInnen im 19. und 20. Jahrhundert.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt
Quellenkritische Bemerkungen
Feldpostbriefe als Forschungsgegenstand
Charakteristik von Feldpostbriefen
Die Briefthemen
Henri Levys Kriegsalltag
Die religiöse Praxis
Militärurlaub im Schatten des Abschiednehmens
Begegnung mit den Juden im Schtetl
Funktion der Feldpostnachrichten
Bleierne Gleichförmigkeit und doch individuell

Eine jüdische Biografie im Elsass
Historischer und soziokultureller Hintergrund
Das «Reichsland Elsass-Lothringen»
Die «Zabern-Affäre»
Die rechtliche Situation der Juden
Kriegsvorkehrungen
Die Familie des Kantors
Das Ende des Biesheimer Rabbinats
Henri Levy

Der Krieg bricht aus
Die Juden im Kaiserreich und der Erste Weltkrieg
Das Elsass im Krieg
Der Kriegsverlauf
Henri Levy rückt ein
Tagebuch vom 10. August bis 8. Dezember 1914
Verlegung an die Ostfront
Henri Levys Feldpostbriefe und Postkarten von der Ostfront
Formales zur vorliegenden Edition
Briefe und Postkarten 1916
Briefe und Postkarten 1917
Briefe und Postkarten 1918
Friedensverhandlungen

Henri Levys Leben nach dem Krieg
Neues Zuhause im Schweizer Mittelland
Flüchtlingshilfe

Pressestimmen
«Ein sorgfältig verarbeitetes, leicht lesbares Buch, das neben den Briefen auch zahlreiche Informationen zu den Juden im Elsass, ihrem Alltag im Militär und zur Geschichte der Familie Levy umfasst.» Lucien Fluri, Solothurner Zeitung