Schtetl an der Sihl
Einwanderung, Leben und Alltag der Ostjuden in Zürich 1880–1939
Veröffentlichungen des Archivs für Zeitgeschichte des Instituts für Geschichte der ETH Zürich, Band 2
Gebunden
1998. 305 Seiten, 30 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-905312-58-4
CHF 48.00 / EUR 29.00 
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Zwischen 1880 und 1939 emigrierten über drei Millionen Jüdinnen und Juden aus Polen und Russland bzw. der Sowjetunion. Auch die Schweiz und insbesondere die Stadt Zürich wurden für einen Teil der ostjüdischen Emigranten zur neuen Heimat. Bis 1939 erhielten rund eintausend ostjüdische Zuwanderer das Bürgerrecht der Stadt Zürich. In Aussersihl und Wiedikon bildete sich ein kleines Ostjudenviertel, wo bald Geschäfte mit ostjüdischem Angebot, Betstuben und ein reges Vereinsleben entstanden. Zahlreiche Künstler ostjüdischer Herkunft leisteten einen wichtigen Beitrag zum Kulturleben der Schweiz. Auch einige namhafte Vertreter der internationalen Arbeiterbewegung wie Pavel Axel'rod, Peter Pasternak, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches hielten sich vorübergehend in der Limmatstadt auf. Doch die ostjüdischen Zuwanderer wurden in Zürich oft nicht mit offenen Armen empfangen. Besonders bei der Einbürgerung legten ihnen die städtischen Behörden Steine in den Weg: Einbürgerungsgesuche von Ostjuden wurden mehr als doppelt so oft abgelehnt wie jene der anderen ausländischen Bewerber.
Dank einer systematischen Auswertung der Stadtratsprotokolle konnten erstmals Aussagen über die demographischen Merkmale der ostjüdischen Zuwanderer sowie ihr Alltagsleben in der Limmatstadt gemacht werden.

Jg. 1965, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv Zürich und freischaffende Historikerin mit Schwerpunkt russische und jüdische Geschichte sowie Geschichte der ArbeiterInnen im 19. und 20. Jahrhundert.


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