Medien, Technik, Wissenschaft
Wissensübertragung bei Robert Musil und in seiner Zeit
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen (ISSN 2504-1045), Band 17
Broschur
2011. 363 Seiten
ISBN 978-3-0340-1017-7
CHF 38.00 / EUR 28.00 
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  • Einblick
  • In den Medien
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In der Zeit zwischen 1900 und 1940, einer Epoche, in der sich die «hard sciences» revolutionieren, Kino, Schallplatte und Rundfunk zu Massenmedien entwickeln, kommt dem Thema «Wissensübertragung» besondere Brisanz zu. Literatur hat sich in Auseinandersetzung mit den neuen Medien und Techniken ihrerseits neu zu formieren und zu legitimieren. Wenn die Aufmerksamkeit in vorliegendem Band Robert Musil und seinem kulturellen Umfeld gilt, so vor allem deshalb, weil sich in seinem Werk die ästhetischen, epistemologischen und technologischen Energien seiner Zeit auf paradigmatische Weise verdichten. Musil verstand es, mit scheinbar disparaten Bereichen wie Logik und Emotionalität, Mathematik und Mystik zu experimentieren und im Blick auf jene «phantastische Genauigkeit», von der im «Mann ohne Eigenschaften» die Rede ist, disziplinäre Grenzen zu überschreiten. Den vielfältigen Verflechtungen dieser Bereiche, den komplexen Interferenzen von Wissen, Medien und Literatur, widmen sich die Beiträge dieses Bandes. Sie erhellen auf je unterschiedliche Weise Aspekte jenes Kontextes, in dem das Werk Robert Musils seinen Ort hat.

geb. 1967, Professor für Deutsche Literatur an der Leibniz Universität Hannover. Forschungsschwerpunkte: Kulturgeschichte des Wissens; Literatur und Wissenschaft; Verflechtungsgeschichte von Wissen und Ästhetik; gesellschaftliches Imaginäres und Kollektivphänomene; Massenkultur/Unterhaltung/Popularität.

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seit 2003 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte: Literatur(theorie) des 19. und
20. Jahrhunderts, Kulturtransfer und interdisziplinäre Fragestellungen, Literaturkritik.


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Artikel
  • Einleitung
  • Ethno-Poetologie
  • Verbindungen, Vorverbindungen. Zur Poetik der «Partizipation» (Lévy-Bruhl) bei Musil
  • Zusammenfliessende Eichhörnchen. Über Lucien Lévy-Bruhl und die Ethnologie-Rezeption Robert Musils
  • «Mutterrecht» im «Mann ohne Eigenschaften»
  • Mediale Konstellationen, mögliche Welten
  • Alterität, Aura, Präsenz. Mediale Konstellationen bei Hofmannsthal, Musil und Benjamin
  • In bed with Gerda. Musils klinischer Blick und das Kino
  • Technopoetische Bilder in Musils «Mann ohne Eigenschaften»
  • Denkraum, Leibraum, Diskursraum. Musils dynamische Architekturen
  • Epistemologie im Dazwischen
  • Poesie der Grammatik. Texturen des Geistes im «Mann ohne Eigenschaften»
  • Massen-Übertragung
  • Augen und Blicke. Robert Musils Tierbilder
  • Unter Beobachtung. Robert Musils «Tierleben»
  • Robert Musil und das «Theorem der menschlichen Gestaltlosigkeit»
  • Wahr-Falsch-Spiele und andere Sprachspiele. Übertragbarkeit des Wissens bei Musil und Wittgenstein
  • Schreiben(d) Übertragen
  • «Ein Gleichgewicht ohne festen Widerhalt, für das wir noch keine rechte Beschreibung gefunden haben». Robert Musils «anderer Zustand» als Ort der Wissensübertragung
  • Musils Umkodierungen. Wissenstransfer im Schreibfeld als Form der Intertextualität
  • Ideale Gegnerschaft. Musil, Handke und das Wissen (in) der Literatur

Pressestimmen
«Aus der stetig steigenden Flut der Publikationen über Musil ragt dieser Band dadurch heraus, dass sämtliche Beiträge von hoher wissenschaftlicher Qualität sind. […] Überzeugend belegt der Band, wie sehr Fragen der Wissensübertragung die methodische Diskussion über die Wissenspoetik im Allgemeinen und die Auseinandersetzung mit Musil im Besonderen anzuspornen vermögen.» Roland Innerhofer, Musil Forum

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.