Das Authentische
Referenzen und Repräsentationen
Gebunden
2009. 360 Seiten, 37 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0850-1
CHF 48.00 / EUR 31.00 
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Authentizität ist in den letzten Jahren zu einem Schlagwort von herausragender und zugleich höchst umstrittener Bedeutung geworden. Von den Wissenschaften über die Künste, von den Medien über die Werbung bis hin zu alltäglichen Situationen figuriert der Hinweis auf Authentizität als Akt der Beglaubigung. Was authentisch ist, lässt sich inhaltlich dabei kaum eindeutig fassen. Gerade diese Offenheit aber macht die Attraktivität des Begriffs aus und begründet seine nahezu uneingeschränkte Anwendbarkeit. Die vorliegende Arbeit unterzieht den vielfach ideologisch verwendeten Begriff des Authentischen einer Analyse, die zu einer grundsätzlichen Reflexion über das Funktionieren von Wahrheit in der Moderne führt. Historische Perspektiven und aktuelle Fallbeispiele kommen dabei gleichermassen zur Sprache. Gezeigt wird, wie Authentizität als Wahrheitsdiskurs in unterschiedlichen Dis-ziplinen, Medien und Praktiken funktioniert.
Wie wird im Zeichen von Authentizität Wahrheit durchgesetzt? Wer legitimiert mit welchem Recht und mit wel-chem moralischen Anspruch seine Wahrheit als die «richtige»? Antworten auf diese Frage geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen. Das Spektrum reicht von der Literaturwissenschaft über die Kunstgeschichte, Philosophie, Judaistik, Psychologie, Sprachwissenschaft, Mediävistik und Soziologie bis hin zur Neuropsychologie. Thematisch decken die Beiträge ein Feld ab, das sich von der Säkularisierung zur Kulturkritik der Moderne, von der Ästhetik der digitalen Netzkunst zur aktuellen Hirnforschung erstreckt.

Ursula Amrein ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur, Universität Zürich. Buchpublikationen u.a.: «Los von Berlin!» Die Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich» (2004). – Phantasma Moderne. Die literarische Schweiz 1880–1950 (2007). – (Hrsg.) Das Authentische. Referenzen und Repräsentationen (2009).


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Einleitung
  • I. Wirklichkeiten
  • Lesen wie die Vögel picken. Das Reale in der Literatur, unter besonderer Berücksichtigung von Gerhard Richters »War Cut«
  • Aussicht auf digitale Authentizität. Monica Studer und Christoph van den Bergs Projekt »Vue des Alpes«
  • Der Authentizitätsdiskurs der literarischen Moderne. Von Heinrich Heine bis Hubert Fichte, mit einem einleitenden Exkurs zum »Literarischen Quartett«
  • Vergegenwärtigen und verkünden. Zur Kulturalität von Authentizitätsinszenierungen in Fernsehnachrichten
  • II. Autorenschaft
  • Der reine Wortlaut und die Schrift. Gedanken zum Problem des authentischen Textes in der Editionsphilologie
  • Übersetzung und Authentizität. Theoretische Ansätze im Vergleich und Beispiele aus Paul Celans Übersetzungswerk
  • Appropriation. Die Authentizität der Kopie
  • Literatur im »Zitatenteich«. Thomas Bernhards »Alte Meister«
  • III. Glaubwürdigkeit
  • Die Authentizität der Traummitteilung
  • Rolle, Maske, Person oder: echt falsch. Über den vieldeutigen Ausdruck »Authentizität«
  • Neuropsychologische Ansichten zur Authentizität
  • Was sind und was sollen die unechten Gefühle?
  • IV. Schrift und Offenbarung
  • Umschreibungen. Walter Benjamins authentisches Scheitern an Kafka
  • »Die Linse der Gotteserkenntnis im Auge«. Zur Darstellung des Sakralen in Else Lasker-Schülers »Das Hebräerland«
  • Ereignis und Wahrheit. Authentisierungsstrategien inspirierter Rede in Mechthilds von Magdeburg »Das fließende Licht der Gottheit«
  • V. Kulturkritik
  • Automaten-Liebe. Die Sehnsucht nach dem Unendlichen und die Aporie der romantischen Liebe
  • Monte Verità – Berg der Wahrheit. Auf der Suche nach dem authentischen Leben im Tessin
  • Authentizität im kulturellen Kapitalismus. Gedanken zur »konsumistischen« Subjektformation der Gegenwart
  • Kulturkritik im Zeichen des Authentischen. »Die Fehler des Kopisten« von Botho Strauß