Visibilität des Unsichtbaren
Sehen und Verstehen in Mittelalter und Früher Neuzeit
Broschur
2011. 192 Seiten, 40 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1068-9
CHF 38.00 / EUR 29.00 
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  • In den Medien
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Neben dem Medium der Schrift rücken visuelle Medien in der kulturwissenschaftlichen Analyse von Machtverhältnissen und ihrer Legitimation in der Vormoderne immer stärker ins Zentrum der Untersuchungen. Die interdisziplinären Beiträge dieses Bandes fragen danach, in welchem Verhältnis wissen, sehen, imaginieren, verstehen und erkennen in unsichtbaren Prozessen von Machterhaltung und bei der Kommunikation von – realen und imaginierten – Geltungsansprüchen zueinander stehen, und gehen dem Ordnungscharakter des Sichtbaren bzw. Visiblen in sozialen Räumen nach.
Die Autorinnen und Autoren arbeiten dabei mit der Grundannahme, dass sehen nicht nur die Fähigkeit zur sinnlichen Wahrnehmung umfasst, sondern zugleich eines hermeneutischen Prozesses bedarf, damit das Gezeigte auch als das Gezeigte gesehen – verstanden – wird. Sehen wird somit zu einem kulturell an(zu)eignenden Akt. Damit werden äussere wie innere Bilder polysemiotisch und die zunächst behauptete Eindeutigkeit wird zur Vieldeutigkeit.
Die Wahrnehmung der Visibilität des Unsichtbaren ist also als ein komplexer Prozess des Verstehens und Erkennens gefasst, der hier in sieben Einzeluntersuchungen aus historischer, germanistischer, kunsthistorischer und theo­logischer Perspektive exemplarisch analysiert wird.
Anja Rathmann-Lutz ist Historikerin und Kunsthistorikerin. Seit 2005 arbeitet sie als Assistentin am Historischen Seminar der Universität Basel. 2010 ist ihre Dissertation «Images» Ludwigs des Heiligen im Kontext dynastischer Konflikte des 14. und 15. Jahrhunderts erschienen. Sie forscht an einem Habilitationsprojekt zur «Wahrnehmung von Veränderung im Hochmittelalter».

Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Visibilität des Unsichtbaren – eine Einleitung
  • «von dem ritter der dem andern solt volgen da er hien fúre». Über die Sichtbarkeit von Spuren im ‹Prosa-Lancelot›
  • Kirchenräume schaffen, Kirchenräume erhalten. Kirchengebäude als heilige Räume in der Karolingerzeit
  • Die Aufhebung der Sichtbarkeit. Der Schatz der Sancta Sanctorum und die Modi seiner visuellen Inszenierung
  • «Calamo et atramento posteritati memorie reservare». Kunstbeschreibung als Instrument zur Rechtssicherung in Saint-Denis, Stablo und San Clemente in Casauria im 12. Jahrhundert
  • Herrschaft als Rollenspiel. Zur Genese allegorischer Darstellungsverfahren im Spätmittelalter
  • Übernehmen, übertragen, verschweigen. Zur Nutzung von Bildwissen im England des frühen 14. Jahrhunderts
  • Ecclesia und Synagoge. Allegorie zwischen heilsgeschichtlichem Machtanspruch und christlichem Identitätskonflikt

Pressestimmen
«This volume is a model for multidisciplinary collaboration and contributes substantially to the broader debate on medieval visual culture.» Kathryn Starkey, A Journal of Germanic Studies