Der Völkermord an den Armeniern, die Türkei und Europa
The Armenian Genocide, Turkey and Europe
Broschur
2006. 240 Seiten
ISBN 978-3-0340-0789-4
CHF 38.00 / EUR 34.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
Der Völkermord an den Armeniern ist eines der international brisantesten Geschichtsthemen. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler thematisieren in diesem Band den Stand der Forschung, die Erschliessung neuer Quellen und den historiographischen Umgang mit diesem Thema. Es geht dabei um den gesellschaftspolitischen Stellenwert der historischen Forschung, die Verantwortung Europas und die Bedeutung der Menschenrechte. Die Autorinnen und Autoren loten verschiedene, auch literarische Zugänge zu einem Trauma aus, für das noch keine gemeinsame Sprache gefunden werden konnte. Die offizielle Türkei weigert sich bis heute, die historische Verantwortung für die Vernichtung ihrer damaligen osmanischen Mitbürger wahrzunehmen. In letzter Zeit aber, im Zusammhang mit der Annäherung an Europa, sind die Dinge in Bewegung geraten. Vermehrt melden sich Stimmen aus der Türkei zu Wort, die die alten Tabus und Denkverbote ablehnen und eine kritische Aufarbeitung der Geschichte in Angriff genommen haben.

The Armenian genocide is one of the most explosive historical topics internationally. In this book reputed scholars examine the state of research, explore new sources and reflect on the historiography of the event. They discuss the place of human rights, Europe's responsibility, and the political status of historical research. The authors employ different approaches, including literary ones, to study a trauma for which a common language has not yet been found. Until today Turkish officialdom has refused to take responsibility for the mass destruction of its own citizens during World War I. Recently however, in the context of Turkey's efforts to join the EU, things have started to move. More and more intellectuals from Turkey openly refuse old taboos and bans on free thought, promoting a critical revision of Turkey's most traumatizing period.


Dr. Hans-Lukas Kieser ist Titularprofessor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich und Präsident der Stiftung Forschungsstelle Schweiz-Türkei. Er hat sich mit seinen Forschungen als Experte des nahöstlichen Umbruchs am Ende der osmanischen Ära einen Namen gemacht. Mehrere seiner Publikationen wurden ins Türkische und Kurdische übersetzt.

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Artikel
  • Einleitung: Der Völkermord an den Armeniern, die Türkei und Europa
  • Das Jahr 2005: ein Meilenstein in der Debatte in der Türkei über das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich 1915/16?
  • What Questions Should We Be Asking Today?
  • Armenians, Turks, and Europe in the Shadow of World War I: Recent Historiographical Developments
  • Hiérarchie des sources et problématiques nouvelles dans la recherche autour du génocide des Arméniens ottomans
  • Center and Periphery in the Armenian Genocide: The Case of Diyarbekir Province
  • 1915 dans la littérature arménienne: Le Golgotha arménien de Grigoris Balakian
  • The Protracted Purging of the Tyranny of Nationalism: Turkish Egodocuments and the Possibilities of Armenian-Turkish Reconciliation
  • In Search of Silenced Grandparents: Ottoman Armenian Survivors and Their (Muslim) Grandchildren
  • Deutsche Juden und der Völkermord an den Armeniern: Die Reaktion der deutschen Juden auf die Verfolgung der Armenier von 1896 bis 1939
  • Max Erwin von Scheubner-Richter: The Personal Link from Genocide to Hitler
  • Zur Strafbarkeit von Genozidleugnung vor dem Hintergrund der Genozide im Ersten und im Zweiten Weltkrieg
  • Der Historiker und der Richter: Der Genozid an den Armeniern und die Genozidforschung aus rechtlicher und geschichtswissenschaftlicher Sicht
  • Der Auftakt zum Jahrhundert des Völkermordes und die Würde des Menschen
  • Historiker im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Moral: Die Konferenz in Basel – Versuch einer Einordnung und Bilanz