Verschwörung! – Conspiration!
Traverse 2004/3
Traverse. Zeitschrift für Geschichte – Revue d’histoire. ISSN 1420-4355, Band 33
Broschur
2004. 192 Seiten
ISBN 978-3-905315-33-2
CHF 28.00 / EUR 18.80 
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Im Verlauf der Geschichte wurde regelmässig auf den Vorwurf der Verschwörung zurückgegriffen, um krisenhafte Ereignisse und Umbrüche als Folge intentionalen Han-delns verborgener, manipu-la-tiver Akteure zu begreifen und diese als Gegner zu entlarven.
Das Heft enthält Beiträge, die Aspekte, Erscheinungsformen und Funktionen von Ver-schwö-rungs-theorien seit dem 17. Jahrhundert aufzeigen und befragen.
Entsteht die moderne, rein innerweltliche Verschwörungstheorie aus dem Geist der Aufklärung und als Reaktion darauf (als Gegenaufklärung), die in mannigfachen Erscheinungsformen bis in unsere Zeit hineinreicht, so zeigt der Blick auf eine umstrittene, mit religiösem Sentiment aufgeladene Thronnachfolge im England des 17. Jahr-hunderts, dass Gerücht und Kon-spirationstheorie auch in vormoderner Zeit durchaus breitenwirksam waren. Die unterschiedlichen Kontexte, in denen Täter und Opfer, Herrschende und Bevölkerung, Staatsdiener und Bürger, Arbeiterschaft und Unternehmer, Minderheiten und Mehrheiten von verschwö-rungs-theoretischen und Sündenbock-Diskursen betroffen waren, zeigen einerseits diese Ubiquität auf, machen andrerseits aber auch deutlich, dass der Vorwurf der Verschwörung nicht a priori diskreditiert, sondern in seiner Erkenntnis befördernden Spezifität historisch differenziert geprüft werden muss.


Henry M. Taylor * 1965 (GB), Dr. phil., Research Fellow. Studium der Filmwissenschaft, Geschichte und Verlagswissenschaft an den Universitäten Kent/Canterbury, Stirling (GB) und Zürich. Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich. Seit Oktober 2003 Leiter des Nationalfonds-Forschungsprojekts “Verschwörung und Angstlust. Zur Theorie und Geschichte des Paranoia-Films”. Daneben freie publizistische und übersetzerische Tätigkeit (E/D).

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Katja Hürlimann, Dr. phil., Historikerin, arbeitet als Mittelschullehrerin und freischaffende Historikerin, zur Zeit Projektleiterin Luzerner Kantonsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Schweizer Geschichte, Historische Kriminalitätsforschung, Wald- und Forstgeschichte, Umweltgeschichte.

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Cette revue bilingue se définit comme un forum pour les historiennes et historiens suisses et s’efforce de dépasser les frontières nationales et entre les disciplines. «Traverse» est non seulement une revue d’histoire mais aussi un organe qui offre à tout public intéressé une entrée dans la recherche historique récente et apporte sa contribution à des débats de société. La revue favorise en particulier la publication de jeunes chercheuses et chercheurs.