Zeiterfahrungen – Expériences de temps
Beschleunigung und plurale Temporalitäten – Accélération et temporalités plurielles
Traverse 2016/3
Traverse. Zeitschrift für Geschichte – Revue d’histoire. ISSN 1420-4355, Band 2016
Broschur
2016. 176 Seiten, 14 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-905315-69-1
CHF 28.00 / EUR 24.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • Buchreihe
  • Service
Diagnosen von Modernität treten nicht selten im Kleid von Beschleunigungsdiskursen auf. Ob von der «Tempogesellschaft», der «Gegenwartsschrumpfung» oder der «Verflüssigung des Raums» die Rede ist: immer ist es die Wahrnehmung einer beschleunigten Dynamik des sozialen Wandels, welche den Subtext für zeitdiagnostische Metaphern liefert. In diese Beschleunigungsmetaphern fliessen nicht zuletzt Erfahrungen des Lebensalltags ein, denn das ambivalente Gefühl, für viele Dinge im Leben keine Zeit mehr zu haben, obwohl wir gleichzeitig immer mehr Zeit zu gewinnen scheinen, unterfüttern jene Thesen, welche die Wahrnehmung von Beschleunigung als eine der konstitutiven Grunderfahrungen der Moderne darstellen. Mit dem vorliegenden Heft soll dieses Paradigma in historischer Perspektive problematisiert werden. Die versammelten Beiträge befassen sich unter anderem mit zeitlichen Klassifizierungspraktiken in der frühen Neuzeit, mit Beschleunigungsdiskursen und Zeiterfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert, mit den spezifischen Eigen-Zeiten im Kontext kriegerischer Auseinandersetzungen sowie mit zentralen Temporalbegriffen wie Modernisierung oder Fortschritt.
Artikel
  • Schwerpunkt / Dossier thématique
  • Einleitung. Beschleunigung und plurale Temporalitäten – Introduction. Accélération et temporalités plurielles
  • Eigene und fremde Zeiten im 16. Jahrhundert
  • Geschwindigkeit, Ordnung, Simultanität. Perspektiven auf Zeiterfahrung und Geschichtsbewusstsein in der Moderne
  • Beschleunigung im langen 19. Jahrhundert. Einheit und Vielfalt einer Epochenkategorie
  • «You can see here the acme of modern progress». Popularisierung und Rezeption von Zeitwissen auf der «World’s Columbian Exposition» 1893 in Chicago
  • Tagebuchschreiben als Zeitpraxis. Kriegstagebücher im Ersten Weltkrieg
  • Totgesagt und nicht gestorben. Die Persistenz des Fortschritts im 20. und 21. Jahrhundert
  • Gebannte Beschleunigung. Rennautos, Fotografie und die Paradoxien der stillgelegten Geschwindigkeit
  • Porträt / Portrait
  • 50 Jahre Archiv für Zeitgeschichte
  • Dokument / Document
  • Das «Livre d’Or». Ein Sammelsurium aus dem Leben der Künstlerin Mathilde de Weck (1870–1953)

Einzelheft CHF 28 / EUR 24
Jahresabonnement CHF 75 / EUR 60
Abo für Studierende CHF 54 (nur in der Schweiz)

Die zweisprachige Zeitschrift versteht sich als Forum der Geschichtsforschenden in der Schweiz mit einem Horizont, der über Landes- und Fachgrenzen hinausreicht. «Traverse» ist sowohl eine historische Fachzeitschrift als auch ein Organ, das einem interessierten Publikum Einblick in aktuelle historische Forschung gib und deren Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Fragen diskutiert. Zudem versteht sich die Zeitschrift auch als Publikationsorgan für jüngere Forschende.

Cette revue bilingue se définit comme un forum pour les historiennes et historiens suisses et s’efforce de dépasser les frontières nationales et entre les disciplines. «Traverse» est non seulement une revue d’histoire mais aussi un organe qui offre à tout public intéressé une entrée dans la recherche historique récente et apporte sa contribution à des débats de société. La revue favorise en particulier la publication de jeunes chercheuses et chercheurs.