Literatur und Medizin
Broschur
2005. 248 Seiten
ISBN 978-3-0340-0721-4
CHF 38.00 / EUR 24.80 
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  • Einblick
Gesundheit, Krankheit, Leiden, Heilung und Tod sind die «grossen Szenen» der Conditio humana. Zeugen dieser Phänomene sind die Ärzte - aber auch Schriftstellerinnen und Dichter. Literarische Schilderungen spiegeln die menschliche Wirklichkeit wider und deuten sie symbolisch.
Zwischen Literatur und Medizin bestehen mannigfache Interaktionen. Dichtung kann auf die Heilkunde einwirken. Durch die Auseinandersetzung mit Literatur gewinnt der Leser Anregungen für seine eigene Auffassung der Szenen des menschlichen Lebens. Hier findet er auch Konzepte der Behandlung und einer heilsamen Beziehung zwischen Arzt und Patient. Durch Lektüre lernen Ärztinnen und Ärzte das Hinhören. Hier liegt die Essenz eines fruchtbaren Arzt-Patienten-Verhältnisses. Der Mediziner vermag durch geeignete Literatur die menschliche und kommunikative Kompetenz seines Arztseins zu fördern. Lesen und Geschichtenerzählen können eine heilende Wirkung entfalten.
Drei Themenkomplexe werden behandelt: Der erste Teil ist Goethe und Thomas Mann gewidmet. Die Beziehung dieser Dichter zur Medizin ist intensiv, ihre Verflochtenheit mit Krankheit und Heilung mannigfaltig, ihr Nachdenken über Gesundheit, Krankheit, Leiden und Tod tiefgründig, ihr Verhältnis zu den Ärzten - bei aller Ambivalenz - meist vertrauensvoll.
Die Poesie- und Bibliotherapie bildet das zweite Hauptthema. In einer seiner letzten Schriften bezeichnet der krebskranke Dichter W. M. Diggelmann das Geschichtenerzählen und Lesen als «Waffe gegen die Krankheit». Um «Dichterärzte» geht es im dritten Teil. Als markanter Repräsentant der zahlreichen Dichterärzte der Weltliteratur kommt Gottfried Benn zur Sprache und Schweizer Schriftstellerärzte melden sich mit Lesungen aus eigenen Werken.
Für den interdisziplinären Gedankenaustausch konnten Referentinnen und Experten aus dem In- und Ausland gewonnen werden.



Prof. Dr. med. Peter Stulz: Chefarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie, Kantonsspital Luzern, Vorsitzender der Arbeitsgruppe «Interdisziplinäres Forum Kantonsspital Luzern».

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Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt
Klara Obermüller: Der Mensch in seiner ganzen Schwäche - Gedanken zum Verhältnis von Literatur und Medizin
Henriette Herwig: Heilkundliches in Goethes «Wilhelm Meister»
Frank Nager: Das Herz bei Goethe
Peter Heusser. Goethes Wissenschaftsmethode und die moderne Medizin
Margrit Wyder: «Es wird ein Mensch gemacht» - Faust II und Frankenstein
Dietrich von Engelhardt: Krankheit und Heilung bei Thomas Mann
Joseph Bättig: Ärzte im Werk von Thomas Mann
Thomas Sprecher: Thomas Mann als Patient
Arnaldo Benini: Die Faszination des Todes bei
Thomas Mann aus der Sicht eines Arztes
Anja Burr-Nevanlinna: Was ist Poesie- und Bibliotherapie - Eine kurze Einführung
Peter Grob: Bibliotherapie in der ärztlichen Praxis
Heidi Sprenger: Märchen in der Begleitung von Patientinnen mit Esstörungen
Anja Burr-Nevenlinna: Über die therapeutische Wirkung der poetischen Sprache bei Trauernden
Wilhelm Berges: Gottfried Benn - Durch so viele Formen geschritten ...
Françoise Verrey Bass: Die Association suisse des écrivains médecins (ASEM) und die Union mondiale des écrivains médecins (UMEM)
Eduard Kloter: Gedanken-Plätscher im Urner
Thomas Ruder: Prosa und Lyrik


Artikel