Des lois d’exception? / Sondergesetze?

Légitimation et délégitimation de l’internement administratif
Legitimierung und Delegitimierung der administrativen Versorgung

Texte deutsch, französisch oder italienisch

Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 3
Halbleinen
2019. 512 Seiten
ISBN 978-3-0340-1513-4
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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En Suisse, jusqu’en 1981, un arsenal légal permettait d’enfermer des personnes dont les comportements étaient jugés déviants des normes dominantes en matière de travail, de famille ou de sexualité. Sous prétexte de réguler les coûts de l’assistance comme de protéger l’ordre et la morale publics, l’internement administratif excluait ces individus du droit commun. Cet ouvrage explicite les conditions politiques, sociales et scientifiques qui ont permis l’édiction, la perduration, puis l’abrogation de bases légales matérialisant des tensions et des contradictions entre État de droit, justice et liberté personnelle.

In der Schweiz ermöglichte es bis 1981 ein rechtliches Instrumentarium, Personen wegzusperren, deren Verhalten als von den vorherrschenden Normen hinsichtlich Arbeit, Familie oder Sexualität abweichend angesehen wurde. Unter dem Vorwand, die Kosten der Fürsorge zu regeln und die öffentliche Ordnung und Moral zu schützen, schloss die administrative Versorgung diese Personen vom gemeinen Recht aus. Dieses Buch beleuchtet die politischen, sozialen und wissenschaftlichen Bedingungen, die es ermöglicht haben, solche Rechtsgrundlagen zu schaffen, zu erhalten und letztlich aufzuheben. Dabei werden Spannungen und Widersprüche zwischen Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit und persönlicher Freiheit sichtbar.


est docteure ès Lettres de l’Université de Lausanne. Dans une perspective d’histoire sociale et culturelle des sciences, ses recherches soumettent à l’analyse critique la production de savoirs actifs dans le façonnage et l’administration de catégories d’individus hiérarchisées. Elle était directrice de recherche de la CIE internements administratifs.


ist Historikerin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin der UEK Administrative Versorgungen. Sie beschäftigte sich in ihrer Dissertation mit den Lebenswegen ehemaliger Nonnen nach der Klosteraufhebung. Zurzeit arbeitet sie an verschiedenen Forschungs- und Publikationsprojekten zur Aufarbeitung der Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz.


Aufsätze im Chronos Verlag


est docteur ès Lettres de l’Université de Genève (histoire moderne) et est spécialiste en histoire sociale, politique et culturelle de la justice. Il est actuellement impliqué dans diverses recherches autour de la thématique de l’assistance et de la coercition en Suisse (XVIIIe–XXe siècles). Il était collaborateur scientifique de la CIE internements administratifs.


Aufsätze im Chronos Verlag


studierte Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Universität Freiburg (Schweiz). Als wissenschaftliche Mitarbeiterin forschte sie für die UEK Administrative Versorgungen.


Bücher im Chronos Verlag


studierte Rechtswissenschaft an der Universität St. Gallen und doktoriert seit 2015 am Lehrstuhl von Prof. Dr. Lukas Gschwend. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der UEK Administrative Versorgungen.

Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.