Des lois d’exception ? / Sondergesetze?

Légitimation et délégitimation de l’internement administratif
Legitimierung und Delegitimierung der administrativen Versorgung

Texte deutsch, französisch oder italienisch

Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 3
Halbleinen
Erscheint im Mai 2019. ca. 448 Seiten
ISBN 978-3-0340-1513-4
ca. CHF 48.00 / EUR 48.00 
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In der Schweiz ermöglichte es ein rechtli­ches Instrumentarium bis 1981, Personen aus sozialprophylaktischen Gründen jen­seits des Legalitätsprinzips die Freiheit zu entziehen. Diese Anlage der administrativen Versorgung bewirkte eine Diskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern: Personen, die als randständig galten und deren Le­bensweise gegen die herrschenden Normen bezüglich Arbeit, Familie oder Sexualität verstiess, wurden vom gemeinen Recht ausgeschlossen.

Dieses Buch behandelt die über hundertjährige Rechtsgeschichte der administrativen Versorgung in der Schweiz. Es legt die politischen, sozialen und wissenschaftlichen Schichten frei, die sich in den Gesetzen zur administrativen Versorgung ablagerten, und gleichzeitig die Spannungen und Widersprüche, die diese Gemengelage erzeugte. Anhand von Fall­studien werden die Logiken bei der Einfüh­rung der administrativen Versorgung sowie die Bedingungen für deren Fortbestand und Aufhebung aufzeigt.


est docteure ès Lettres de l’Université de Lausanne. Dans une perspective d’histoire sociale et culturelle des sciences, ses recherches soumettent à l’analyse critique la production de savoirs actifs dans le façonnage et l’administration de catégories d’individus hiérarchisées. Elle était directrice de recherche de la CIE internements administratifs.


ist Historikerin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin der UEK Administrative Versorgungen. Sie beschäftigte sich in ihrer Dissertation mit den Lebenswegen ehemaliger Nonnen nach der Klosteraufhebung. Zurzeit arbeitet sie an verschiedenen Forschungs- und Publikationsprojekten zur Aufarbeitung der Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz.


Aufsätze im Chronos Verlag


est docteur ès Lettres de l’Université de Genève (histoire moderne) et est spécialiste en histoire sociale, politique et culturelle de la justice. Il est actuellement impliqué dans diverses recherches autour de la thématique de l’assistance et de la coercition en Suisse (XVIIIe–XXe siècles). Il était collaborateur scientifique de la CIE internements administratifs.


Aufsätze im Chronos Verlag


studierte Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Universität Freiburg (Schweiz). Als wissenschaftliche Mitarbeiterin forschte sie für die UEK Administrative Versorgungen.


Bücher im Chronos Verlag


studierte Rechtswissenschaft an der Universität St. Gallen und doktoriert seit 2015 am Lehrstuhl von Prof. Dr. Lukas Gschwend. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der UEK Administrative Versorgungen.

Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.