Chorherr Leonhard Brennwald (1750–1818)

Ein Zürcher schreibt Tagebuch in unruhigen Zeiten

Gebunden
2019. 160 Seiten, 5 Abbildungen s/w., 8 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1492-2
CHF 32.00 / EUR 32.00 
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Das ausgehende Ancien Régime der Schweiz erhielt durch die Französische Revolution starke Impulse. Diese wurden freilich von den verschiedenen Akteuren in Zürich und anderswo sehr unterschiedlich aufgenommen. Vor allem Vertreter der Landschaft sahen in den Entwicklungen deutlich mehr Chancen als die Vertreter der bisher regierenden Stadt. Diese Polarisierung zeichnet indessen ein zu einfaches Bild.
Die Tagebuchaufzeichnungen des Zürcher Pfarrers und Chorherrn Leonhard Brennwald – Zeitgenosse der grossen europäischen Umwälzungen der französischen und auch der helvetischen Revolution – ergänzen und differenzieren dieses Bild. Über 5000 Folioseiten schrieb er in den Jahren 1795–1812. Seine Tagesnotizen sind vielfältig, berühren sowohl Fragen der Welt- als auch der Zürcher Geschichte, nennen Freuden und Sorgen der Landbevölkerung, insbesondere in den von ihm betreuten Gemeinden des Zürcher Unterlandes sowie des Knonauer Amts. Er hatte keinen entscheidenden Anteil an den politischen Ereignissen jener Jahre – dem Übergang vom Ancien Régime zur modernen Gesellschaft, der in mehreren Schüben erfolgte –, war aber ein interessierter, gut informierter und reflektierender Beobachter. Politische Ereignisse finden in seinen Aufzeichnungen ebenso einen Niederschlag wie der Gedankenaustausch mit zahlreichen Gesprächspartnern seiner Umgebung.
Sebastian Brändli leistet mit dieser Biografie einen Beitrag zum Verständnis der lokalen und regionalen Geschichte und zur Mentalitäts- und Alltagsgeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts in der Schweiz.

Sebastian Brändli ist promovierter Historiker der Universität Zürich. Seine Forschungen gelten der Sozial- und Kulturgeschichte von Bildung und Wissenschaft sowie der Zürcher Landesgeschichte. Nach Studium und Assistenz am Historischen Seminar UZH war er zehn Jahre Stabschef im Erziehungsdepartement Aargau, dann Generalsekretär des ETH-Rates; seit 2005 ist er Chef des Hochschulamtes Zürich.


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Pressestimmen

«Brändlis Darstellung ist eine im im lokal- und regionalgeschichtlichen Kontext verortete und verankerte Biografie, die in diesem Rahmen ein überzeugendes Bild des Chorherren Brennwald zu vermitteln vermag. [...] Der schlanke, elegante Band wird ergänzt durch eine kurze Zeittafel und ein dreiseitiges Glossar zu ‹Institutionen, Ämtern und Ereignissen›.»

Vollständige Rezension

sehepunkte 19 (2019), Nr. 9, 15. September 2019, Kaspar von Greyerz

«Leonhard Brennwald (1750–1818) war Pfarrer in Maschwanden und später am Grossmünster in Zürich. Seine Tagebuchaufzeichnungen geben ein spannendes Bild über die Zeit der grossen europäischen Umwälzungen, der französischen und auch der helvetischen Revolution.»

Anzeiger Bezirk Affoltern, 22. März 2019, Thomas Stöckli

«Von 1795 bis 1812 führte [Leonhard Brennwald] tagtäglich ein gescheites, reflektierendes und rücksichtslos lebensnahes Tagebuch - über 5000 Folioseiten: ‹Nulla dies sine linea› - lass keinen Tag vergehen ohne etwas geschrieben zu haben.»

Altstadt-Kurier, 14. März 2019, Esther Scheidegger