Wie über Wolken
Jüdische Lebens- und Denkwelten in Stadt und Region Bern, 1200–2000
Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz, Band 16
Gebunden
2014. 527 Seiten, 69 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1219-5
CHF 58.00 / EUR 52.00 
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Der bildhafte Titel dieses Buches ist einem Brief der Lyrikerin Else Lasker-Schüler aus den 1930er Jahren entnommen und schildert ihre hohe Stimmung beim Flanieren durch die ruhige Stadt Bern. «Solche Spaziergänge, schwebend, lassen das Leben ertragen», schreibt sie weiter. Dass das Leben zu ertragen sei, ja mitunter «stratosphärisch» leicht sich anfühle, verweist jedoch auch auf die Lasten und die Bedrängnis jener Jahre, die Anfechtungen, denen Juden und Jüdinnen vielerorts in Europa ausgesetzt waren.
Der Titel verdeutlicht, dass hier Texte versammelt sind, die ein breites Spektrum an jüdischen Erfahrungen, Denkvorgängen und Erinnerungsfiguren aus verschiedenen Epochen dokumentieren: vom mittelalterlichen Privileg über die stigmatisierende Ausschliessung bis zur gewaltsamen Vertreibung, von der bürgerlichen Emanzipation im 19. Jahrhundert über die Ohnmacht während der Zeit der Schoah bis zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung der jüdischen Religionsgemeinschaft.
Durch die Verbindungen jüdischer Intellektueller mit Bern ergeben sich Einblicke in Sternstunden des europäischen Geisteslebens. Die jüdische künstlerische und politische Moderne war geprägt von Aufbruchstimmung und Exilerfahrung.
Für viele wurde Bern zum Ort, wo ihr Traum vom Studium in Erfüllung ging. Und immer wieder spiegelt das Bild von der Wolkenstadt den Wechsel des Klimas: zwischen Judenhut und Alpenparadies, Schwermut und Traumhaftigkeit, Eigensinn und Höhenflug, Bangen und Bürgerlichkeit, liberalem Empfinden und Streben nach sozialer Beteiligung.

ist Branco-Weiss-Professor für Kulturanthropologie und Ordinarius für Jüdische Geschichte und Kulturen der Moderne an der Universität Basel.

Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


ist Professor für Judaistik am Institut für Judaistik und am Institut für Klassische Philologie der Universität Bern.

Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Judenhut und Alpenparadies – Anlässe, Situierungen und Quellen dieses Buches
  • Mittelalterliche Spuren
  • Zwischen Privileg und Gewalt. Juden in Bern, 1200–1800
  • Berner Verordnungen von 1781 und 1787
  • Die Geschichte des Bundesplatzes und seiner Umgebung. Zur jüdischen Topografie im mittelalterlichen Bern
  • Die hebräischen Handschriften der Burgerbibliothek Bern
  • Gründerzeiten
  • Juden unter Vorbehalt. Der lange Weg bis zur «Emanzipation»
  • Verbürgerlichung und Konfessionalisierung. Jüdische Lebenswelt in der Gründerzeit, 1848–1914
  • Die Synagogen Berns
  • Rabbiner, Kantoren, Präsidentinnen und Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Bern im Überblick
  • Marie Anneler-Beck und Hedwig Anneler. Vergessenes Engagement zweier Frauen für Jüdinnen und Juden
  • Geisteswelten
  • Die Berner Kolonie
  • Jiddischisten in Bern. Freiheit und Wissenschaft im Alpenparadies
  • «Wahrhaftige Festung des Bundes». Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund in Bern
  • Yehezkel Kaufmann. Die Berner Jahre eines Genies
  • «Eine Stadt wie ein ewiger Schrein». Else Lasker-Schüler, Ludwig Stein, Jonas Fränkel
  • Die Universität Bern als Wirkungsort und Durchgangsstätte jüdischer Philosophen
  • Albert Einstein in Bern, 1902–1909
  • Jüdische Lernende und Lehrende an der Berner Hochschule, 1848–1945
  • Hilfe, Ohnmacht, Gedenken
  • Von der Epoche des Liberalismus ins Zeitalter der Katastrophen, 1914–1945
  • Georges Brunschvig. Ein Netzwerker par excellence
  • Auch Auschwitz liegt in der Schweiz. Das Mahnmal auf dem Jüdischen Friedhof Bern
  • Am Grab von Max Horkheimer
  • Auf dem Weg in die Gegenwart
  • Nach 1948 – Traditionen und Erneuerungen
  • Israels Haus in Bern. Die Vertretung des Staates Israel in der Schweiz
  • Öffnung und Anerkennung seit den 1980er Jahren
  • Ein langer Weg. Die Geschichte der Judaistik an der Universität Bern
  • «Gehe hin und lerne». Jüdische Bildung und das College der Jüdischen Gemeinde Bern
  • Die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft und der interreligiöse Dialog in Bern

Pressestimmen
«Das Buch ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Aufarbeitung schweizerischer und europäischer jüdischer Geschichte und hält zudem viele Details über die spezifische Entwicklung in Bern bereit. Es soll allen Interessierten wärmstens ans Herz gelegt werden.» Gerhard Langer, Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte

«Dieser außerordentlich anregende, vorzüglich redigierte und die gesamte jüdische Geschichte und Lebenswelt im Bernischen abdeckende Sammelband ist in einer Schriftenreihe des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds erschienen. Der Band will in einer Weise Geschichte erzählen, dass für den Leser ein breites Spektrum an jüdischen Erfahrungen, Denkvorgängen und Erinnerungsfiguren aus verschiedenen Epochen sichtbar wird, beginnend beim mittelalterlichen Privileg über die stigmatisierende Ausschließung bis zur gewaltsamen Vertreibung, von der bürgerlichen Emanzipation im 19. Jahrhundert und der jüdischen Aufbruchsstimmung über die Ohnmacht während der Zeit der Schoah bis zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung.» Holger Böning, Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

«Ein umfassender und interessanter Meilenstein in der jüdischen Geschichte und Kultur von Stadt und Region Bern.» Christoph Miesch, Generalsekretär der kantonalen Kirchendirektion

«Ein spannendes Konzept brillant in die Tat umgesetzt […], fesselnd und weiter neugierig machend […].» Edith Bino, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde Bern JGB

«Ein wichtiges und beeindruckendes Werk […].» Martin Täuber, Rektor der Universität Bern

Mit dem Ziel, das Wissen über und das Verständnis jüdischen Lebens in der Schweiz zu fördern, gibt der SIG seit 1992 diese Schriftenreihe heraus.