Netzwerk Aussenpolitik
Internationale Organisationen und Kongresse als Instrumente der schweizerischen Aussenpolitik 1914–1950
Schweizer Beiträge zur internationalen Geschichte – Contributions suisses à l'histoire internationale, Band 5
Broschur
2002. 314 Seiten
ISBN 978-3-0340-0534-0
CHF 48.00 / EUR 32.90 
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Netzwerk Aussenpolitik beschreibt den dynamischen Wandel der internationalen Beziehungen von einer Summe nationaler Aussenpolitiken zu einem vielschichtigen Netzwerk von multilateralen Kontakten. Für die staatliche Aussenpolitik war dieser Prozess eine Herausforderung der besonderen Art, da diese Netzwerke staatliche so gut wie nongouvernementale Aktivitäten umfassten. Die staatliche Beteiligung an dieser neuen Entwicklung musste daher abgesichert und die Instrumente der Aussenpolitik an die neuen Strukturen der internationalen Beziehungen angepasst werden. Reichhaltige in- und ausländische Archivquellen belegen die Herausbildung einer netzwerkorientierten Aussenpolitik als ein in Vergessenheit geratenes Charakteristikum schweizerischer Aussenpolitik, das derzeit als historische Wurzeln der Globalisierung neue Bedeutung zu gewinnen beginnt. Das Buch untersucht sowohl quantitativ als auch qualitativ die schweizerische Beteiligung an internationalen Organisationen und die offizielle Teilnahme an internationalen Konferenzen und Kongressen in der Zeit von 1914 bis 1950. Die Zeit der Krisen und Kriege erlaubt die Stabilität der internationalen Netzwerke zu diskutieren und die aussenpolitischen Reaktionen auf faschistische und nationalsozialistische Unterwanderung zu untersuchen. Dabei wird die Wechselwirkung zwischen Aussenpolitik und Netzwerken während der Weltkriege ebenso thematisiert wie deren Bedeutung bei der Transformation der internationalen Beziehungen zum UN-System.

Madeleine Herren, Prof. Dr. phil., Assistenzprofessorin für Geschichte der Neuzeit an Historischen Seminar der Universität Zürich. Autorin von «Hintertüren zur Macht. Internationalismus und modernisierungsorientierte Aussenpolitik in Belgien, der Schweiz und den USA, 1865–1914» (München 2000), sowie zusammen mit Sacha Zala «Netzwerk Aussenpolitik. Internationale Organisationen und Kongresse als Instrumente der schweizerischen Aussenpolitik 1914–1950» (Zürich 2002). Forschungsschwerpunkte und Interessen im Bereich der new international history, der transnationalen Beziehungen und der historischen Globalisierungsprozesse sowie der Organisation des Wissens.
Historisches Seminar der Universität Zürich, Rämistrasse 64, CH-8001 Zürich; mherren@hist.unizh.ch; www.hist.unizh.ch


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Sacha Zala, Prof. Dr., Historiker. Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und des Staatsrechts. Professor für Schweizer und Neueste allgemeine Geschichte an der Universität Bern. Lehrtätigkeit auch an den Universitäten Zürich, Basel, Luzern, Heidelberg, Genf und Neuchâtel sowie an der FernUni Schweiz. Seit 2008 ist er Direktor der Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis) und seit 2014 Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG).


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Pressestimmen
«M. Herren und S. Zala korrigieren einsichtig ein neutralitätsorientiertes Geschichtsbild der Schweiz, das die Abgrenzung vom ausländischen Umfeld betonte und so das tatsächlich hohe Mass an transnationaler Verflechtung des Landes mit demselben Umfeld – vor allem aussen- und wirtschaftspolitisch – vernachlässigt. Der umsichtig angelegten Arbeit, die substantiell auch zur Debatte über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg beiträgt, ist die angemessene Beachtung zu wünschen.» Reinhard Schiffers in FRANCIA