Erwartungen, Erhebungen und Erkenntnisse
Statistische Daten und Zahlen waren in der Bildungsgeschichte seit der Schaffung moderner Schulsysteme immer von Bedeutung, sei es, um auf Missstände hinzuweisen, um Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit abzulegen oder um politische Reformpostulate zu untermauern. Erwartungen und Funktionszuweisungen an Bildungsstatistik, aber auch ihre Produktionszusammenhänge, ihre Parameter und ihre Darstellungsweise haben sich mit der Zeit verändert. Ohne Kontextualisierung sind Statistiken deshalb nicht mehr als eine Ansammlung sinnentleerter Ziffern. Zahlen und Zählen führen aber auch im Bildungsbereich nicht einfach zur ‹Abbildung› einer wie auch immer gearteten Welt der Bildung, sondern waren (und sind) an eine bestimmte Perspektive gebunden, abhängig vom zeitspezifischen und gesellschaftspolitischen Kontext.
Bildungsstatistik konstruierte diese Perspektive immer auch mit, war an wechselnde Interessen gebunden und gab Einblick in einen ausgewählten Teil der Bildungswelt. Der vorliegende Band ist das Resultat des Langzeitprojekts «Bildung in Zahlen». Er gibt einen Einblick in ausgewählte Forschungsergebnisse und thematisiert methodische Fragen. Der Band gibt zudem einen Überblick über die Geschichte der Bildungsstatistik in der Schweiz, enthält aber auch Beiträge zu neueren Entwicklungen in der Bildungsstatistik.