Ein Mensch zu sein

Autobiografische Texte, Notizen und Gedichte

Herausgegeben und mit Beiträgen von Rudolf Hämmerli und Elmar Schübl
Jean-Gebser-Reihe (JGR), Band 4
Gebunden
2020. 364 Seiten, 52 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1593-6
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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Der Autor des bewusstseinsphilosophischen Werks «Ursprung und Gegenwart» hatte unter dem Titel «Ein Mensch zu sein» seine Auto­biografie geplant. «Die schlafenden Jahre», die am Anfang dieses Bandes zu finden sind, bilden deren ersten Teil, welcher der einzige ist, den Gebser realisiert hat. Sie geben Einblick in Kindheit und Jugend des Autors, der schon in der allerersten Zeit seines Lebens einer Ungeborgenheit und Heimatlosigkeit ausgesetzt war, die sein ganzes Leben bestimmen würde.
Umso notwendiger war es später für Gebser, innere Sicherheit zu finden. Die Aphorismensammlung «Spiegelbuch des Hintergrundes» stammt aus Tagebüchern und Notizen und ist dadurch Hintergrundinformation eines reichen, bewegten Lebens, zugleich reflektierter, vielschichtiger Kommentar des philosophischen Werks. Die Gedichte schliesslich sind Ausdruck der poetischen Kraft, welche auch die Sprache seiner Schriften und Essays kennzeichnet. «Das Wintergedicht» ist nach eigenen Angaben die Vorform und Kurzfassung von «Ursprung und Gegenwart».
Für diesen Band wurden Autobiografie, Tagebücher, Notizen und Gedichte im Originalmanuskript gelesen und frühere Ausgaben durch Neues wesentlich ergänzt. Es wurden aus dem Nachlass zudem Texte aufgenommen, die noch unveröffentlicht sind. Die Einführungen von Elmar Schübl und Rudolf Hämmerli geben dem Band den biografischen und philosophischen Kontext.


(1905–1973) hat als Dichter, Übersetzer und Philosoph ein umfangreiches und vielschichtiges Werk hinterlassen. Es spiegelt sich darin ein durch tiefgreifende Wandlungen geprägtes Jahrhundert wider. Dies gilt auch für Gebsers Leben, das zahlreiche Ortswechsel (Breslau, Berlin, Madrid, Paris, Bern), ausgedehnte Reisen (Westeuropa, Asien) und Begegnungen mit namhaften Wissenschaftlern (Werner Heisenberg, Carl Gustav Jung, Jean Rudolf von Salis), Künstlern (Federico García Lorca, Pablo Picasso) und Intellektuellen (Victor Otto Stomps, Max Brod) prägten. Davon zeugt Gebsers Nachlass, der im Schweizerischen Literaturarchiv aufbewahrt wird.


Bücher im Chronos Verlag


Dr. phil., ist promovierter Philosoph und Nachlassverwalter von Jean Gebser. Er ist Herausgeber der achtbändigen Gesamtausgabe der Werke Gebsers im Novalis Verlag, Schaffhausen, und Mitherausgeber der Jean Gebser Reihe (JGR) im Chronos Verlag, Zürich. Seit vielen Jahren ist er Präsident der Jean Gebser Gesellschaft mit Sitz in Bern. Sein Hauptinteresse gilt der Erforschung des Bewusstseins in seiner Vielschichtigkeit.


Bücher im Chronos Verlag


Elmar Schübl, Dr. phil., studierte Geschichte und Philosophie und ist Privat­dozent für Wissenschafts­geschichte an der Universität Graz.


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Herausgeber/in der Reihe

Pressestimmen

«Die ‹lebensphilosophische› Ausrichtung von Gebsers Denken und Schreiben kommt nun in einem neu erschienenen Band der Jean-Gebser-Reihe im Chronos-Verlag besonders deutlich zur Geltung. Der Band trägt den Titel ‹Ein Mensch zu sein›. Es wird darin ersichtlich, dass Gebser kein lebensferner Denker im Elfenbeinturm war, kein kopflastiger Intellektueller, sondern zunächst vor allem Dichter. Die frühesten Zeugnisse seines Schreibens finden sich in dem neuen Band; es sind neben Gedichten vor allem Aphorismen sowie die Erzählung ‹Die Lawine› von 1928. Elmar Schübl, der im Chronos-Verlag eine lesenswerte Biographie über Gebser vorgelegt hat, schreibt in seinem Vorwort, dass diese Dokumente zu Gebsers ‹schöpferischen Anfängen zurückführen›. [...] Wer bisher noch nicht vertraut ist mit Gebsers Werk, oder wer nur ‹Ursprung und Gegenwart› kennt, der findet in ‹Ein Mensch zu sein› eine lohnende Lektüre. Es ist schön und wichtig, dass der Chronos-Verlag und die Herausgeber Hämmerli und Schübl mit der Jean-Gebser-Reihe das Werk des Kulturphilosophen und Dichters im Buchhandel präsent halten und neuen Lesern erschließen, nachdem die Gesamtausgabe schon seit einigen Jahren vergriffen ist.»

Vollständige Rezension

Anbruch - Magazin für Kultur und Künftiges, 10. November 2020, Daniel Zöllner