Echo in Musik und Text des 17. Jahrhunderts
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen (ISSN 2504-1045), Band 43
Broschur
2019. 196 Seiten, 30 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1537-0
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Echo wird im 17. Jahrhundert zu einem die Poetik und Musiktheorie prägenden Paradigma; zwischen Erotik und Theologie, Liebesklage und Lobgesang. Dabei überlagern sich der mythologische Diskurs um die Nymphe Echo und das physikalisch-technische Wissen über das akustische Phänomen. So kommen in der Echo-Figur nicht nur mythische Narrative um unglückliche Liebe, Tod und Musik zum Tragen, sondern auch eine Artistik der Wiederholung als Form der Reflexion, des Widerspruchs oder der Transgression. In der Klangstruktur des Echos, über die sich Raum erschliesst, aber auch eine spezifische Zeitlichkeit in den Blick kommt, schliessen sich Episteme und Aisthesis immer neu zusammen. Die Beiträge des Bandes zeigen auf, wie vielfältig Echophänomene im 17. Jahrhundert instrumentalisiert wurden für Kompositionspraktiken und Poeti­ken des Glaubens und der einsamen Selbstreflexion wie auch des erotischen Begehrens und der Täuschung.


Mireille Schnyder ist Ordinaria für ältere deutsche Literaturwissenschaft (bis 1700) an der Universität Zürich.


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Herausgeber/in der Reihe


Damaris Leimgruber ist seit 2017 Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich.


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Artikel
  • Echo in Musik und Text des 17. Jahrhunderts

    Einführung

    S. 7–17
  • Orpheus, Echo, Elegie

    Vergil Georgica 4,525–527

    S. 21–37
  • Das Echo als kompositorische Struktur und musikalische Gestalt in den mehrchörigen Werken Orlando di Lassos

    Manifestation und Auflösung

    S. 39–57
  • Himmlischer Lobschall

    Thomas Selles Gebrauch von Echostrukturen im Spiegel theologischer Musikvorstellungen

    S. 61–86
  • Zur christlichen Deutung des Echos in Texten von Martin Opitz und Friedrich Spee von Langenfeld
    S. 87–107
  • Klingen oder Keichen?

    Poetische Kontroversen in Philipp Zesens Jambisch Echonisch Sonnet

    S. 111–132
  • … zweymal, zweymal …

    Sprechen und Schweigen der/des echten und falschen Echo/s im Musiktheater bei Harsdörffer (Seelewig), Telemann (Orpheus) und Romanelli (La pietra del paragone)

    S. 133–161
  • Echo als kategorialer Wechsel

    Zu Gedichten von Birken und Schottelius

    S. 165–180
  • Zerbrechen, widerklingen, einstimmen

    Transformationen des Echos bei Barthold Heinrich Brockes

    S. 181–195

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.