Von Zahlen, Politik und Macht
Geschichte der schweizerischen Statistik
Unter Mitarbeit von Carlo Malaguerra
Gebunden
2016. 176 Seiten, 7 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1330-7
CHF 38.00 / EUR 34.00 
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Statistik ist nicht nur ein wichtiges Element der Darstellung demographischer und gesellschaftlicher Phänomene, sondern auch ein zentrales Hilfsmittel der Staatsverwaltung. Wie die meisten modernen Staaten richtete auch der schweizerische Bundesstaat, gefolgt von einem Teil der Kantone, ein statistisches Amt ein. Damit wurde die Statistik zu einer wichtigen Informationsquelle im Prozess der politischen Entscheidungsfindung.
Die Geschichte der amtlichen und heute öffentlichen Statistik der Schweiz zeigt jedoch mehr als nur die Entwicklung eines Verwaltungszweiges. Es geht vielmehr um Machtbeziehungen, um Erkenntnisinteressen, ja um die Deutungshoheit in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen. In den vergangenen fünfzig Jahren erfuhr diese Statistik eine tiefgreifende Umorientierung. Anstelle eines diskreten Werkzeugs der Verwaltung sollte die amtliche Statistik vermehrt der Bevölkerung Informationen über den Staat, die Wirtschaft und die Gesellschaft liefern. «Es ging nicht zuletzt auch darum», schreibt Carlo Malaguerra, der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Statistik, «die Statistik als wichtigen Beitrag im Prozess der demokratischen Entscheidungsfindung, gewissermassen als gemeingesellschaftliches Gut, anzuerkennen. Die öffentliche ­Statistik gilt damit offiziell und weltweit als Rückgrat jedes demokratischen Staatswesens.»
Die Geschichte des eidgenössischen statistischen Amtes und jene der statistischen Büros der Kantone und Kommunen ist bisher noch nie umfassend dargestellt worden. Diese Lücke wird hier nun geschlossen.

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Inhalt
Zur Einführung

1 Statistik und Staat im 18. und 19. Jahrhundert
1.1 Anfänge der Statistik im Ancien Régime
1.2 Aufbau einer eidgenössischen Statistik
1.3 Das BFS im Feuer der Kritik

2 Statistik und gesellschaftlicher Wandel um 1900
2.1 Neue gesellschaftliche und staatliche Perspektiven
2.2 Institutionalisierung der amtlichen Statistik
2.3 Probleme, Kontroversen und Ungereimtheiten

3 Weltkriege und Wirtschaftskrise
3.1 Die Entwicklung des BFS und der lokalen Ämter
3.2 Arbeitsamt, BIGA und Lebenskostenindex
3.3 Konflikte zwischen Wirtschaft und Statistik
3.4 Zweiter Weltkrieg: Statistik und Kriegswirtschaft

4 Vom grossen Wirtschaftswachstum zur Ernüchterung, 1950–1980
4.1 Aufschwung, Boom und Rezession
4.2 Auf- und Ausbau der lokalen Statistik
4.3 Sozialstatistik und volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
4.4 Die eidgenössische Statistik im Umbruch

5 Paradigmawechsel und Umbau, 1980–2000
5.1 Der Wandel des internationalen Umfelds
5.2 Das Statistikgesetz von 1992
5.3 Auf dem Weg zu grundlegenden Reformen
5.4 Das Statistikkonzept der 1990er Jahre

6 Die öffentliche Statistik des 21. Jahrhunderts
6.1 Ausbau und Umzug des BFS
6.2 Neue Methoden, komplexe Programme
6.3 Probleme beim Start ins 21. Jahrhundert
6.4 Statistik, Demokratie und Service public

Postskriptum


Pressestimmen
«Das fundiert recherchierte Buch des pensionierten Lausanner Geschichtsprofessors Hans Ulrich Jost erzählt die Geschichte der Statistik in der Schweiz. Sie ist weniger staubig, als es die trockene Materie vermuten lässt. Wer die Macht über Zahlen besitzt, bestimmt laut Jost die Politik mit.» Yves Demuth, saldo

«Eine aufschlussreiche Geschichte der schweizerischen Statistik» Christoph Wehrli, NZZ

«Der Schweizer Historiker Hans Ulrich Jost hat sich im Rahmen eines grösseren Forschungsprojektes eingehend mit der Entwicklung der Statistik in der Schweiz befasst. Daraus ist ein Buch geworden, das für politisch interessierte Zeitgenossen äusserst informativ und gesellschaftspolitisch aufschlussreich ist.» Christian Müller, Infosperber