Bilderwelt des Spätmittelalters
Die Wandmalereien im Kloster Töss mit Beiträgen von Heinz Hinrikson und Peter Niederhäuser sowie Zeichnungen von Beat Scheffold
Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Band 345
Gebunden
2011. 210 Seiten, 122 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1059-7
CHF 44.00 / EUR 32.50 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • In den Medien
  • Buchreihe
  • Service
Das Dominikanerinnenkloster Töss erlebte im Spätmittelalter eine Blütezeit. Zwischen 1469 und 1491 liessen die Nonnen ein neues Klausurgebäude errichten und den Kreuzgang wenig später ausmalen. Auf 160 Metern Wandfläche entstand eine vielfigurige Bilder­welt mit Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament.
Der Gemäldezyklus war dominikanisch geprägt, spiegelte in seinem weit über die Ordensthematik hinausreichenden Bildprogramm aber die um 1500 in Töss lebende Frauengemeinschaft wider: Ein selbstbewusst auftretender Konvent von Schwestern aus traditionsreichen Familien, der sich mit der Ausschmückung des Kreuzgangs ein Denkmal setzte. In der Sprache der Bilder dokumentierte er sein religiöses Selbstverständnis und sein Verbundensein mit der Welt jenseits der Klostermauern. Die mit der Ausstattung betrauten, anonymen Maler schöpften aus dem Bilderfundus der Zeit: Buchillustrationen, Kupferstiche und Altartafeln führender, im süddeutschen Raum tätiger Meister boten ihnen einen reichen Bilderschatz. Die kunsthistorischen Bezüge des Tösser Zyklus weisen in die Künstlerwerkstätten von Colmar, Nürnberg und Zürich.
Einzigartig war überdies die bemalte Sockelzone mit Wappen und Namen von Nonnen und ihren Verwandten. Sie vermittelt einen Einblick in die familiären Bindungen der Tösser Schwestern, aber auch in die spätmittelalterliche Familien- und Machtpolitik.
Die Wandmalereien wurden im 19. Jahrhundert zerstört. Dank Nachzeichnungen von Zürcher und Winterthurer Künstlern sind sie uns jedoch überliefert.
Silvia Volkart-Baumann, promovierte Kunsthistorikerin, arbeitet freiberuflich in Winterthur. 1977–1987 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich; 2006/07 Gastkuratorin in der Villa Flora Winterthur. Publikationen zur Malerei in der Schweiz im 19./20. Jahrhundert und zur Kunst des Spätmittelalters im Oberrhein-Bodenseegebiet.

Aufsätze im Chronos Verlag

Pressestimmen
«Drei Jahre hat sich die Winterthurer Kunsthistorikerin Silvia Volkart intensiv mit dem Tösser Bilderzyklus beschäftigt. Nun legt sie, ergänzt durch Beiträge von Heinz Hinrikson, Peter Niederhäuser und Zeichnungen von Beat Scheffold, zum Abschluss des Jubiläumsjahres der Winterthurer Bibliotheken einen prächtig illustrierten Band vor, der auch für Laien gut lesbar ist. Zwar bleibt die Bilderwelt im Kloster Töss noch immer sozusagen ein Kunstwerk im Konjunktiv; doch was Volkart herausfindet, indem sie Nürnberg als ‹Ausgangspunkt für das Tösser Wandmalereiprojekt› annimmt, ist unbedingt einleuchtend.» Der Landbote, Angelika Maass

«Der reich bebilderte Band von Silvia Volkart arbeitet den Tösser Zyklus kunsthistorisch auf und leistet einen wertvollen Beitrag zur Bedeutung von Kunst in Frauenklöstern.» forum, Pfarrblatt der kath. Kirche Kt. Zürich

«Volkart und ihre Mitautoren schreiben durchgängig in einer wunderbar klaren, präzisen Sprache, die das Buch zu einem wahren Lesegenuss macht. Die hervorragende Bebilderung trägt das ihre dazu bei, dass die Leserin, der Leser in eine ‹Bilderwelt des Spätmittelalters› eintauchen kann.» Carola Jäggi, Zeitschrift für Archäologie und Kunstgeschichte

«Die Kunsthistorikerin Silvia Volkart publiziert hier nicht nur einen grossen Teil der Skizzen der drei genannten Künstler, sondern zusammen mit ihren Mitarbeitern liefert sie einen subtilen Kommentar, der das versunkene Werk neu erschliesst. Die Publikation ist hoch erfreulich.» Frank Jehle, reformierte presse

«‹Bilderwelt des Spätmittelalters› erläutert erstmalig einen reichen, bisher wohl nur Spezialisten bekannten Zyklus von Wandmalereien in gut verständlicher Sprache und gibt dadurch gleichzeitig eine schön bebilderte Einführung in die sakrale mittelalterliche Bilderwelt.» k + a, Kunst und Architektur, Susann Marti