Wissenskunst
Adalbert Stifter und Naturforscher auf Weltreise
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. ISSN 2504-1045, Band 22
Broschur
2011. 228 Seiten
ISBN 978-3-0340-1022-1
CHF 38.00 / EUR 29.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
  • Buchreihe
  • Service
Zum Ende des 19. Jahrhunderts umspannten ausgebaute Verkehrs- und Kommunikationsnetze die Erde. Wissenschaft hatte sich in Disziplinen aufgefächert. Kunst war autonom. Am Beginn des 19. Jahrhunderts war das alles anders. Expeditionen brachen auf, um Wissen über unbekannte Landstriche zu sammeln. Was nicht zu transportieren war, wurde medial dokumentiert. Künstler gingen dabei den Wissenschaftlern zur Hand. Das vorliegende Buch liest das Werk Adalbert Stifters vor dem Hintergrund der Expeditions­reisen und der zeitspezifischen Problematik der Wissensvermittlung. Es zeigt anhand der Pflanzengeographie, wie durchlässig die Membran zwischen Kunst und Wissen bis weit ins 19. Jahrhundert war und welche praktischen und philosophisch-theoretischen Gesetzmäßigkeiten den Austausch regulierten. Es zeigt, welcher Stellenwert Medien bei dieser Osmose zukam. Und es bestimmt die Wechselwirkung von wissenschaftlichen und poetischen Momenten in Stifters Schaffen näher: Stifters Texte, zugleich spröde und phantasmagorisch, sind lebendige Photographien, Wissenskunst.
Inhalt
Vorwort

Das Wissen schreiben (Oberfläche 1)
- Silbermeer
- Kein Fachmann
- Wie das Ereignis kommunizieren?

Erzählen für Neuseeländer
- Brasilien in Österreich
- Zwischen Pflanzenstich und Landschaft
- Wissen und Zaubern
- Alte Meister
- Mediale Formen der Nachsommer-Expedition
- Europa in Neuseeland

Ästhetik und Geographie der Pflanzen
- Wüstenblume
- Steppenaugen
- Hochtropenwald
- Die Aufhebung der Pflanzen
- Landschaften der Phantasie

Phantasieren und Übertragen
- Darwins Spaziergang
- Reproduktive Phantasie
- Gefäß und Schächte
- Eine Stadt im Kasten
- Lebendige Photographie
- Cameramann

Das Wissen lesen (Oberfläche 2)
- Bücherleben
- Schule des Lesens
- Ein Tropfen Blut
- Schluss: Am Meer

Literaturverzeichnis


Pressestimmen
«Dem Autor der Studie gelingt eine herausragende Kontextualisierung der Schriften Stifters zu dem Phänomen Expeditionsreise bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Van der Steegs Dissertation ist eine skizzenhafte, sehr informative Studie über das Zusammenspiel zwischen literarischer Kunst und Naturwissenschaft, welche den Leser mit vielen Anregungen zurücklässt.» Ingo Löppenberg, Das Historisch-Politische Buch

«In Anbetracht all der Wissenshorizonte, die diese Publikation eröffnet, wird es also verständlich, dass Weltwissen – und damit zu einem nicht beträchtlichen Teil die Kenntnis der Naturwissenschaften – für Stifter Bedingung von künstlerischem Schaffen ist. Auch gelingt es Christian van der Steeg, nicht nur das Werk Stifters innerhalb des Wissensdiskurses seiner Zeit zu verorten, sondern auch den Wissensdiskurs des 19. Jahrhunderts im Werk Stifters.» Georg Sebastian Hofer, Jahrbuch Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich

«With admirably detailed historical scholarship (the book was a doctoral dissertation, but does not read like one), van der Steeg dissolves Stifer's writing into the shifting discourses and media of scientific reflection and research in the nineteenth century. […] The author is an intelligent and insightful reader as well as being a meticulous and well-informed historian, and his book is worth reading for what we learn about Stifter and media history.» Michael Minden, Modern Language Review

«[W]er van der Steegs unorthodoxe Arbeit als literarischen Essay nimmt, wird sie mit Vergnügen und Gewinn lesen und vielfältigste Anregungen aus ihr ziehen. Es gibt wunderbar dichte und informationsgesättigte Passagen, zahlreiche Funde und bestechende Kontextualisierungen von Stifters Texten […].» Christian Begemann, Scientia Poetica

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.