Original und Revival
Geschichts-Schreibung im Tanz
Materialien des Instituts für Theaterwissenschaft Bern (ITW), Band 10
Gebunden
2010. 216 Seiten, 15 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1009-2
CHF 48.00 / EUR 43.00 
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Dozierte oder getanzte Tanzgeschichte erlebt zurzeit in Hör­sälen sowie auf Theater- und Festivalbühnen eine Blüte, derweil die Historiografie in anderen Disziplinen grundsätzlich kritisiert und hinterfragt wird. Längst ist der Komplexität der Ereignisse mit Verzeitlichungsstrategien und Bewegungs­strukturen der einen Geschichte nicht mehr beizukommen. Statt linearer Fortschrittsmodelle und totalisierender Festschrei­bungen bestimmen räumliche Metaphern und kontingente Akzente die Diskussion.
Gerade der Tanz als ephemere, bewegte Raumkunst eignet sich da besonders für ein Nachdenken über die Historie. Tanz als Kunst der Präsenz/des Präsens reflektiert die eigene Vergangenheit auf signifikante Weise. In diesem Band stehen denn auch das spezifische Potential der Geschichts-­Schreibung über choreografische Umsetzungen, (Re-)Konstruktionen oder (Re-)Produktionen sowie ihre Analysen zur Diskussion: Mit beziehungsweise zwischen den Begriffen Original und Revival äussern sich Autorinnen und Autoren der internationalen Tanzwissenschaft und -kunst aus unterschiedlichen Perspek­tiven zur Geschichte des Tanzes, zu seiner Geschichtlichkeit und zur «Erzählung» seiner Geschichte(n).

(*1971) ist Professorin für Tanzwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte, Theorie und Ästhetik des Tanzes vom 18. Jahrhundert bis heute, Zeitgenössischer Tanz und Performance, Gender, Historiographie.


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(*1975) ist seit 2007 Wissenschaftliche Assis­tentin am Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Bern. Derzeit forscht sie zur Gegenwart des Vergangenen im zeitgenössischen Tanz.


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Artikel
  • Raum für bewegliche Geschichtsschreibung. Zur Einleitung
  • Tanz-Geschichte(n) auf der Bühne
  • Affekt, Technik, Diskurs. Aktiv, passiv sein im Angesicht der Geschichte
  • Moment und Ewigkeit. Zu Zimmermann/Crankos Présence 1968 und 2007
  • Tanzgeschichte(n): wieder und wider. Re-enactment, Referenz, Révérence
  • Stolpern und Unzulänglichkeiten. Interferenzen in Tanz-Rekonstruktionen
  • Tradition im Fokus. Choreografie als kritische Reflexion von Tanzgeschichten
  • Tanz und Historiografie
  • Updating the Updates. Zum Problem der «Identität» in der Geschichtsvermittlung vom Tanz(en)
  • Die Welt des Tanzes. Zur historischen Genese und politischen Relevanz von Universalität in der Tanzgeschichtsschreibung
  • Unpopulärer Tanz als Krise universeller Geschichtsschreibung oder Wie Yutian und ich lang anhaltenden Spass mit unseriö­ser Historiografie hatten
  • Henry Purcells «Dido and Aeneas» zwischen Historie, Historiografie und künstlerischer Kreativität
  • Kulturelle Entwürfe von Theatertanz. Historiografie und historisches Denken im 18. Jahrhundert
  • Tanz im/als Archiv
  • Tänzerische Quellenkunde, die Emphase des Gegenwärtigen und das Phantasma des Archivs
  • Lücken im Archiv oder Die Tanzgeschichte ein «Garten der Fiktionen»?
  • Bilder in Bewegung /Bewegung in Bildern. Zum dokumentarischen Gewebe der Tanzgeschichte
  • Künstlerische Reflexionen zur Tanzgeschichte
  • Choreografie im hermeneutischen Prozess. Reflexionen zur künstlerisch-methodischen Recherche anhand von Beispielen
  • Re-Enacting Pavlova. Re-Enacting Wiesenthal. Zu Erinnerungskultur(en) und künstlerischen ‹Selbst›-Inszenierungen
  • «Mettre la mémoire à l’épreuve». Olga de Soto interviewt von Laura Leupold
  • Viewing dance technique in the context of the physical environment

Das ITW Bern begreift sich als Partner der in der Fédération internationale de la recherche théâtrale und in der Gesellschaft für Theaterwissenschaft e. V. vereinigten theaterwissenschaftlichen Institute. Folgerichtig werden in der Reihe auch Ergebnisse aus Lehre und Forschung auch anderer Institute präsentiert: Textsammlungen zum Studium der Theaterwissenschaft, Kongressmaterialien, Lizentiatsarbeiten zur Fachgeschichte, zur Theaterpraxis oder zur Methodendiskussion. Ebenso ist an Erstausgaben von Stücken oder an wichtige Übersetzungen gedacht, die Eingang in den theaterwissenschaftlichen Diskurs finden sollen.