Schweizerische Versicherungsgesellschaften im Machtbereich des «Dritten Reichs»
Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg – Commission Indépendante d'Experts Suisse – Seconde Guerre Mondiale, Band 12
Broschur
2002. 970 Seiten, 35 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0612-5
CHF 98.00 / EUR 89.00 
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Deutschland war der wichtigste Auslandsmarkt für die schweizerische Versicherungswirtschaft. Wie passten sich die Schweizer Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften den veränderten Rahmenbedingungen unter dem Nationalsozialismus an? Waren sie Opfer oder Nutzniesser, Mitläufer oder aktive Wegbereiter dieser Entwicklungen? Was bedeutete die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Versicherten und Mitarbeiter für die Gesellschaften und welche rechtlichen und moralischen Konsequenzen ergaben sich daraus?
Gestützt auf die erstmals zugänglichen Materialien aus den Versicherungsarchiven, werden diese Grundfragen an verschiedenen Problemfeldern aus den Bereichen der Sach-, der Lebens- und der Rückversicherung aufgearbeitet. Im Zentrum stehen die Gleichschaltung der Versicherungswirtschaft in Deutschland vor Kriegsbeginn, die durch den deutschen Eroberungskrieg hervorgerufenen Veränderungen der Marktverhältnisse, die Konfiskation jüdischer Versicherungsforderungen und die «Wiedergutmachung» nach Kriegsende.


Stefan Karlen, geb. 1962, Dr. phil., Historiker, lebt in Zumikon/ZH. Mitarbeiter der Unabhängigen Expertenkommission: Schweiz–Zweiter Weltkrieg. Autor von «Paz, progresso, justicia y honoradez: Das Ubico-Regime in Guatemala 1931–1944» (Stuttgart 1991); Autor und Redaktor von «Handbuch der Geschichte Lateinamerikas», Bd. 3 (20. Jahrhundert) (Stuttgart 1996).
c/o Institut für Geschichte, ETH Zentrum, CH-8092 Zürich


Bücher im Chronos Verlag


Daniel C. Schmid, Dr. phil., geb. 1970 in Bern, Studium der Geschichte und der Germanistik in Zürich und Prag. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg, diverse Fachpublikationen.


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Zusammenfassung
Zusammenfassung

Gegenstand des vorliegenden Bandes ist die Rolle der schweizerischen Versicherungsgesellschaften zur Zeit des Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der erstmals zugänglichen Unternehmensakten wird die Tätigkeit sämtlicher schweizerischer Versicherer in die Untersuchung miteinbezogen, die zwischen 1933 und 1945 mit Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften im NS-Raum präsent waren. Die Studie ist problemorientiert angelegt und strebt keine umfassende Geschichte der schweizerischen Versicherungswirtschaft im fraglichen Zeitraum an. Sie wird von einem separaten Rechtsgutachten «Die Geschäftstätigkeit der schweizerischen Lebensversicherer im ÐDritten Reichð: Rechtliche Aspekte und Judikatur» begleitet (Veröffentlichungen der UEK, Band 19). Der Aufbau der Studie folgt thematischen und chronologischen Ordnungskriterien.
Teil I beschreibt die internationale Stellung und die Entwicklung der schweizerischen Versicherungswirtschaft bis in die Nachkriegszeit, geht auf die in NS-Deutschland herrschenden Rahmenbedingungen ein und erläutert die damalige Stellung der schweizerischen Zweigniederlassungen.
Das Wachstum der schweizerischen Versicherungsgesellschaften erfolgte in der Form multinationaler Unternehmen und basierte schon früh zu einem wesentlichen Teil auf dem Auslandgeschäft, das Ende der 1930er Jahre gut 60 Prozent der Prämieneinnahmen generierte. Deutschland stellte den wichtigsten ausländischen Markt dar. Der Geschäftsgang der dortigen Zweigniederlassungen war in den 1930er Jahren und bis gegen Kriegsende zufriedenstellend, in manchen Branchen sogar recht günstig. Einem langsam, aber kontinuierlich ansteigenden Prämienvolumen stand ein ausgesprochen positiver Schadenverlauf gegenüber. Viele Gesellschaften konnten während der Kriegsjahre ihre technischen Rückstellungen über das Notwendige hinaus stärken und zusätzlich stille Reserven bilden. Bei Kriegsende stand die Schweizer Assekuranz mit weitgehend intakten Strukturen und einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage da, während ein Grossteil der internationalen Konkurrenz nur mit staatlicher Beihilfe vor dem Bankrott bewahrt werden konnte (Kapitel 2). Die Geschäftstätigkeit in Deutschland während der Jahre 1933-1945 vollzog sich unter veränderten Rahmenbedingungen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann auch die Umgestaltung des Versicherungswesens. Den neuen ideologischen Vorgaben über die primären Aufgaben der Assekuranz folgte die Einbindung in die Gruppenorganisation der gewerblichen Wirtschaft und später die Neubesetzung der Versicherungsaufsicht. Aus der Diskussion um die Verstaatlichung der Privatversicherungsunternehmen ging die Privatassekuranz am Ende siegreich hervor. Die Schweizer Gesellschaften waren der deutschen Privatversicherung in dieser Angelegenheit wichtige Verbündete, was sich durch günstige Regelungen auf anderen Gebieten (insbesondere im deutsch-schweizerischen Versicherungszahlungsverkehr) bezahlt machte. Gesamthaft mussten die schweizerischen Gesellschaften aber der deutschen Konkurrenz den Vorrang lassen, insbesondere nach Kriegsbeginn, als die Eroberungsfeldzüge der Wehrmacht ein grosses zusätzliches Marktpotential erschlossen. Die deutschen Zweigniederlassungen schweizerischer Versicherungsunternehmen unterstanden der deutschen Versicherungsaufsicht und generell der deutschen Rechtsordnung. Allerdings besassen sie keine eigene Rechtspersönlichkeit und bildeten zusammen mit dem Hauptsitz eine wirtschaftliche und rechtliche Einheit. Sämtliche wichtige Entscheide wurden von den schweizerischen Hauptsitzen getroffen, die bis in die letzten Kriegswochen ihre Kontrolle über die Niederlassungen aufrechterhalten konnten (Kapitel 3).
In Teil II wird die Haltung der schweizerischen Versicherungsgesellschaften gegenüber den Gleichschaltungs- und Arisierungsmassnahmen des NS-Staates dargestellt. Die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in Deutschland konfrontierte die schweizerischen Gesellschaften mit grundsätzlichen Fragen wirtschaftlicher, rechtlicher und moralischer Natur. Nach Kriegsbeginn wurde verschiedentlich die Frage aufgeworfen, ob die Tätigkeit in Deutschland nicht eingestellt werden solle. Ungeachtet der geäusserten Bedenken votierten aber letztlich alle Gesellschaften aus wirtschaftlichen Gründen für die Weiterführung des insgesamt profitablen deutschen Geschäfts. Dadurch blieben sie dem Anpassungs- und Gleichschaltungsdruck des nationalsozialistischen Regimes ausgesetzt. Sie wehrten sich gegen die deutsch-nationalen Bestrebungen in der Versicherungswirtschaft und gegen eine ökonomische Benachteiligung, waren aber bereit, sich als «arische Unternehmen» zu deklarieren. Einzelne Unternehmen ergriffen sogar Massnahmen, um einen «arischen» Verwaltungsrat und Aktionärskreis vorweisen zu können. Damit ermöglichten sie es, dass antisemitische Gesetze auch in der Schweiz ihre diskriminierende Wirkung entfalten konnten (Kapitel 4). In Deutschland fügten sich die meisten Zweigniederlassungen schweizerischer Gesellschaften unter dem Druck staatlicher Anordnungen und nationalsozialistischer Betriebsorganisationen oft kritiklos den Erfordernissen der neuen Ideologie; ausgewiesene Nationalsozialisten wurden eingestellt und teilweise in wichtige Positionen befördert. Besonders folgenschwer war die «Gleichschaltung» in der Entlassung jüdischer Mitarbeiter. Meist wurden diese Massnahmen vollzogen, bevor entsprechende Gesetze vorlagen. Ausserdem verweigerten schweizerische Versicherer den entlassenen jüdischen Mitarbeitern teilweise die ihnen zustehenden Abfindungsleistungen (Kapitel 5). Die Bereitschaft zur Überanpassung zeigte sich ferner in der Kündigung der Verträge mit jüdischen Mietern, die oft bereits vor Ablauf der gesetzlichen Frist erfolgten (Kapitel 6), genauso wie in der Schadenabwicklung nach der «Reichskristallnacht». Die Schweizer Sach- und Rückversicherer folgten hier der von den Spitzen der deutschen Assekuranz mit Göring ausgehandelten Lösung, obschon sich gerade in diesem Fall die Möglichkeit geboten hätte, durch einen sachlich leicht zu begründenden Protest das deutsche Unrechtsregime international blosszustellen (Kapitel 7).
Teil III der Studie behandelt einen zentralen Bereich des Mandats, nämlich die Auswirkungen der deutschen Devisenmassnahmen und der diskriminierenden Konfiskationspolitik auf die Geschäftspraxis der schweizerischen Versicherungsgesellschaften und die Frage der Wiedergutmachung in der Nachkriegszeit: In den 1920er Jahren konnten die Schweizer Versicherer in Deutschland eine führende Stellung im Bereich der Fremdwährungsversicherungen (zumeist in Schweizer Franken oder US-Dollar) erlangen. Diese sollten vorwiegend Sicherheit vor instabilen Währungsverhältnissen bieten und viele Versicherte erhofften sich von ihnen auch einen zusätzlichen Rechtsschutz. Daneben dienten sie finanzkräftigen Kunden auch immer wieder zur Kapital- und Steuerflucht in die Schweiz (Kapitel 8). In den 30er Jahren erfolgte dann schrittweise die staatlich angeordnete Umwandlung der Fremdwährungspolicen. Die Gesellchaften versuchten, die negativen Folgen dieser Massnahmen möglichst auf die - in vielen Fällen jüdischen - Kunden abzuwälzen (Kapitel 9). Verhängnisvoller noch als die Umstellung der Fremdwährungsversicherungen wirkte sich für die jüdischen Versicherten die Beschlagnahmung und Konfiskation ihrer Policen aus. Zur Begleichung von Sondersteuern und -abgaben sowie zur Finanzierung der Auswanderung, um damit das nackte Leben retten zu können, kaufte eine Mehrheit der jüdischen Versicherungsnehmer ihre Policen bis zum Beginn des Krieges zurück. Anderen beschlagnahmte der NS-Staat ihre Versicherungswerte. Mit der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1941 schritt das Regime dann u.a. zur direkten und pauschalen Konfiskation der Versicherungswerte jüdischer Kunden. Die Schweizer Versicherer reagierten unterschiedlich auf diesen staatlich gelenkten Beraubungsprozess. Es gab Gesellschaften, die durch Protest, Verweigerung und Verzögerung letztlich nur einen geringen Prozentsatz der vom Vermögensverfall betroffenen Policen an die NS-Behörden auszahlen mussten. Andere gaben dem deutschen Fiskus die Namen der jüdischen Versicherten ohne weiteres bekannt, lieferten die entsprechenden Werte widerstandslos ab und drängten bisweilen sogar auf eine rasche Erledigung des Vorgangs, um selbst aus dem Risiko zu kommen. Entsprechend hoch war bei ihnen Anzahl und Prozentsatz der insgesamt an die Finanzämter ausbezahlten Versicherungswerte. Mit der Auszahlung der Rückkaufswerte an die deutschen Finanzbehörden betrachteten die Versicherungsgesellschaften ihre Leistungspflicht als erfüllt und die Police galt für sie als erloschen; in der Nachkriegszeit nahmen sie deshalb keine kulante Haltung gegenüber den Versicherten ein. Die geschädigten Kunden stellten sich dagegen auf den Standpunkt, die Konfiskationen seien unrechtmässig erfolgt, die Policen daher weiterhin in Kraft und die Gesellschaften zur Auszahlung verpflichtet. Die schweizerischen Versicherungsgesellschaften traten den legitimen Forderungen der NS-Opfer oft mit grösserer Entrüstung und Entschlossenheit entgegen, als den vorangegangenen Unrechtsmassnahmen des nationalsozialistischen Regimes. So mussten Schweizer Gerichte befinden, wem die Last des rechtswirksam vollzogenen NS-Unrechts aufzubürden sei. Sie urteilten in letzter Instanz gegen die geschädigten Versicherungsnehmer, die im Vertrauen auf den sicheren Hort Schweiz einen Versicherungsvertrag mit einer schweizerischen Gesellschaft abgeschlossen hatten. Die ehemaligen Kunden sahen sich daher gezwungen, den oft entwürdigenden, langwierigen und komplizierten Weg der deutschen «Wiedergutmachung» zu beschreiten (Kapitel 10). Die andere Frage nach dem «Schicksal» jüdischer Versicherungswerte, nämlich diejenige der «Nachrichtenlosigkeit», nahm im Versicherungsbereich nicht denselben Stellenwert ein und erreichte nie dieselben Dimensionen wie bei den Banken. Die genaue Anzahl «nachrichtenloser» Policen konnte nicht ermittelt werden. Auch schweizerische Rückversicherungsgesellschaften wurden von den Konfiskationsmassnahmen der NS-Behörden berührt. Sie hatten in den zwanziger und frühen dreissiger Jahren Garantiescheine für Partnergesellschaften im NS-Raum ausgestellt. Diese Erklärungen sollten den Kunden Schutz vor Insolvenz der Lebensversicherer und Entwertung ihrer Ansprüche bieten. Als die Policen jüdischer Garantiescheininhaber konfisziert wurden, hätten diese nach schweizerischer Rechtsprechung die Erfüllung ihrer Leistungen beim Garantiegeber einfordern können. Die betroffenen Rückversichererungsgesellschaften weigerten sich bis heute, eine solche Zahlungsverpflichtung generell anzuerkennen, willigten fallweise jedoch in Vergleichszahlungen ein. Tod, Deportation und der «eiserne Vorhang» verhinderten ausserdem, dass sich viele Anspruchsberechtigte melden und ihre Forderungen stellen konnten (Kapitel 11).
Teil IV schliesslich befasst sich mit den kriegsbedingten Veränderungen, wobei insbesondere untersucht wird, welche neuen Marktchancen sich den schweizerischen Gesellschaften im NS-Raum eröffneten und umgekehrt, welche Bedeutung der Standort Schweiz für die deutsche Assekuranz darstellte: Die Möglichkeit zur Geschäftsexpansion bot sich vor allem in der Sachversicherung und in der Rückversicherung. In Deutschland selbst konnten ausländische Versicherer allerdings nur in begrenztem Umfang neue Marktchancen wahrnehmen und auch in den besetzten osteuropäischen Gebieten wurden die freigewordenen Marktanteile vorwiegend unter einheimischen, deutschen und italienischen Versicherungsunternehmen aufgeteilt. In den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Westeuropas jedoch erwies sich für das NS-Regime ein zusätzliches Engagement der Schweizer Gesellschaften als volks- und wehrwirtschaftlich sinnvoll. Die schweizerischen Feuer- und Transportversicherer konnten in Frankreich, Belgien und Holland expandieren und Geschäftsanteile vertriebener britischer Gesellschaften übernehmen. Schweizerische Rückversicherungsunternehmen partizipierten durch ihre Mitgliedschaft in der Vereinigung zur Deckung von Grossrisiken an einem Projekt der «Europäischen Grossraumwirtschaft» (Kapitel 12). Ausserdem betätigten sich die schweizerischen Sachversicherer im deutschbeherrschten Westeuropa stark in der spekulativen Kriegsrisikoversicherung und trugen damit auch in diesem wirtschaftlich wichtigen Bereich dazu bei, die bestehende Deckungsnot zu beheben (Kapitel 13). Während der NS-Raum zentral für das Geschäft der schweizerischen Gesellschaften war, stellte auch die neutrale Schweiz für die deutsche Assekuranz einen wichtigen Standort dar. Mit der Gründung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen an Firmen in der Schweiz hatten Versicherungsunternehmen aus Deutschland bereits in den zwanziger Jahren Schutz vor Inflation und Vertrauensverlust gesucht. Nach der Machtergreifung Hitlers kam den deutschen Ablegern in der Schweiz zunächst die Funktion zu, für die Versicherungsverträge der deutschen Gesellschaften zu garantieren. Mehr und mehr wickelten die Tochtergesellschaften in der Schweiz auch das Neugeschäft ab und gaben es anschliessend an ihre deutschen Muttergesellschaften weiter. Um diese wichtigen Gesellschaften in der Schweiz vor der alliierten Wirtschaftsblockade zu schützen, wurden sie bei Kriegsbeginn mit Hilfe schweizerischer Strohmänner durch verschiedene Formen der «Verschweizerung» getarnt. Diese in der Regel treuhänderischen Operationen erwiesen sich bis gegen Kriegsende, als sie allesamt aufflogen, trotz der schwarzen Listen der Alliierten als recht erfolgreich (Kapitel 14).
Die Studie kommt zum Schluss, dass die schweizerischen Versicherungsgesellschaften zur Zeit des Nationalsozialismus einer streng wirtschaftlichen Logik verhaftet blieben und moralisch-ethische Aspekte bei Entscheiden von grösserer Tragweite weitgehend ausblendeten (Kapitel 15).



Résumé
Résumé

Le présent ouvrage porte sur le rôle des compagnies suisses d'assurance à l'époque du national-socialisme. Sur la base des dossiers des entreprises, auxquels il a été possible d'accéder pour la première fois, les activités de tous les assureurs suisses qui disposaient de succursales et de filiales dans l'espace national-socialiste entre 1933 et 1945 sont prises en compte dans l'étude. Celle-ci ne traite que des questions spécifiques qui nous préoccupent et n'a donc pas l'ambition de retracer l'histoire complète du secteur suisse des assurances durant cette période. Elle est assortie d'un avis de droit séparé intitulé «Die Geschäftstätigkeit der schweizerischen Lebensversicherer im ÐDritten Reichð: Rechtliche Aspekte und Judikatur» (Publications de la CIE, volume 19). L'étude est structurée selon des critères thématiques et chronologiques.
La première partie est consacrée à la position internationale et à l'évolution du secteur suisse des assurances jusqu'à la période d'après-guerre, aux conditions générales qui régnaient sur le territoire de l'Allemagne national-socialiste ainsi qu'à la situation des succursales à cette époque.
Les compagnies suisses d'assurance se sont développées en prenant la forme d'entreprises multinationales. Très tôt déjà, cette croissance a essentiellement reposé sur les activités à l'étranger, qui représentaient au moins 60% des primes encaissées à la fin des années trente. L'Allemagne était le principal marché étranger des compagnies suisses. Durant les années trente et jusqu'à la fin de la guerre, les affaires des succursales implantées en Allemagne ont été satisfaisantes, voire bonnes dans certaines branches d'assurance. Le volume des primes croissait lentement, mais régulièrement, alors que les sinistres évoluaient de manière très positive. Pendant les années de guerre, de nombreuses sociétés ont donc pu étoffer leurs provisions techniques au-delà du seuil nécessaire et constituer de surcroît des réserves latentes. A la fin de la guerre, les structures du secteur suisse des assurances étaient largement intactes et sa situation économique saine alors que la plupart de ses concurrents internationaux n'ont pu être sauvés de la faillite qu'avec une aide de l'Etat (chapitre 2). De 1933 à 1945, les conditions générales régissant les activités commerciales en Allemagne ont changé. Dès l'arrivée au pouvoir des nazis, le secteur des assurances a subi des restructurations: les nouvelles directives idéologiques sur les tâches prioritaires de l'assurance ont été suivies par son intégration au sein de l'organisation de regroupement des entreprises artisanales et industrielles (Gruppenorganisation der gewerblichen Wirtschaft) et, plus tard, par la nomination de nouveaux membres à la tête de l'organisme de surveillance des assurances. Le débat sur la nationalisation des sociétés d'assurance privées s'est soldé par une victoire de ces dernières. Les compagnies suisses ont été de précieuses alliées des assurances privées allemandes dans cette affaire, ce qui leur a valu de bénéficier, en contrepartie, de réglementations favorables dans d'autres domaines (notamment au niveau des opérations de paiement entre l'Allemagne et la Suisse). Mais de manière globale, les compagnies suisses ont dû laisser la priorité à leurs concurrents allemands, surtout après le début de la guerre, lorsque les conquêtes territoriales de la Wehrmacht ont considérablement élargi le potentiel du marché. Les succursales allemandes des compagnies suisses d'assurance étaient soumises à l'organisme allemand de surveillance des assurances et, de manière générale, au système juridique allemand. Elles n'avaient cependant pas de personnalité juridique propre et formaient une entité économique et juridique avec leur siège principal. Toutes les décisions importantes étaient prises par les sièges en Suisse, qui ont pu exercer leur contrôle sur les succursales jusqu'aux dernières semaines de la guerre (chapitre 3).
La deuxième partie est consacrée à l'attitude des compagnies suisses d'assurance face aux mesures d'alignement des entreprises sur l'idéologie nazie Gleichschaltung et «d'aryanisation» prises par l'Etat national-socialiste. Le maintien de leurs activités en Allemagne a confronté les compagnies suisses à des questions fondamentales de nature économique, juridique et morale. Après le début de la guerre, différentes voix se sont élevées pour demander s'il ne valait pas mieux stopper les activités en Allemagne. En dépit des réserves émises, toutes les compagnies se sont finalement, pour des raisons économiques, prononcé en faveur de la poursuite des activités en Allemagne qui, dans l'ensemble, étaient plutôt profitables. Elles ont donc continué de subir les pressions du régime national-socialiste, qui exigeait l'alignement des entreprises sur l'idéologie nazie. Si elles se sont défendues contre les tentatives de germanisation du secteur des assurances et contre une pénalisation économique, elles ont été prêtes à se proclamer «entreprises aryennes». Certaines d'entre elles ont même pris des mesures pour pouvoir présenter un conseil d'administration et un cercle d'actionnaires «aryens». En agissant ainsi, elles ont permis à des lois antisémites d'exercer leur effet discriminatoire jusqu'en Suisse (chapitre 4). En Allemagne, sous la pression des directives de l'Etat et d'organisations national-socialistes dans les entreprises, la plupart des succursales des compagnies suisses se sont soumises, souvent sans broncher, aux exigences imposées par la nouvelle idéologie; elles ont engagé des nationaux-socialistes convaincus et ont confié à certains d'entre eux des postes importants. Le processus de Gleichschaltung s'est avéré particulièrement lourd de conséquences en raison du licenciement de collaborateurs juifs qu'il a impliqué. Généralement, ces mesures étaient appliquées avant même la promulgation des lois qui les imposaient. Par ailleurs, certains assureurs suisses ont refusé de payer les indemnités de départ dues aux collaborateurs juifs licenciés (chapitre 5). Cette soumission extrême s'est également manifestée à travers la résiliation, souvent avant expiration de la date légale, des baux de locataires juifs (chapitre 6), ainsi que dans le traitement des sinistres après la «nuit de cristal». En effet, les assureurs de choses et les réassureurs suisses ont adopté la solution négociée entre les dirigeants des compagnies allemandes d'assurance et Göring bien que c'eut été là une bonne occasion de dénoncer à la face du monde les agissements du régime autocratique allemand par une protestation aisée à justifier sur un plan objectif (chapitre 7).
La troisième partie de l'étude traite un point essentiel du mandat, à savoir les conséquences sur la pratique commerciale des compagnies suisses d'assurance de la réglementation des devises mise en place en Allemagne et de la politique de confiscation discriminatoire, de même que la question de la réparation après la guerre: durant les années vingt, les assureurs suisses avaient acquis en Allemagne une position de leader dans le domaine des assurances en monnaie étrangère (principalement en francs suisses ou en dollars US). Celles-ci étaient avant tout censées offrir une protection face à une situation monétaire instable et de nombreux assurés espéraient aussi bénéficier, par ce biais, d'une protection juridique supplémentaire. Elles étaient aussi un instrument fort apprécié de certains clients fortunés qui permettait l'évasion fiscale et la fuite des capitaux vers la Suisse (chapitre 8). Puis, dans les années trente, la conversion des polices en monnaie étrangère décrétée par l'Etat est venue tarir ce juteux marché. Les compagnies ont alors tenté de répercuter, autant que possible, les conséquences négatives de ces mesures sur les clients, qui étaient souvent juifs (chapitre 9). Une mesure bien plus grave encore que la conversion des assurances a été, pour les assurés juifs, la saisie et la confiscation des polices. Avant le début de la guerre, la plupart des souscripteurs juifs avaient racheté leurs polices pour pouvoir payer les taxes et impôts spéciaux ainsi que pour financer leur émigration, dans le simple but d'échapper à la mort. D'autres se sont fait confisquer leurs avoirs d'assurance par le régime nazi. Avec la onzième ordonnance relative à la loi sur la nationalité des ressortissants du Reich (11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz) de novembre 1941, le régime a procédé, entre autres, à la confiscation directe et globale des avoirs d'assurance des clients juifs. Les assureurs suisses ont réagi diversement à cette mesure de dépouillement institutionnalisé. Certaines compagnies ont protesté, résisté et fait traîner les choses, si bien qu'elles n'ont payé aux autorités nazies qu'un faible pourcentage des polices visées par le régime. D'autres ont communiqué sans sourciller les noms des assurés juifs au fisc allemand, lui ont remis les avoirs concernés sans opposer de résistance et ont même, pour certaines, poussé à un règlement rapide de ces affaires pour éviter tout risque inutile. Chez ces dernières, le nombre et le pourcentage des avoirs d'assurance payés aux administrations fiscales ont été particulièrement élevés. Les compagnies d'assurance sont parties du principe qu'elles avaient rempli leur obligation en versant les valeurs de rachat aux autorités fiscales allemandes et que les polices étaient donc sans objet; c'est la raison pour laquelle, elles ne se sont pas montrées conciliantes à l'égard des assurés après la guerre. Les clients lésés estimaient pour leur part que les confiscations étaient illégales, que les polices étaient donc toujours valables et les assurances tenues de payer. Dans bien des cas, les compagnies suisses d'assurance ont fait preuve de plus de véhémence et de détermination pour combattre les exigences légitimes des victimes du national-socialisme que pour s'opposer aux mesures arbitraires prises par le régime national-socialiste. C'est donc aux tribunaux suisses qu'il est revenu de décider qui devait porter le poids du préjudice causé «en toute légalité» par les nazis. Ils se sont prononcé en dernière instance contre les preneurs d'assurance qui avaient conclu un contrat d'assurance auprès d'une compagnie suisse en pensant que la Suisse leur offrirait un abri sûr. Les demandeurs ont donc été contraints de se rabattre sur le chemin souvent complexe, long et humiliant de la «réparation» allemande (chapitre 10). L'autre question concernant le «sort» des avoirs d'assurance juifs, à savoir celle des «fonds en déshérence», n'a jamais eu, dans le secteur des assurances, la même importance ni atteint les mêmes proportions que dans le secteur bancaire. Il n'a pas été possible de déterminer le nombre exact de polices «en déshérence». Les réassureurs suisses ont également été touchés par les mesures de confiscation des autorités nazies. Ils avaient émis dans les années vingt et au début des années trente des certificats de garantie pour certaines sociétés partenaires implantées dans l'espace national-socialiste. Ces attestations étaient censées protéger les clients contre l'insolvabilité des assureurs vie et la dépréciation de leurs droits. Lorsque les polices de titulaires juifs de certificats de garantie ont été confisquées, ceux-ci auraient, conformément à la juridiction suisse, pu réclamer l'exécution de leurs prestations auprès des émetteurs de ces garanties. Or, les réassureurs concernés ont refusé jusqu'à ce jour de reconnaître globalement une telle obligation de paiement. Ils ont cependant accepté, dans certains cas, des règlements à l'amiable. Le décès ou la déportation de nombreux assurés ainsi que le «rideau de fer» ont empêché de nombreux ayants droit de faire valoir leurs prétentions (chapitre 11).
La quatrième partie enfin traite des changements induits par la guerre, et plus précisément, des nouvelles opportunités de marché qui se sont offertes aux compagnies suisses dans l'espace national-socialiste et, inversement, de l'importance de la Suisse pour l'industrie allemande de l'assurance. Les possibilités de croissance commerciale existaient surtout dans les domaines de l'assurance de choses et de la réassurance. En Allemagne même, les assureurs étrangers ont cependant été loin de pouvoir bénéficier pleinement des nouvelles opportunités de marché. Même dans les territoires occupés de l'Europe de l'Est, ce sont essentiellement les compagnies d'assurance locales, allemandes et italiennes qui se sont partagé ces nouveaux marchés. Dans les territoires d'Europe occidentale occupés par la Wehrmacht, en revanche, un engagement supplémentaire des compagnies suisses s'est avéré profitable pour le régime nazi sur le plan tant de l'économie nationale que de l'économie de guerre. Les assureurs suisses spécialisés dans les assurances incendie et transport ont ainsi développé leurs activités en France, en Belgique et en Hollande et pu reprendre les parts de marché des compagnies britanniques expulsées. Compte tenu de leur affiliation à l'Association pour la couverture des gros risques (Vereinigung zur Deckung von Grossrisiken), des réassureurs suisses ont participé au projet de «l'ordre économique européen» (Europäische Grossraumwirtschaft) (chapitre 12). Par ailleurs, dans les pays d'Europe occidentale occupés par les Allemands, les assureurs suisses de choses ont été très engagés dans l'assurance spéculative des risques de guerre et ont contribué ainsi, dans ce secteur économique important, à répondre aux besoins en matière de couverture d'assurance (chapitre 13). Si l'espace national-socialiste a revêtu une importance décisive pour les compagnies suisses, la neutralité de la Suisse a également profité à l'industrie allemande de l'assurance. Grâce à la fondation de filiales et à des prises de participations dans des entreprises suisses, les compagnies allemandes d'assurance avaient tenté, dans les années vingt déjà, de se protéger de l'inflation et de la perte de confiance de leurs clients. Après l'arrivée au pouvoir de Hitler, le rôle premier des filiales allemandes établies en Suisse a été d'offrir une garantie pour les contrats d'assurance des sociétés mères. De plus en plus ces sociétés suisses ont aussi traité de nouvelles affaires, pour les transmettre ensuite à leurs sociétés mères en Allemagne. Afin de protéger ces importantes compagnies en Suisse du blocus économique imposé par les Alliés, elles ont été maquillées en sociétés suisses au début de la guerre avec l'aide de prête-noms suisses. Jusque vers la fin de la guerre, lorsqu'elles furent toutes démasquées (chapitre 14), ces opérations, généralement fiduciaires, ont été menées avec beaucoup de succès, malgré les listes noires établies par les Alliés.
L'étude aboutit à la conclusion que les compagnies suisses d'assurance ont suivi une stricte logique économique à l'époque du national-socialisme et ont largement écarté les aspects moraux et éthiques lors de décisions de grande portée (chapitre 15).



Riassunto
Riassunto

Oggetto del presente volume è il ruolo delle compagnie svizzere d'assicurazione all'epoca del nazionalsocialismo. Sulla base di documenti aziendali accessibili per la prima volta, la ricerca abbraccia le attività della totalità degli assicuratori svizzeri presenti con succursali o filiali nella sfera nazista dal 1933 al 1945. L'impostazione di questa ricerca si occupa di questioni specifiche e non ambisce a una storia complessiva dell'industria assicurativa svizzera nel periodo in questione. È accompagnato da un parere legale a parte: «Die Geschäftstätigkeit der schweizerischen Lebensversicherer im ÐDritten Reichð: Rechtliche Aspekte und Judikatur» (Pubblicazioni della CIE, volume 19). L'impianto dello studio segue criteri d'ordine tematici e cronologici.
La Parte I descrive la posizione internazionale e lo sviluppo dell'industria assicurativa svizzera fino al dopoguerra, esamina le condizioni quadro regnanti nella Germania nazista e espone l'allora posizione delle succursali svizzere.
La crescita delle compagnie assicurative svizzere avenne sotto forma di imprese multinazionali e praticamente dagli inizi si basò sostanzialmente sugli affari all'estero, che verso la fine degli anni '30 generarono non meno del 60% dei premi incassati. La Germania rappresentava il mercato estero più importante. Negli anni '30 e fino verso la fine della guerra l'andamento degli affari nelle succursali in Germania fu soddisfacente, in certi settori addirittura alquanto favorevole. Ad una lenta ma continua crescita del volume dei premi si contrapponeva un andamento dei sinistri dichiaratamente positivo. Durante gli anni di guerra molte compagnie riuscirono a consolidare le loro riserve tecniche oltre il necessario e in più a creare riserve tacite. Alla fine della guerra, il settore assicurativo svizzero si trovò con strutture ampiamente intatte e una sana base economica, mentre gran parte della concorrenza internazionale evitò la bancarotta solo grazie agli aiuti della mano pubblica (Capitolo 2). Durante gli anni 1933-1945 l'attività economica in Germania si svolse in condizioni quadro alterate. Con la presa del potere da parte dei nazisti iniziò anche la trasformazione del settore assicurativo. Alle nuove direttive ideologiche sui compiti primari delle assicurazioni, fece seguito il loro inquadramento nell'organizzazione collettiva dell'economia comerciale (Gruppenorganisation der gewerblichen Wirtschaft) e più tardi le nuove nomine alla vigilanza sulle assicurazioni. Alla fine le assicurazioni private uscirono vincenti dalla discussione sulla nazionalizzazione delle imprese assicurative private. In quest'affare le compagnie svizzere furono alleate importanti delle assicurazioni private tedesche, ciò che fruttò loro regolamenti favorevoli in altri settori (in particolare in quello del regime dei pagamenti assicurativi tedesco-svizzeri). In complesso le compagnie svizzere dovettero però cedere il passo alla concorrenza tedesca, specialmente dopo l'inizio della guerra, quando le campagne militari di conquista della Wehrmacht aprirono un ulteriore grande potenziale di mercato. Le succursali tedesche delle compagnie assicurative svizzere sottostavano alla vigilanza sulle assicurazioni tedesca e in generale all'ordinamento giuridico tedesco. Non possedevano tuttavia una propria personalità giuridica e costituivano assieme alla sede principale un'unità economica e di diritto. Tutte le decisioni importanti venivano prese dalle sedi principali svizzere che poterono mantenere il loro controllo sulle succursali fino alle ultime settimane di guerra (Capitolo 3).
Nella Parte II viene esposta l'attitudine delle compagnie assicurative svizzere rispetto alle misure di allineamento (Gleichschaltung) e «arianizzazione» dello stato nazista. La continuazione delle attività in Germania confrontò le compagnie svizzere con questioni fondamentali di natura economica, giuridica e morale. Dopo l'inizio della guerra venne più volte sollevata la questione dell'opportunità di cessare le attività in Germania. Nonostante le riserve avanzate, alla fine tutte le compagnie si pronunciarono, per ragioni economiche, a favore del mantenimento delle, nel loro complesso profittevoli, attività tedesche. Rimasero di conseguenza esposte alle pressioni di adeguamento e allineamento messe in atto dal regime nazista. Si difesero contro le ambizioni tedesco-nazionali nel settore assicurativo e contro la discriminazione economica, ma furono invece disposte a dichiararsi «aziende ariane». Singole imprese si diedero da fare per poter esibire un consiglio d'amministrazione e un azionariato «ariano». Diedero così alle leggi antisemitiche la possibilità di dispiegare i loro effetti discriminatori anche in Svizzera (Capitolo 4). In Germania sotto la pressione delle direttive statali e delle organizzazioni aziendali nazionalsocialiste, la maggior parte delle filiali di compagnie svizzere si adeguarono, spesso in modo acritico, alle esigenze della nuova ideologia; vennero assunti nazisti dichiarati e in parte promossi a posizioni importanti. Particolarmente gravido di conseguenze fu l'allineamento (Gleichschaltung) in merito al licenziamento dei dipendenti ebrei. Nella maggior parte dei casi queste misure furono adottate ancora prima della realizzazione delle relative leggi. Gli assicuratori svizzeri rifiutarono inoltre, in parte, ai dipendenti ebrei licenziati l'indennità di buonuscita alla quale avevano diritto (Capitolo 5). La disponibilità ad un adeguamento eccessivo si rivelò anche nella disdetta dei contratti stipulati con locatari ebrei, spesso effettuata ancora prima della decorrenza dei termini legali (Capitolo 6), come anche rispetto alla liquidazione dei danni dopo la «notte di cristallo» (Reichskristallnacht). Gli assicuratori di cose e i riassicuratori svizzeri adottarono la soluzione negoziata dall'industria assicurativa tedesca con Göring, mentre proprio questo caso avrebbe offerto l'opportunità di smascherare l'ingiusto regime tedesco a livello internazionale, con una protesta materialmente facile da motivare (Capitolo 7).
La Parte III tratta un settore centrale del mandato e cioè gli effetti delle misure valutarie tedesche e della politica di confisca discriminante sulla pratica degli affari delle compagnie assicurative svizzere e la questione della riparazione nel dopoguerra: negli anni '20 gli assicuratori svizzeri in Germania riuscirono a conseguire una posizione preminente nel settore delle assicurazioni in valuta estera (per la maggior parte in franchi svizzeri o dollari americani). Queste avrebbero dovuto offrire maggior sicurezza di fronte all'instabilità monetaria e molti assicurati si aspettavano da loro anche un'ulteriore protezione legale. Nello stesso tempo i clienti benestanti se ne servirono ripetutamente per veicolare la fuga di capitali e l'evasione fiscale (Capitolo 8). Negli anni '30 si ebbe poi la graduale trasformazione delle polizze in valuta estera imposta dallo stato. Le compagnie tentarono, nel limite del possibile, di scaricare le conseguenze negative di tali misure sui clienti, in molti casi ebrei (Capitolo 9). Ma ancora più fatale della modifica delle assicurazioni in valuta estera fu, per gli assicurati ebrei, l'effetto della requisizione e confisca delle loro polizze. Fino all'inizio della guerra, una maggioranza degli assicurati ebrei riacquistò la sua polizza per pagare tasse e imposte speciali, ma anche per finanziare l'emigrazione e così salvare la propria pelle. Ad altri lo stato nazista confiscò i loro titoli assicurativi. Con l'11o decreto del codice civile del Reich del novembre 1941, lo stato nazista passò alla confisca diretta e globale dei titoli assicurativi di clienti ebrei. Gli assicuratori sulla vita svizzeri reagirono in vario modo a questo processo di spoliazione guidato dallo stato. Vi furono compagnie che con proteste, rifiuti, e tattiche dilatorie, alla fine, dovettero pagare alle autorità naziste solo una minima percentuale delle polizze colpite dalla confisca dei beni. Altre comunicarono senza indugi i nomi degli assicurati ebrei al fisco tedesco, consegnarono senza fare resistenza i rispettivi valori e, a volte, allo scopo di liberarsi dal rischio, addirittura sollecitarono le autorità naziste a sbrigare rapidamente la pratica. Rispettivamente alti furono quindi il numero e la percentuale dei valori assicurativi versati da queste compagnie agli uffici delle finanze. Con il pagamento dei valori di riscatto alle autorità finanziarie tedesche le compagnie assicurative ritennero di aver adempito ai loro obblighi e considerarono estinta la polizza; nel dopoguerra non assunsero quindi un'atteggiamento accomodante nei confronti degli assicurati. Il punto di vista sostenuto dagli assicurati danneggiati considerava invece illegale la confisca e la polizza quindi tuttora in vigore e, di conseguenza, le compagnie obbligate a pagare. Alle rivendicazioni legittime delle vittime del nazismo le compagnie assicurative svizzere si opposero spesso con maggior sdegno e risolutezza che alle precedenti misure ingiuste del regime nazista. Fu così che i tribunali svizzeri dovettero decidere a chi accollare il peso dell'ingiustizia nazista perpetrata a tutti gli effetti di legge. In ultima istanza si pronunciarono contro gli assicuratori danneggiati che, fidandosi del sicuro baluardo svizzero, avevano stipulato un contratto d'assicurazione con una compagnia svizzera. Questi si videro costretti a seguire la spesso umiliante, lunga e complicata procedura della «riparazione» tedesca (Capitolo 10). L'altra questione, quella sul «destino» dei titoli assicurativi ebraici, e cioè quella della «non-rivendicazione», non assume lo stesso valore e non raggiunge le stesse dimensioni come nel settore bancario. Non è stato possibile accertare il numero esatto delle polizze «non rivendicate». Anche le compagnie svizzere di riassicurazione furono toccate dalle misure di confisca delle autorità naziste. Negli anni '20 e nei primi anni '30 avevano emesso certificati di garanzia per compagnie consociate operanti nei territori nazisti. Questi certificati avrebbero dovuto proteggere i clienti dall'insolvenza degli assicuratori sulla vita e dalla svalutazione dei loro titoli. Al momento della confisca di polizze appartenenti a ebrei proprietari di certificati di garanzia, questi avrebbero potuto, secondo la giurisprudenza svizzera, esigere dal datore di garanzia l'adempimento delle prestazioni a loro dovute. Le compagnie di riassicurazione interessate hanno fino ad oggi rifiutato di riconoscere generalmente tale obbligo di pagamento, acconsentendo invece di caso in caso a pagamenti a titolo di transazione. Morte, deportazione e la «cortina di ferro» impedirono inoltre a numerosi aventi il diritto di annunciarsi e di avanzare le loro pretese (Capitolo 11).
La Parte IV infine si occupa dei cambiamenti dovuti alla guerra indagando in particolare su quali nuove opportunità di mercato si aprirono per le compagnie svizzere nei territori nazisti e, all'opposto, su quale importanza rivestì la Svizzera per le assicurazioni tedesche: possibilità d'espansione delle attività si presentarono soprattutto nell'ambito dell' assicurazione di cose e della riassicurazione. Nella Germania stessa tuttavia, gli assicuratori stranieri poterono realizzare le nuove opportunità di mercato solo entro certi limiti e anche nei territori occupati dell'Europa orientale le quote di mercato diventate libere furono in prevalenza spartite fra le compagnie assicurative locali, tedesche e italiane. Per il regime nazista si rivelò invece utile alla sua economia nazionale e bellica, un ulteriore impegno delle compagnie svizzere nei territori dell'Europa occidentale occupati dall'esercito. Gli assicuratori svizzeri contro incendi e dei trasporti poterono espandersi in Francia, Belgio e Olanda e prelevare le quote di partecipazione delle compagnie britanniche scacciate dai nazisti. Le compagnie svizzere di riassicurazione parteciparono, essendo membri dell' Unione per la copertura di grandi rischi, (Vereinigung zur Deckung von Grossrisiken) ad un progetto economico europeo dei grandi spazi (Europäische Grossraumwirtschaft) (Capitolo 12). Nell'Europa occidentale dominata dai nazisti inoltre, gli assicuratori di cose svizzeri furono molto attivi nel campo delle speculative assicurazioni contro il rischio di guerra contribuendo così, anche in questo importante settore economico, a colmare la mancanza di copertura esistente (Capitolo 13). Mentre la sfera nazista era centrale per gli affari delle compagnie svizzere, la Svizzera neutrale costituiva dal canto suo una piazza d'affari importante per l'industria assicurativa tedesca. Già negli anni '20, le imprese assicurative tedesche avevano cercato di proteggersi dall'inflazione e dalla perdita di fiducia, fondando filiali e acquistando partecipazioni aziendali in Svizzera. Dopo la presa del potere di Hitler, alle succursali tedesche in Svizzera toccò dapprima la funzione di garantire i contratti d'assicuranzione delle compagnie tedesche. Sempre più spesso le succursali in Svizzera si occupavano anche degli affari nuovi per poi in seguito devolverli alle loro rispettive case madri tedesche. Per proteggere queste importanti compagnie in Svizzera dal blocco economico degli alleati, all'inizio della guerra vennero mascherate sotto diverse forme di «elvetizzazione» con l'aiuto di prestanomi svizzeri. Sin verso la fine della guerra, quando furono tutte scoperte, queste operazioni, molte volte fiduciarie, si rivelarono abbastanza efficienti malgrado le liste nere degli alleati (Capitolo 14).
Questo studio giunge alla conclusione che all'epoca del nazionalsocialismo le compagnie assicurative svizzere si attennero ad una logica rigorosamente economica e nelle decisioni di grande portata accantonarono in larga misura gli aspetti morali e etici (Capitolo 15).



Summary
Summary

This volume examines the role of Swiss insurance companies during the National Socialist period. Based on company records which have recently become available for the first time, the study covers the activities of all the Swiss insurers operating through branches and subsidiaries on National Socialist territory between 1933 and 1945. The study is problem-based and does not aspire to be a comprehensive history of the Swiss insurance industry during the period in question. It is accompanied by a separate legal opinion, entitled «Die Geschäftstätigkeit der schweizerischen Lebensversicherer im ÐDritten Reichð: Rechtliche Aspekte und Judikatur» (Publications of the ICE, Volume 19). The study is structured on a chronological and thematic basis.
Part I describes the international situation and the development of the Swiss insurance industry into the post-war period, examines the general conditions prevailing in National Socialist Germany, and clarifies the position of Swiss branches at that time.
The Swiss insurance companies developed as multinational companies; even in the early stages, their growth was based to a considerable extent on foreign business operations, which generated a good 60 percent of premium revenue at the end of the 1930s, with Germany the most important foreign market. In the 1930s and up to the end of the war, branches in Germany recorded results ranging from satisfactory to favourable. A slow but steady increase in the volume of premiums was set against highly advantageous developments relating to losses. During the war years, many companies were able to boost their technical reserves beyond what was necessary and accumulate hidden reserves. The Swiss insurers emerged at the end of the war with their structures largely intact and with a healthy financial base, whereas most of their international competitors were only saved from bankruptcy by the injection of state subsidies (Chapter 2). Business activity in Germany during the period from 1933-1945 took place under changed conditions. When the National Socialists came to power, a restructuring of the insurance industry also began. After the introduction of new ideological criteria governing the primary tasks of insurance, the industry was integrated into the group organisation of the commercial economy (Gruppenorganisation der gewerblichen Wirtschaft), with new appointments to the insurance industry's regulatory body following later. The private insurance sector finally emerged as the victors from the discussions about the nationalisation of private insurance companies. The Swiss companies were important allies for the German private insurance sector here, and this paid off through favourable arrangements in other areas (especially in German-Swiss insurance payment transactions). Overall, however, the Swiss companies were obliged to make way for their German competitors, especially after the beginning of the war, when the Wehrmacht's campaigns of conquest opened up major new market potential. The German branches of Swiss insurance companies were subject to the German insurance industry regulator and, in general, to German law. However, they did not possess their own legal personality but constituted an economic and legal unit with their parent companies. All key decisions were taken by the Swiss head offices, which were able to maintain their control over the branches until the final weeks of the war (Chapter 3).
Part II examines the Swiss insurance companies' response to the National Socialist state's policy of «coordination» (Gleichschaltung) and Aryanisation. Maintaining business operations in Germany meant that Swiss companies were confronted with fundamental issues of an economic, legal and moral nature. After the beginning of the war, the question whether activities in Germany should be suspended was raised on several occasions. However, despite the concerns voiced, all the companies ultimately decided, for financial reasons, to continue with their generally profitable German business. This meant that they remained exposed to pressure from the National Socialist regime to adapt and conform. They defended themselves against German nationalist aspirations in the insurance industry and against economic disadvantage, but were prepared to declare themselves «Aryan companies». Indeed, some companies even took steps to demonstrate that they had «Aryan» directors and shareholders, thus opening the way for anti-Semitic legislation to develop its discriminatory impact in Switzerland as well (Chapter 4). In Germany, under pressure from state decrees and the National Socialist workplace organisations, most branches of Swiss companies conformed unquestioningly to the demands of the new ideology; card-carrying National Socialists were appointed and, in some cases, promoted to key positions. Gleichschaltung had particularly serious consequences in terms of the dismissal of Jewish employees. In the majority of cases, these measures were carried out before the relevant legislation had been passed. Furthermore, Swiss insurers refused to honour dismissed Jewish workers' legal entitlements to redundancy benefits in some cases (Chapter 5). This excessive zeal in complying with the new regime's demands was also apparent in the termination of contracts with Jewish tenants, which often took place in advance of the legally defined time limit (Chapter 6), and in the handling of claims after Reichskristallnacht. Here, Swiss property insurers and reinsurers adopted the solution negotiated between the leading German insurers and Göring, even though this particular case would have offered an opportunity to protest against the measures on easily justified and objective grounds and draw international attention to the injustices perpetrated by the National Socialist regime (Chapter 7).
Part III of the study deals with a central aspect of the mandate, i.e. the impact of German exchange controls and discriminatory confiscation policy on the business practices of Swiss insurance companies, and the issue of reparations in the post-war period. In the 1920s, Swiss insurers in Germany led the field in foreign currency insurance policies (mostly in Swiss francs or US dollars). These were aimed primarily at providing security in the face of unstable exchange rates, and many policy-holders also hoped to gain additional legal protection from them. At the same time, they were often used by wealthy clients as a way of diverting capital and taxes into Switzerland (Chapter 8). The 1930s then saw the gradual state-ordered conversion of foreign currency policies. The companies tried to shift the negative effects of these measures, as far as possible, on to their clients, many of whom were Jewish (Chapter 9). Even more disastrous for Jewish policy-holders than the conversion of foreign currency insurance policies were the seizure and confiscation of their policies. In order to pay special taxes and duties, and to finance their escape from the country to save their lives, most Jewish policy-holders had cashed in their policies by the beginning of the war. Others had their insurance assets seized by the National Socialist state. With the enactment of the 11th Decree of the Reich Citizenship Law in November 1941, the regime mandated the direct and wholesale confiscation of insurance assets belonging to Jewish clients. The Swiss insurers reacted in different ways to this state-sponsored theft. Some companies, through a mixture of protest, evasion and delaying tactics, were successful in ensuring that only a small percentage of these forfeit policies were actually paid out to the National Socialist authorities. Others had no hesitation in supplying the German exchequer with the names of Jewish policy-holders, handing over the assets without protest, and in some cases even pushing for the rapid conclusion of the process in order to minimise their own risk. The volume and percentage of insurance assets paid out by them to the German financial authorities was correspondingly high. The insurance companies took the view that their payment obligations were settled with the pay-out of the cash-in value to the German financial authorities; the policy was thus deemed, in their eyes, to have expired. Their attitude towards policy-holders in the post-war period was therefore less than generous. On the other hand, the clients who had suffered losses took the view that the confiscations had been illegal, arguing that the policies were therefore still in force, and that the companies had a duty to pay out. Swiss insurance companies often reacted with greater indignation and resolution to the legitimate claims of victims of National Socialism than to the earlier injustices of the National Socialist regime. Thus it was left to the Swiss courts to decide who should bear the burden of the Nazi injustices which had been carried out with legal force. In the final instance, they ruled against the injured policy-holders who had placed their faith in Switzerland as a safe haven for their assets and taken out insurance policies with Swiss companies. These policy-holders had no choice but to embark on the often lengthy, humiliating and complicated route of claiming «reparations» from Germany (Chapter 10). The other issue relating to the fate of Jewish insurance assets, i.e. the question of «dormant assets», had less significance for the insurance sector and never assumed the same dimensions as with the banks. It has not been possible to determine the exact number of «dormant» policies. Swiss reinsurers were also affected by the confiscation measures introduced by the National Socialist authorities. In the 1920s and early 1930s, they had issued guarantee certificates on behalf of partner companies on National Socialist territory. These declarations were designed to protect clients in the event of the insurers' insolvency and devaluation of their claims. Under Swiss law, the confiscation of policies held by the Jewish owners of guarantee certificates would have enabled these policy-holders to claim their entitlements from the guarantor. Yet even now, the reinsurers concerned deny that they have a general obligation to pay out on the policies, although they have agreed on settlements in individual cases. Death, deportation and the «Iron Curtain» also prevented many policy-holders from registering their claims (Chapter 11).
Finally, Part IV examines the changes brought about by the war, focussing especially on the new market opportunities which opened up for Swiss companies on National Socialist territory and, conversely, Switzerland's importance for the German insurance industry: the potential for business expansion arose in particular in non-life insurance and reinsurance. However, in Germany itself, foreign insurers were only able to take advantage of new market opportunities to a limited extent, and even in the occupied territories of Eastern Europe, the market share which became available was divided primarily between domestic, German and Italian insurance companies. In the parts of Western Europe under occupation by the Wehrmacht, however, the greater role played by the Swiss companies proved useful for the national and wartime economy. Swiss fire and transport insurers were able to expand in France, Belgium and Holland and take over business segments previously dominated by expelled British companies. Through their membership of the Association to Cover Major Risks (Vereinigung zur Deckung von Grossrisiken), Swiss reinsurers participated in the integrated economic area (Europäische Grossraumwirtschaft) project (Chapter 12). Furthermore, in occupied Western Europe, Swiss non-life insurers played a major role in speculative war risk insurance, and thus helped to meet the demand for insurance cover in this economically important sector as well (Chapter 13). While the National Socialist area was a key source of business for Swiss companies, neutral Switzerland was also an important business location for German insurers. As early as the 1920s, insurance companies from Germany had sought to protect themselves from inflation and loss of confidence by setting up subsidiary companies and purchasing shareholdings in companies in Switzerland. After Hitler seized power, the task of the German offshoots in Switzerland was initially to safeguard German companies' existing insurance contracts. More and more the subsidiaries in Switzerland started to handle new business as well before passing it on to their German parent companies. To protect these key companies in Switzerland from the economic blockade imposed by the Allies, a variety of measures were adopted at the start of the war to camouflage them as Swiss firms. These operations - generally based on fiduciary arrangements - proved very successful, despite the Allies' blacklists, until their general collapse shortly before the end of the war (Chapter 14).
The study concludes that during the National Socialist period, the Swiss insurance companies remained committed to a strict economic logic, and, when making decisions with wider implications, largely ignored moral and ethical issues (Chapter 15).