Kaffee mit Muttermilch
Erinnerungen der Krankenschwester Rosa Leuppi
Broschur
1998. 160 Seiten, 25 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-905312-61-4
CHF 32.00 / EUR 19.00 
Vergriffen / Restexemplare beim Verlag
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Die Ausbildung zur Krankenschwester begann am 1. Mai 1924. Im blauen Kleid mit Spitzenärmeln, mit breitrandigem Hut und soliden, braven Schuhen an den Füssen meldete sich die knapp 20jährige Rosa Leuppi bei der Pförtnerin der Krankenanstalt Aarau.
Was folgte, waren 40 harte und ereignisreiche Berufsjahre im Dienste von Spitälern, Ärzten, Patientinnen und Patienten. Unterordnung war die Regel, für ein Privatleben fehlte die Zeit. Rosa Leuppis Lebenserinnerungen geben Einblick in den Pflegealltag in Schweizer Akutspitälern. Die überforderte Schülerin auf Nachtwache in der Krankenanstalt Aarau gehört ebenso dazu wie die schadenfrohe Krankenschwester, die sich über das Missgeschick einer exzentrischen Patientin der Basler Privatklinik Sonnenrain amüsiert. Patriotismus prägte Rosa Leuppis Einsatz in den Militärsanitätsanstalten der frühen vierziger Jahre, während ihre Zeit als Oberschwester in der Basler Frauenklinik von Intrigen und vom Kleinkrieg mit der Spitalverwaltung überschattet war.
Rosa Leuppi hat ihre Tagebuchaufzeichnungen nach der Pensionierung Mitte der sechziger Jahre zusammengefasst. Drei heutige Krankenschwestern sprechen über eigene Erfahrungen und Wünsche.
Ein Rundgespräch mit Rosa Leuppi schliesst sich an. "Wir hätten uns wehren sollen, auch damals", so lautet das Fazit der inzwischen 93jährigen.

Ihre Bücher beruhen auf Fakten. Sie beleuchten Zwischenräume und zeigen das Alltagsleben in all seinen Facetten. Woher kommen wir? Was hat unsere Eltern und Grosseltern geprägt? Warum verhalten sich die Menschen so und nicht anders? Diese Fragen treiben die Autorin an. Durch ihre Recherchen dringt sie in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Epochen vor. Daraus entstehen Geschichten von unten, Geschichten von oben, vom Dienstmädchen über die Detaillistin bis hin zur Textildynastie. «Sticken und Beten» (2015), «Schürzennäherinnen» (2012), «Widerspenstig. Zur Sterilisation gedrängt» (2006), «Kaffee mit Muttermilch» (1998) und «Fani. Ein Dienstmädchenleben» (1995) erfuhren grosse Beachtung. 2012 wurde Jolanda Spirig mit dem Rheintaler Kulturpreis ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Marbach (SG). www.jolandaspirig.ch.

 

«Wer sie gelesen hat, weiss es. Jolanda Spirigs Bücher gehen unter die Haut. […] Sie schaffen Identifikationsnähe mit Menschen, die so ganz anders leben mussten und müssen als man sich dies je auszudenken vermag. […] Jolanda Spirig beschreibt das Leben. Von daher ist sie Journalistin, die mit ihren Werken aber längst im Kreise der Schriftstellerinnen angekommen ist. […] Jolanda Spirig hat eine prägnante, verständliche Sprache. Kurze Sätze, keine Floskeln, präzise Worte. Spannend in ihren Büchern, wie sie ihren Protagonistinnen die eigene Sprache zugesteht.»

Kathrin Hilber, ehemalige Regierungsrätin des Kantons St. Gallen, Kulturpreisverleihung «Goldiga Törgga», 2012

 

«Das Verweben von Familien- und individuellen Lebensgeschichten mit den grossen historischen Entwicklungen berührt und fesselt. Es macht in einem zeitgenössischen Kontext Befindlichkeiten, Gefühle, Ängste und Freuden sichtbar. Es dokumentiert die Menschen in ihrer Zeit und gibt so dem individuellen und dem kollektiven Erinnern Raum.»

Dr. Christa Köppel, Präsidentin Rheintaler Kulturstiftung, 2015


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