Dynamiken literarischer Form im Mittelalter
Mediävistische Perspektiven, Band 10
Broschur
2020. 126 Seiten
ISBN 978-3-0340-1586-8
CHF 15.00 / EUR 15.00 
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Was ist literarische Form? Der lateinische Terminus forma verweist in seiner Grundbedeutung (›äußere Gestalt‹, ›Idee‹, ›Abbild‹) auf den gestaltenden Umgang mit sprachlich-­thematischem Material (materia). In einem Spannungsfeld von Tradition und Neuerung bringt die Literatur des Mittelalters eigene Spielarten sprachlich-­formalen Ausdrucks hervor. Die Beiträge des Bandes wollen die historische Dynamik von Form-Inhalt-Konzepten sichtbar machen: Gibt es Neuerung nur auf der Formseite (artificium)? Wie wirkt die Formsemantik auf die Form­gebung zurück?
Unter fünf Aspekten zeichnen die Beiträge Dynamiken literarischer Form für die höfische Epik und Lyrik des 13. Jahrhunderts nach: Probleme literarischer Wertung im Spannungsfeld von Form und Inhalt, ontologische und poetologische Formdiskurse im historischen Kontext, Interferenzen von Formsemantik und Formgebung, Form als Überbietungskunst sowie Formproduktion im Hinblick auf ihre Rezeption.


Dr. phi., ist Oberassistentin für ältere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der lateinisch-deutschen Bilingualität in Mittelalter und früher Neuzeit, der höfischen Epik, der Intermedialität der Druckgrafik in der frühen Neuzeit sowie der historischen Poetik.


Aufsätze im Chronos Verlag


Dr. phil., ist Oberassistentin für ältere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Sie forscht zu vormodernen Zeit- und Raumkonstellationen, dem Verhältnis von Recht und Literatur sowie Poetik und Rhetorik.


Aufsätze im Chronos Verlag


Artikel
  • «forma, materia, artificium»

    Poetologische Formdiskurse und literarische ‹Meisterschaft› im «Tristan» Gottfrieds von Straßburg

    S. 13–30
  • ‹Niunes› Potpourri in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift (A)

    Ein Versuch

    S. 31–54
  • Der Kreis und sein Ursprung

    Literarische Form und dichterische Selbstreflexion

    S. 57–68
  • Rhetorische Form und Autopoiesis

    Wandernde Metonymien in der ersten Gawan-Episode in Wolframs «Parzival»

    S. 71–83
  • Das Rätsel als literarische Form

    Zu einigen Sangspruchstrophen in ‹Singûfs Ton› und den «Wartburgkrieg»-Strophen im ‹Schwarzen Ton› der Jenaer Liederhandschrift

    S. 87–104
  • Die Litotes bei Hartmann von Aue: ironisch?

    Annäherungen an eine Poetik des Kontrasts von Schein und Sein

    S. 107–124

Die Schriftenreihe repräsentiert die Breite der mediävistischen Forschung an der Universität Zürich und darüber hinaus.