Die zerstörte Stadt

Katastrophen in den schweizerischen Bilderchroniken des 15. und 16. Jahrhunderts

Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen (ISSN 2504-1045), Band 41
Broschur
Erscheint im April 2019. ca. 320 Seiten, ca. 48 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1436-6
ca. CHF 48.00 / EUR 48.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • Buchreihe

Katastrophen sind wesentliche Themen der städtischen Geschichtsschreibung. Insbesondere Stadtzerstörungen durch Brände, Erdbeben oder Hochwasser waren für die Historiografie erschütternde und erklärungsbedürftige Ereignisse. Wie Katastrophen historisiert wurden, lässt sich an den schweizerischen Bilderchroniken des 15. und 16. Jahrhunderts in besonderer Weise beobachten, da sie Text mit Bildern verbinden.
Die Studie untersucht, wie Zerstörungen von ­Städten chronikalisch inszeniert werden. Deutlich werden ­einerseits die Strategien der Chronistik, das Katastrophale der Ereignisse herauszustellen. Andererseits lässt sich beobachten, wie Katastrophen interpretiert, mit Sinn verknüpft und als Teil der historischen Ordnung erklärt werden. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Strategien der Vermittlung von Katastrophen greifen, sondern es wird gleichzeitig ein Einblick in die spezielle Medialität der Bilderchroniken gegeben.

studierte Geschichte und Archäologie in Münster und Perugia. 2013–2017 war sie Mitarbeiterin beim Nationalen Forschungsschwerpunkt «Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. Historische Perspektiven» (Universität Zürich).


Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt

1. Einleitung
2. Chronistik mit Bildern
    2.1 Die eidgenössischen Bilderchroniken
    2.2 Konzeption in Text und Bild
    2.3 Tradierung von Katastrophen. Das Beispiel Basel 1356
Zwischenfazit: Form und Formung von Geschichtsschreibung
3. Die Katastrophe als Ereignis
    3.1 Katastrophen als Thema der Chronistik
    3.2 Vermittlungsstrategien der Bilderchroniken
    3.3 Typen von Katastrophen
Zwischenfazit: Inszenierungen des Dramatischen
4. Die Wiederherstellung von Ordnung
    4.1 Sinnstiftungen der Bilderchroniken
    4.2 Die Stadtgemeinschaft als Sinnbild der Ordnung
Zwischenfazit: Die Ordnung der Stadt
5. Geschichte schreiben. Mediale Formen der Inszenierung von Katastrophen


Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.