Urwelten und Irrwege

Eine Geschichte des Luzerner Gletschergartens und der Gründerfamilie Amrein, 1873–2018

Gebunden
2018. 212 Seiten, 26 Abbildungen s/w., 67 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1464-9
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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Der Gletschergarten in Luzern ist eines der kuriosesten Museen der Schweiz: Neben erdgeschichtlichen Zeugnissen aus Eiszeit und Miozän sind dort Gesteinssammlungen, Skelette von Höhlenbären und Sauriern, alte Möbel und Gerätschaften, Geländemodelle und vieles andere zu sehen, unter anderem seit 1899 das bekannte Spiegellabyrinth.

Eröffnet wurde der Gletschergarten 1873 von Josef Amrein-­Troller, der beim Bau seiner Weinkellerei neben dem Löwendenkmal auf Überreste der eiszeitlichen Vergangenheit stiess: auf Gletschertöpfe und Gletscherschliffe. Er entschloss sich, die Weinhandelspläne aufzugeben, die Funde zu erhalten und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Rund um die Ausgrabungen gestaltete er eine Parklandschaft mit zahlreichen Attraktionen, einer Berghütte, einem Wildkirchlein und einem Aussichtsturm mit Blick auf das berühmte Panorama zwischen Rigi und Pilatus, und er errichtete ein Wohnhaus mit ­Museum. Profitierte der Gletschergarten bis zum Ersten Weltkrieg noch vom Boom des Fremdenverkehrs, mussten später periodisch neue Attraktionen die Besucher ans Museum binden, und es mussten Antworten auf veränderte Reise­gewohnheiten und Publikumsbedürfnisse gefunden werden. Das Buch beschreibt die Veränderungen in der Organisa­tionsstruktur des Museums ebenso wie in der thematischen Ausrichtung und verortet sie in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen. Zahlreiche Abbildungen illustrieren die wechselvolle Geschichte des Gletschergartens.

Andreas Bürgi studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Zürich und Berlin, promovierte über den deutschsprachigen Reisebericht im 18. Jahrhundert.
Mehrere SNF-Forschungsprojekte: 1988–2010 Mitherausgeber der historisch-kritischen Edition «Sämtliche Schriften» von Ulrich Bräker; 1998–2006 «Franz Ludwig Pfyffers ‹Relief der Urschweiz›»; 2011–2014 «Luzern, Löwenplatz – eine touristische Bilderfabrik».


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Pressestimmen

«Der Gletschergarten in Luzern ist eines der meistbesuchten Museen der Schweiz und strahlt europaweit aus. Dass dem so ist, verdankt es grösstenteils dem Erfinderreichtum und Engagement der Gründerfamilie Amrein. Ihre Geschichte und die des Gletschergartens sind jetzt in einem wissenschaftlich fundierten, gleichzeitig unterhaltsamen Buch nachzulesen. Verfasst hat es der Germanist und Historiker Andreas Bürgi. Illustriert ist es mit vielen historischen Fotos. [...] Das Buch ist auch eine spannende Familiengeschichte. [...] Amrein starb 1881. Er liess seine Frau Marie Amrein-Troller (1849-1931) mit vier Kindern zurück. [...] 1898 kaufte Marie Amrein für 51'500 Franken das Spiegellabyrinth, das vorher in einem Gebäude in Zürich stand, und verpflanzte es in den Gletschergarten – gegen den Widerstand einiger männlicher Mitglieder ihrer Familie. [...] Wenig überraschend trägt das Spiegellabyrinth seither einen Grossteil zu den Museumseinnahmen bei.»

Die vollständige Rezension finden Sie hier.

Luzerner Zeitung, 4. November 2018, Hugo Bischof