Historischer Verein des Kantons Schaffhausen, Spitäler Schaffhausen (Hg.)
125 Jahre Psychiatrische Klinik Breitenau Schaffhausen, 1891–2016
Schaffhauser Beiträge zur Geschichte, Band 89
Gebunden
2018. 324 Seiten, 52 Abbildungen s/w., 72 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1452-6
CHF 42.00 / EUR 42.00 
  • Kurztext
  • Einblick
  • In den Medien
  • Buchreihe
  • Service

Was waren früher, was sind heute die Ansprüche an eine psychiatrische Klinik zum Wohl der Patientinnen und Patienten? Wie meisterten die Akteure den Wandel in der Entwicklung der Psychiatrie? Und wie viel darf eine solche Institution einen kleinen Kanton kosten? Das 125-jährige ­Bestehen der Psychiatrischen Klinik Breitenau in Schaffhausen bot Anlass, sich diesen ­Fragen aus unterschiedlicher Perspektive zu ­widmen.
Noch bevor Schaffhausen ein Kantonsspital erhielt, wurde 1891 – nach sechzig Jahre währender Debatte – die Kantonale Irrenanstalt Breitenau eröffnet, eine ­Herausforderung für den damals weniger als 40 000 Einwohner zählenden Kanton. Verfolgt man die Entwicklung der Breitenau, so zieht sich das zähe Ringen zwischen Wünsch- und Mach­barem wie ein roter Faden durch die Geschichte. Politik und Bevölkerung stellten sich jedoch auch in finanziell angespannten Zeiten hinter ihre psychia­trische Klinik, und neue Erkenntnisse wurden – zum Teil mit gewisser Verzögerung – auch in Schaffhausen reflektiert und umgesetzt.
Zehn Autorinnen und Autoren beleuchten die Breitenau aus lokalpolitischer und baugeschichtlicher Sicht und befassen sich mit dem Einsatz von Zwang, dem Wandel therapeutischer Möglichkeiten und der Pflegeausbildung, die aus Schaffhausen starke Impulse erhielt. Gewürdigt wird auch das Wirken einzelner Persönlichkeiten, darunter Henri Ellenberger und der der Zürcher Schule verbundene Hans Bertschinger. Dieser machte sich auch um Patien­ten­kunst verdient, der ein eigener Beitrag gilt, welcher mit 50 bisher unbekannte Patienten-Kunstwerken illustriert ist.

Artikel
  • Zum Geleit

    125 Jahre Breitenau: Psychiatrie gestern – heute – morgen

    S. 7 – 10
  • «Die Anstalt Breitenau ist auf dem Wege, eine moderne psychiatrische Klinik zu werden»

    Die Klinik Breitenau im Spiegel der politischen Debatte

    S. 11 – 28
  • «… dem Zwecke und seiner Wichtigkeit voll entsprechend»

    Baugeschichte und Architektur der Klinik Breitenau

    S. 29 – 54
  • August Müller-Joos

    Erster Direktor der Klinik Breitenau 1891–1904

    S. 55 – 80
  • Hans Bertschinger

    Direktor der Klinik Breitenau 1904–1935 und früher Psychoanalytiker

    S. 81 – 118
  • «Alles Ferne, Fremde, Ungewöhnliche»

    Kunst in der Klinik Breitenau 1904–1935

    S. 119 – 176
  • Berufsbildung und Pflegealltag

    Entstehung und Etablierung des Psychiatriepflegeberufs am Beispiel der Klinik Breitenau

    S. 177 – 210
  • Zwang in der Klinik Breitenau

    Schlaglichter auf die Achillesferse der klinischen Psychiatrie

    S. 211 – 234
  • Henri Ellenberger in Schaffhausen, 1943–1953

    Ellenbergers «Geschichte der dynamischen Psychiatrie» als Exilliteratur

    S. 235 – 257
  • Therapeutischer Optimismus und Förderung der psychiatrischen Krankenpflege

    Die Ära Oscar Wanner, 1953–1983

    S. 259 – 285
  • Der Übergang in die moderne Psychiatrie

    Das Beispiel der Klinik Breitenau

    S. 287 – 292
  • Für die Zukunft gerüstet – als Teil der Spitäler Schaffhausen

    Die Klinik Breitenau 1984–2016

    S. 293 – 322

Pressestimmen

Sammelrezension VPOD-Magazin - April 2019


«Die Frage in diesem Themenfeld lautet: ‹Wo findet die Freiheit eines Menschen seine Grenze? Wann muss man ihn vor sich selber und andere vor ihm schützen?› Diese Fragen werden aktuell bleiben, und deshalb ist das Buch über ‹125 Jahre Psychiatrische Klinik Breitenau Schaffhausen› ein wichtiges Werk, das die ganze Gesellschaft und nicht nur einen Teil von ihr betrifft. ‹Das Ziel der Betreuung psychisch Kranker ist heute jedenfalls nicht mehr die Hospitalisierung, sondern die Wiederherstellung der Gesundheit der Patienten.› So heisst es im Sitzungsprotokoll der Aufsichtskommission Breitenau vom 15. August 1984.»

Schaffhauser Nachrichten, 20. Februar 2018, Karl Hotz