Adler bis Wesendonck
Deutsche und andere Ausländer in Zürich 1830–1914
157 biographische Porträts
Gebunden
2012. 352 Seiten
ISBN 978-3-0340-1138-9
CHF 48.00 / EUR 43.00 
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Als wirtschaftliches Zentrum, als Stadt der Wissenschaft und Kultur erlebte Zürich seit den 1830er Jahren einen eindrücklichen Aufschwung. Während die ökonomische Entwicklung vor allem von einheimischen Persönlichkeiten wie Alfred Escher geprägt wurde, waren es fast ausschliesslich Deutsche und einige Vertreter anderer Nationen, welche besonders seit der Gründung der Universität (1833) und des eidgenössischen Polytechnikums (1855) Zürichs intellektuelles und gesellschaftliches Milieu mitbestimmten.
Wer waren die Professoren, die für das Überleben der jungen Universität in den ersten Jahren sorgten, die in Zürich eine wissenschaftlich begründete Medizin einführten und leitende Funktionen in Kliniken und Instituten übernahmen? Und wer die zahlreichen Naturforscher und Geisteswissenschafter, Juristen und Theologen, Musiker oder Kaufleute, welche während Jahrzehnten in der Stadt tätig waren? Die 157 biographischen Artikel dieses Buches wollen sie vorstellen – nicht nur mit ihren Lebensdaten, sondern vor allem auch mit Einblicken in ihr Denken anhand von Selbstzeugnissen, Zitaten aus ihren Büchern, Reden und Briefen und anhand von Äusserungen ihrer Zeitgenossen. Aus der Summe der Zeugnisse ergeben sich neuartige Erkenntnisse zu Zürichs kultureller und wissenschaftlicher Welt, welche über das nur Persönliche weit hinausführen.

geboren 1938, lebt als freier Verlagsberater und Publizist in Zürich. 1967–1995 Cheflektor bei Artemis, 1995–1997 bei Manesse.


Bücher im Chronos Verlag

Pressestimmen
«Das neue Buch von Martin Müller enthält in alphabetischer Folge über 150 biografische Porträts von Ausländern, die zwischen 1830 und 1914 in Zürich gelebt und gewirkt haben. Die überwiegende Zahl dieser Ausländer waren Deutsche. Viele kamen als politische Flüchtlinge um 1830 und 1848 in die liberale Schweiz, wo sie in der Regel wohlwollende Aufnahme fanden. Die meisten waren Akademiker und wurden an die 1833 und 1854 gegründeten Hochschulen, die Universität und die ETH, berufen. Einige dieser Zuwanderer sind einer breiten Öffentlichkeit bekannt, weil ihre Namen auf Strassenschildern ein prekäres Überleben fristeten: Georg Büchner, Carl Culmann, Gottfried Kinkel oder Richard Wagner. Eine weit grössere Zahl aber ist in Vergessenheit geraten, und es ist Martin Müllers Verdienst, ihr Leben und Schaffen ans Licht gehoben zu haben. Der Autor verbindet in sich den Spürsinn des Historikers mit der Beharrlichkeit des Sammlers. In längst vergessenen Lebenserinnerungen, Nachrufen und Zeitungsartikeln findet er den Stoff zu seinen biografischen Miniaturen, die mit Kennerschaft und Humor formuliert sind. […] Müllers Buch lädt ein zu einem unterhaltsamen Rundgang durch eine Porträtgalerie, die manche Persönlichkeit in Erinnerung ruft, deren Wirken das geistige Leben Zürichs belebt und bereichert hat, ohne dass die Stadt ihre historisch gewachsene Eigenart eingebüsst hätte. Gerne würde man dieses schöne Buch jenen Mitbürgern schenken, die durch die Zuwanderung begabter Deutscher die schweizerische Eigenständigkeit gefährdet sehen. Aber man weiss nicht recht, ob diese Leute überhaupt Bücher lesen.» Urs Bitterli, NZZ am Sonntag

«Ein sehr schönes, lesenswertes Buch. […] Dank Müllers Werk kann man sich vor Augen führen, welche entscheidende Rolle deutschen MigrantInnen bei der Herausbildung Zürichs zum modernen Hochschul-, Medizin-, Wirtschafts- und Kulturstandort zufiel.» Thomas Bürgisser, WoZ

«Die runden Geburtstage von Richard Wagner und Georg Büchner in diesem Jahr rufen in Erinnerung, welch grosse Bedeutung das liberale Zürich im 19. Jh. für das europäische Geistesleben hatte. In seinem Werk ‹Adler bis Wesendonck› lässt Martin Müller den Leser in diese faszinierende Welt tauchen, die er anhand von über 150 Einzelporträts von Persönlichkeiten, die damals aus Deutschland und anderen Ländern – freiwillig oder unfreiwillig – zuwanderten, wieder auferstehen lässt. Das mit grosser Detailkenntnis geschriebene und mit amüsanten Anekdoten gewürzte Werk ist sicher für diejenigen Leser ein Gewinn, die meinen, Zürich oder die deutsch-schweizer Beziehungen gut zu kennen.» Peter Gottwald, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bern

«Ein faszinierendes Spektrum an hauptsächlich deutschen Persönlichkeiten, die für eine kürzere oder längere Zeit in Zürich sesshaft waren. […] Ein spannender Einblick in die Berührungspunkte ausländischer Intellektueller mit der Zürcher Gesellschaft.» Bulletin SEV/VSE