«Stellen wir diese Waffe in unseren Dienst»
Film und Arbeiterbewegung in der Schweiz
Herausgegeben vom Schweizerischen Sozialarchiv
Gebunden
2009. 2. Auflage 2010.
182 Seiten, 15 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0971-3
CHF 38.00 / EUR 24.50 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Arbeiterbewegung in der Schweiz, sich mit dem Film auseinanderzusetzen. Schnell eroberte sich das Medium einen festen Platz in der Propagandaarbeit, wenn es darum ging, Wähler zu überzeugen, neue Mitglieder zu gewinnen oder Kampagnen zu lancieren. Diese (fast vergessenen) Produktionen von Gewerkschaften, Partei und Amateuren sind einzigartige Zeitdokumente. Sie geben Aufschluss über das Selbstverständnis der Organisationen der Arbeiterbewegung und über das Funktionieren helvetischer Polit-Propaganda.
Sämtliche Filme der DVD werden hier erstmals auf einem nicht filmischen Träger herausgegeben. Fünf dieser Filme sind stumm; sie wurden anlässlich dieser Edition von Komponisten neu vertont und bieten neue, faszinierende Hör- und Seherlebnisse.

Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Universität Basel. Journalistische, wissenschaftliche und kuratorische Aktivitäten (Co-Leitung der Semaine de la critique, Locarno, Mitarbeit «L’histoire c’est moi», «Die andere Seite der Welt»). Leiter des Forschungsprojektes «Cinémémoire.ch» an der ZHdK. Seit 2010 Mitarbeiter im Forschungsprojekt «Schweizer Filmexperimente 1950–1988».
Inhalt
Vorwort
Annäherung an ein Medium – Einleitung

«Stellen wir diese Waffe in unseren Dienst»
Film und Arbeiterbewegung: eine schwierige Beziehung
Der Film etabliert sich im Bildungsangebot der Arbeiterbewegung

Produktion von «sozialen Filmen»
Tour d'Horizon
Produktionsfirmen und Filmschaffende
Auf der Suche nach einer eigenen Bildsprache
Historische und filmische Realitäten
Einbruch der Filmproduktion

Analyse ausgewählter Filme
Ein Werktag (1931)
Arbeit und Wohlstand für alle (1934/1935)
Solidarität (1934)
Die Stadt greift ein (19.9)
Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr (1943)
Die schweizerischen Gewerkschaften (1946)

Fazit: «Heraus zum ersten Mai» – aber vor allem «Ferien im Verbandsheim»

Kommentierte Filmografie (1917–1962)


Inhalt der DVD
Ein Werktag (Praesens Film AG Zürich, 1931; Neuvertonung durch Alin Gherman, Bern 2009)
Der rote Tag (Robert Risler, Zürich, 1934; Neuvertonung durch Adriano, Zürich, 2009)
Solidarität (Robert Risler, Zürich, 1934; Neuvertonung durch Pierre Funck, Zürich, 2009)
Arbeit und Wohlstand für alle (1934/35; Neuvertonung durch Markus Wipf, Zürich, 2009)
Aus einem Kinderheim – Barcelona (Robert Risler, Zürich, 1938; Neuvertonung durch Anselm Caminada, Zürich, 2009)
Die Stadt greift ein (Pro Film Zürich, 1939)
Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr (Pro Film Zürich, 1943)
Die schweizerischen Gewerkschaften (Praesens Film AG Zürich, 1946)

Pressestimmen
«Spätestens bei der Sichtung dieser [auf der DVD enthaltenen] Filme erfüllt der Band das im Vorwort gegebene Versprechen, gegen das Vergessen anzugehen: Diese sieben, im Buch einzeln ausgiebig analysierten und gewürdigten Filme sind ein derart einmaliges Kleinod, dass man das kleine Büchlein auch als Nicht-Historiker gern in seinem Bücherregal weiss.» Irene Genhart, Filmbulletin

«Eigentlich ist es ja eher ein Schatzkästchen denn einfach ein Buch. [...] Reich an Daten, Namen, Titeln, Fakten. [...] Abgerundet mit einer reich kommentierten Filmographie und einer DVD mit sieben der wichtigsten, bisher kaum zugänglichen Schweizer Arbeiterfilmen ist ‹Stellen wir diese Waffe in unseren Dienst› ein Kleinod, das nicht nur Historiker entzücken dürfte.» Zürcher Landzeitung

«È un gioiellino, sia per gli appassionati di storia del cinema che per chi si interessa della storia del movimento operaio in Svizzera. [...] L'opera di Länzlinger e Schärer è un modo originale per percorrere sia la storia del cinema che quella del movimento operaio, e grazie al dvd permette di farlo su una base anche emotiva.» area

«Diese DVD mit einer Gesamtspieldauer von vier Stunden ist ein wertvolles Zeugnis der schweizerischen Sozialgeschichte.» Dani Suter, Tages Anzeiger

«Cineasten und historisch Interessierte kommen mit dem kompletten Nachschlagewerk hingegen voll auf ihre Kosten.» Olaf Kühne, der arbeitsmarkt

«On peut parier sans trop de risque que l'ouvrage de Länzlinger et Schärer constituera une référence d'accès facile, la première à laquelle iront pendant longtemps aussi bien des usagers intéressés par l'histoire politique et sociale de la Suisse que par son histoire cinématographique. [...] Par rapport aux travaux antérieurs, un enrichissement considérable est représenté par ce que l'on apprend de la production des amateurs, en particulier le Zurichois Robert Risler, figure clé du militantisme socialiste zurichois et le Biennois Emil Rufer, secrétaire du Syndicat de la métallurgie et de l'horlogierie. La question du cinéma amateur prend ainsi un tour nouveau.» Roland Cosandey, Décadrages

«Die eigentliche Stärke der Studie ist die historische Rekonstruktion der Kontroverse um das Medium Film. Sie liefert Einblicke in eine Zeitspanne, in der sich grundlegende Verfestigungsprozesse im Bereich der Pädagogik, Volksbildung und der ‹Propaganda› vollziehen.» Florian Hoof, rezensionen:kommunikation:medien