Das Erbe der Moderne weitergeben
Pierre Boulez dirigiert das Lucerne Festival Academy Orchestra
Eine Phono-Monographie
Eine Publikation der Musikhochschule Luzern
Gebunden
2009. 180 Seiten, 66 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0969-0
CHF 48.00 / EUR 31.00 
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Um Pierre Boulez kommt nicht herum, wer die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts verfolgt. Als Komponist und Dirigent, aber auch als Manager und Musikvermittler, ist der 84-Jährige eine herausragende Figur. Seit dem Sommer 2004 gibt er seinen immensen Erfahrungsschatz im Rahmen der Lucerne Festival Academy einer jungen Generation weiter.
Höhepunkt und Abschluss der Academy 2008 war das Sinfoniekonzert vom 5. September im Konzertsaal des Kultur- und Kongresszentrums Luzern. Uraufführungen zweier junger Komponisten, Werke der beiden Altmeister Luciano Berio und Elliott Carter sowie der epochale Sacre du printemps von Igor Strawinsky standen auf dem Programm. Diese anderthalb Stunden klingende Musik, dokumentiert auf CD, beleuchtet die Monographie aus wechselnder Perspektive.
Die Akteure, Musikerinnen wie Hörer, kommen ebenso zu Wort wie die Musik als Klangereignis selbst. Entsprechend vielfältig – von der teilnehmenden Beobachtung bis zur computergestützten Interpretationsanalyse – sind die angewandten Methoden. Dabei umkreist die Phono-Monographie das Konzert auf verschiedenen Flugbahnen, was bald eine Nahsicht ermöglicht, bald einen Überblick gestattet.
ist Musikjournalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Forschung & Entwicklung der Hochschule Luzern – Musik. Er hat Schulmusik und Dirigieren an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern sowie Musikwissenschaft, Musikethnologie und Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Zürich studiert.

Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt
Kulturelles Laboratorium – Die Lucerne Festival Academy
Geschichte und Gegenwart
Klimawandel
Zukunftsmusik

Im Freundeskreis – Zur Programmgestaltung
Einleitund und Einladung: Luciano Berios «Quatre Dédicaces»
Nachdenkliche Leichtigkeit: Elliott Carters «Allegro scorrevole»
Über den Wolken

Klang und Struktur – Komponieren im 21. Jahrhundert
Dauer im Wechsel
Wuchernde Keimzelle
Sinfonie in C?
Techniken und Texturen
Mentor oder ästhetische Instanz?
Institution kontra Intuition?

«I like anarchy, but not here!» – Die Probephase
Die Sprache der Musik
«Like what your are reading»
Macht mit Mass
Fehler ohne Tadel
Vom allmählichen Verfertigen des Orchesterklangs

Strawinsky bleibt! – Pierre Boulez dirigiert den «Sacre»
«Gott segne ihn»
«Le Chef-d'orchestre-du-Sacre-du-printemps»
Tempo, Tempo
EIn heimlicher Romantiker?

Endlich Ruhe – Die Rezeption bei Presse und Publikum
Erzähltes Essen
Mit einem Lächeln
Eingeköchelte Expressivität
Musik(er) sehen

Ganz Mensch – Ein Konzertmitschnitt als Subjekt einer Monographie
Texte und Kontexte
Performative Wende

Pressestimmen
«Die umfassende Publikation dokumentiert die Geschichte der Academy, holt Stimmen ein von den Beteiligten und analysiert und reflektiert die Musik. ... Dies tut der Autor nie akademisch trocken. Schlüssig sind die Programmnotizen, ... detailliert und sehr individuell das Porträt über Johannes Boris Borowski und Ondrej Adamek. ... Die Publikation liefert mit dem Konzertmitschnitt gleich noch ein packendes Klangerlebnis dazu.» Schweizer Musikzeitung

«‹Das Erbe der Moderne weitergeben› nennt Jürg Huber sein ebenso anziehendes wie informatives Buch über Pierre Boulez am Pult des Lucerne Festival Academy Orchestra. […] Weit ist der Horizont, auch im Methodischen. Und viel ist da zu erfahren – nicht zuletzt über Boulez' Selbstverständnis als Dirigent.» Peter Hagmann, NZZ