Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten

Edition und Einleitung von Ursula Scholian Izeti

Eine Publikation des Vereins für Bündner Kulturforschung

Gebunden
2002. 160 Seiten, 9 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-0575-3
CHF 38.00 / EUR 24.90 
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«Viele Gelehrte, vorzüglich Schweitzer, haben sich bemühet, die Höhe oder Erhabenheit der Alpen zu bestimmen, allein keiner, so viel ich kenne, hat sie im ganzen bearbeitet.»
Ein ehrgeiziges Unterfangen ist es für den Disentiser Pater Placidus Spescha (1752-1833), die Alpen «im Ganzen» zu bearbeiten. Die Grenzen seines Horizontes zeichnen sich in seiner Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten (1823) denn auch deutlich ab. Andere Aspekte aber lassen über diese hinwegsehen.
Der Einfluss von Josias Simlers De Alpibus Commentarius (1574) ist unverkennbar. Doch die Autorität der antiken Autoren muss sich jetzt an den Entdeckungen der modernen Geographen messen. Die Beständigkeit der Gebirge hat sich in Trümmer aufgelöst. Und so veränderlich wie die geologischen Verhältnisse wird auch die menschliche Gesellschaft wahrgenommen: Die Umbrüche um 1800 fordern nach einem neuen Gleichgewicht zwischen Tradition und Modernisierung. In Placidus Spescha findet die Bündner Surselva einen tatkräftigen Verfechter von Fortschritt und Entwicklung.
Die Alpen «im Ganzen» zu bearbeiten schliesst für den Erstbesteiger von Rheinwaldhorn und Oberalpstock aber auch die «höchsten Alpen» mit ein: Unverhüllt rivalisiert Placidus Spescha mit Horace-Bénédict de Saussure, dem gefeierten Besteiger des Montblanc. Seine kühnen Panoramabeschreibungen von den höchsten Gipfeln aus lassen an einen virtuellen Alpenflug denken - und lösen bis heute Zweifel aus.
Mit ihrer Einleitung situiert Ursula Scholian Izeti den Text von Placidus Spescha in der Geschichte der «Entdeckung der Alpen», einer Geschichte, deren Kapitel bis auf wenige Ausnahmen im Flachland geschrieben wurden. Die Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten von Placidus Spescha ist eine dieser Ausnahmen.


Bücher im Chronos Verlag

Pressestimmen

«[...] Und wir können bei der Lektüre von Placidus Speschas Beschreibungen, Beobachtungen, Anmerkungen und Mutmassungen über die Alpen, die Natur und die Menschen immer wieder staunen. Frisch der Stil, sprudelnd die Erzählenergie. [...] Mit diesem Buch werden die Leserinnen und Leser auf eine sehr modern anmutende, originelle, oft skurril-komische Reise in die Vergangenheit und durch die Alpenwelt mitgenommen.»
EigenART – Die Kulturzeitschrift über Menschen und die Schweiz


«Diese ‹Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten› ist nicht nur unterhaltsame und lehrreiche Lektüre, es ist eines der wertvollsten und wichtigsten Dokumente der Alpenbeschreibung und gehört daher in jede Bibliothek und Sammlung mit alpinen Büchern!»
Bücherrundschau des Buch- und Kunstverlags Herbert Pardatscher-Bestle

Besprechungen

Alpenbeschreibung

Der Disentiser Pater und Naturforscher Placidus Spescha (1752–1833), ein einstmaliges Bauernkind aus dem bünderischen Trun, hatte sich schon zu Kinderzeiten für Berge, Alpen und hohe Gipfel interessiert. Als einer der Ersten bestieg er die höchsten Gipfel der Bündner Surselva bis zum Tödi. Unter den hinterlassenen Schriften Speschas, die sich zum Grossteil im Staatsarchiv Graubünden befinden, findet sich auch ein Manuskript, das eine ‹Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten› enthält. Aus der Hand der Historikerin Ursula Scholian Izeti liegt nun eine moderne Edition dieses im Original 218 Seiten umfassenden Manuskriptes von 1823 vor. Die Herausgeberin verortet in ihrer lesenswerten Einleitung Speschas Arbeit in den allgemeinen Diskurs um die Entdeckung und Beschreibung der Alpen. Nachdem im 17. Jahrhundert Kriegswirren, Pest und Hunger die eben erst aufgekeimte Alpenbegeisterung wieder hatten abklingen lassen, erlaubten die ruhigeren Zeiten ab 1740 wieder etliche Alpenbesteigungen. Placidus Spescha weiss sehr wohl um seine Vorläufer, etwa die Genfer Brüder De Luc und, natürlich, Horace-Bénédict de Saussure. Der Montblanc-Besteigung Saussures stellt er seine eigene Erstbesteigung des Piz Valrhein entgegen.

Neue Zürcher Zeitung, Feuilleton