An Kurorten und in Grandhotels der Alpen sorgten ab den 1860er-Jahren zahlreiche Salonorchester für musikalische Unterhaltung. Vierzehn unterhaltsame Essays erkunden unbekannte Aspekte dieses faszinierenden Phänomens. Dabei reicht ihre Bandbreite von Saxofonklängen bei Skisprungschanzen
über die Abstimmung von Klangfarben in Orchesterarrangements bis hin zu Opern ohne Gesang. Auch die Musikgeschichte der abgelegenen Engadiner Hotels Val Sinestra und Maloja Palace kommt zur Sprache sowie Transport-, Verpflegungs- und Geldprobleme von Konzertmeistern, Tanzgewohnheiten in hochgelegenen Hotels, das Lied einer altägyptischen Mumie in St. Moritz und Wanderwege von Musikerinnen und böhmischen Geigern.
«Es lässt sich nur erahnen, mit welchen – weit verstreuten und heterogenen – Quellenkonvoluten operiert wurde, wenn man am Schluss die Aufzählung der Archive liest, in denen Materialien für die Forschung über die Salonorchester aufgetaucht sind. […] Es ist ein großes Verdienst von Mathias Gredig und Matthias Schmidt, diese spezifischen Quellen aufgespürt und den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellt zu haben. So ist ein facettenreiches, differenziert belegtes Panorama der Salonorchester entstanden, dass gleichzeitig neue Aspekte zum Engadiner Tourismus und der örtlichen Hotelgeschichte enthält, aber auch weit über das Regionalspezifische hinausgeht.»
«Der Sammelband umfasst 14 gut lesbare und portionierte Beiträge. Eine empfehlenswerte, abwechslungsreiche, lohnende (nicht bloss) Sommerlektüre. Sie bietet Hotel-, Tourismus-, Musik- und Kulturinteressierten neue Einblicke in die Welt der Salonmusiker und -musikerinnen und in ihre nicht selten schwierigen Berufsumstände. Aufschlussreich sind zudem die Überlegungen der Hotels, die Salonorchester als Marketingattraktivität verpflichteten und nutzten. Musikinteressierte kommen voll auf ihre Kosten, wenn saisonale Musikprogramme oder Arrangements der Salonorchester analysiert werden.»
«Der Sammelband ‹Salonorchester in den Alpen› leistet einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der alpinen Musikgeschichte und nimmt eine Pionierrolle in einem bisher randständigen Forschungsfeld ein. In der Gesamtdarstellung ergibt sich durch die interdisziplinäre Herangehensweise, die Verbindung von Musik-, Kultur- und Sozialgeschichte sowie die neu erschlossene Quellenbasis eine Publikation, die vielseitige Einblicke in eine bislang wenig erforschte Thematik bietet und trotz des geografisch stark begrenzten Rahmens sehr heterogen aufgebaut ist. Die Beiträge machen deutlich, dass Salonorchester nicht nur zur Unterhaltung dienten, sondern gezielt zur kulturellen Inszenierung touristischer Orte eingesetzt wurden. Die Publikation bietet eine fundierte Grundlage für zukünftige Forschungen und trägt maßgeblich dazu bei, ein weitgehend vergessenes Kapitel der Musikgeschichte neu zu beleuchten.»
«Die Lektüre des Bands lohnt sich auf alle Fälle. Er vereint erfolgreich Information und Unterhahtlung und wird dem Gegenstand damit gerecht.»
«‹Salonorchester in den Alpen› ist ein Muss für all jene, welche sich für die Geschichte des Engadiner Tourismus und für Musikwissenschaft begeistern».
«Das Buch ist die verdienstvolle Musikgeschichte einer untergehenden Kultur. Nur noch in Pontresina und St. Moritz treten von Juni bis September die einzigen verbliebenen Kurorchester der Schweiz täglich mit neuem Programm auf. Ein Abgesang, der eine Lücke schließt.»