«Ich wollt’s auf tausend Karten schreiben»

Ansichtskarten aus dem Kanton Zürich 1890–1930

Mit einem Beitrag von Jochen Hesse

Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 88
Broschur
2020. 272 Seiten, durchgehend illustriert
ISBN 978-3-0340-1612-4
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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Heutzutage eine Whatsapp-Nachricht, früher ein Telefonanruf, vor hundert Jahren eine Postkarte: Das Medium hat sich geändert – das Bedürfnis, rasch und kostengünstig knapp gefasste Mitteilungen zu verschicken, ist geblieben. Ansichtskarten, die eine Landschaft, eine Ortschaft oder einzelne Gebäude wiedergeben, sind für die Geschichtsforschung eine wichtige und oft auch einzigartige Bildquelle. Die Publikation richtet den Fokus auf den Kanton Zürich, dessen Landschafts- und Siedlungsbild in den letzten hundert Jahren tiefgreifende Veränderungen erfahren hat.
Roland Böhmer stellt aus jeder Zürcher Gemeinde und jedem Quartier der Städte Zürich und Winterthur eine historische Ansichtskarte vor. Unter den ausgewählten Sujets finden sich zahlreiche seltene Motive. Bild- und Textseite der Karten werden erläutert und in einen grösseren Zusammenhang gestellt. Die knapp zweihundert Texte zeichnen ein anschauliches Bild der Lebensverhältnisse im Kanton während der Belle Époque, des Ersten Weltkriegs und der Zwanzigerjahre. Neben der rasant wachsenden Gross­stadt Zürich und dem wesentlich kleineren, von der Maschinenindustrie dominierten Winterthur gab es damals rund ein Dutzend industriell geprägte Ortschaften mit einigen Tausend Einwohnern und vor allem auch weite, ländlich gebliebene Gebiete, die mit Abwanderung konfrontiert waren. Zwei einleitende Kapitel runden die Thematik des Buches ab: Roland Böhmer fasst die Entwicklung des Kantons im genannten Zeitraum zusammen, Jochen Hesse beleuchtet die Geschichte der Postkarten und der Ansichtskartenverlage, die im Raum Zürich aktiv waren.

ist promovierter Kunsthistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Denkmalpflege des Kantons Zürich.


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Pressestimmen

«Ein Buch erzählt vom Drang, allen mitzuteilen, wo man gerade steckt. Es ist ein Bilderbuch der besonderen Art: Es enthält aus jeder Zürcher Gemeinde und jedem Stadtquartier von Zürich und Winterthur eine Ansichtskarte aus der Zeit zwischen 1890 und 1930, inklusive unterhaltsamer Beschreibung.»

Tages-Anzeiger, 30. Dezember 2020, Helene Arnet

«Die Ansichtskarte war um 1900, was eine knappe Whatsapp-Nachricht heute ist. Die Postkarte wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum idealen Kommunikationsmittel einer rascheren und globalisierten Gesellschaft. [...] Roland Böhmers Buch zeigt die unglaubliche Vielfalt der Zürcher Ansichtskarten: Neue Gebäude werden ebenso abgelichtet wie die Einweihung eines Fussgängerstegs über die Sihl, die gefrorenen Zürcher Seen oder der Auftritt eines Mandolinenorchesters. Aus allen Gemeinden wird Ernstes und Kurioses berichtet, meist aber irgendwie Bezeichnendes – womit sich die Publikation auch als eine etwas andere Geschichte des Kantons Zürich lesen und betrachten lässt.»

Neue Zürcher Zeitung, 30. Dezember 2020, Adi Kälin

«Im Zeitalter von SMS, Twitter und Whatsapp scheinen Postkarten Zeugnisse einer fernen Zeit. Und doch gehören Ansichtskarten weiterhin zu jedem Souvenirgeschäft. Denn im Unterschied zur modernen digitalen Technologie sind Karten nicht einfach kurze Botschaften, sondern sie dienen auch der Erinnerung, die Jahrzehnte später aufgefrischt werden kann. [...] Dieser multifunktionalen Nutzung von Ansichtskarten widmet sich das neue Buch der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Der Autor Roland Böhmer stellt dabei nicht einfach seine den Kanton Zürich umfassende, seit seiner Jugend aufgebaute Sammlung vor, sondern wagt vielmehr eine Tour d’Horizon quer durch Gemeinden, Themen und lokale Besonderheiten. Das Resultat ist eine faszinierende, manchmal skurrile, immer unterhaltsame Reise durch den Zürcher Alltag vor einem guten Jahrhundert.»

Der Landbote, 30. Dezember 2020, Peter Niederhäuser

Am Berchtoldstag eines jeden Jahres stellt die Antiquarische Gesellschaft in Zürich ihr Neujahrsblatt vor. Der Band behandelt jeweils ein Thema der Zürcher oder Schweizer Geschichte. Dabei wird häufig jungen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, mit ihren Forschungsergebnissen an eine breitere Öffentlichkeit zu treten.