Triathlon – auf der Strecke und darüber hinaus

Eine Ethnografie zur Erfahrung von Körper, Bewegung und Raum

Zürcher Beiträge zur Alltagskultur, Band 27
Broschur
Erscheint im November 2020. ca. 400 Seiten, ca. 45 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1607-0
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Triathlon boomt. Der kräftezehrenden Verbindung von Schwimmen, Radfahren und Laufen verschreiben sich auch in der Schweiz immer mehr Menschen. Längst besitzt der Sport prominente Aushänge­schilder und Anbieter konkurrieren mit ­immer herausfordernderen Wettkämpfen und verschieben so die Machbarkeitsvorstellungen der Athletinnen und Athleten. Der Sport verändert den Alltag: Triathlon wird zu einem umfassenden Lebensstil.
Seiner Aufschlüsselung widmet sich dieses Buch aus einer kulturwissenschaftlich-anthropologischen Per­spektive. Die Autorin macht die eigenen Erfahrungen als Triathletin zum Ausgangspunkt einer ethnografischen Untersuchung. Sie gibt Einblicke in Selbstbilder, Körperkonzepte und Szenenwissen, in Emotionen und Rituale auf der Suche nach den Grenzvorstellungen und zeigt die Dimensionen dieser sportlichen Trias in ihrer Vielschichtigkeit der Erfahrungen von Körper, Bewegung und Raum.
Was die Wechselzone und das Trainingslager mit methodischen Erhebungen zu tun haben und wie Szenenpraktiken und Körpertechniken über prozesshaftes Hineinwachsen und weitergegebenes Wissen beispielsweise Bräunungs­streifen zu einem Alleinstellungsmerkmal werden lassen, ist ebenso Thema, wie Finisher-T-Shirts, die eine Geschichte von vergangenen Leistungen erzählen. So hilft Babypuder nicht nur beim Anziehen eines ­Neoprens, sondern verhandelt Wissensbestände, verkörpert Lebensstile und zeigt Exklusivität, durch die das Triathletendasein bezeugt wird. Die Studie fragt ebenso, wie Leistungsvorstellungen, Streckenerleben und Technologien zusammenhängen, und analysiert die entstehenden Bedeutungszuschreibungen, zeigt Varianten von Schmerzen und deckt auf, wie der Ironman Hawaii zu einem modernen Mythos werden konnte.

ist Kulturanthropologin und arbeitet am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Sie hat Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften, Kulturwissenschaften und Geschichte studiert und schreibt für verschiedene Fachmedien und Zeitungen.

In dieser Publikationsreihe des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich stehen Dissertationen und Lizenziatsarbeiten im Vordergrund. Die Beiträge sind einem alltagskulturellen Zugang verpflichtet und umfassen historische und gegenwartsbezogene Probleme, Ethnografien von ländlichen und urbanen Lebenswelten, theoretische Diskussionen ebenso wie Analysen von konkreten Objekt- und Symbolkulturen.