Haus Gartenhof in Zürich

Raum für vernetzte Friedensarbeit

Gebunden
2019. 192 Seiten, 39 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1552-3
CHF 38.00 / EUR 38.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
  • Service

1938: Ganz Zürich bleibt nachts verdunkelt, um Flieger­bomben kein Ziel zu liefern. Eine Luftschutzübung des Militärs bereitet auf den Krieg in Europa vor. Nur ein Haus im ­Arbeiterquartier Zürichs sticht aus der Dunkelheit heraus. Die Liegenschaft des religiös-sozialen Theologen Leonhard Ragaz und seiner Frau Clara bleibt hell beleuchtet – aus Protest gegen die passive Einstimmung auf den Krieg. Der Zürcher Gartenhof bildete von den Zwischenkriegs- bis in die Nachkriegsjahre das Zentrum schweizerischer Friedensaktivitäten.

Das Haus an der Gartenhofstrasse 7 in Zürich-Aussersihl war ein Knotenpunkt in einem dichten Netzwerk ­sozialer Bewegungen mit lokaler, regionaler und internationaler Ausstrahlung. Der Gartenhof war einerseits Teil der internationalen Settlement­bewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Schweiz erreichte. Durch Sozial-, Bildungs- und Nachbarschaftsarbeit sollte die Lage der arbeitenden Bevölkerung verbessert werden. Andererseits entwickelte sich der Gartenhof nach dem Ersten Weltkrieg zu einem radikalpazifistischen Zentrum. Prägend wirkte Clara Ragaz-Nadig, die im Frühjahr 1919 zusammen mit der späteren amerikanischen Nobelpreisträgerin Jane Addams eine grosse Frauenfriedenskonferenz auf neutralem Boden in Zürich organisierte. Schliesslich dokumentieren die Autoren die Fluchthilfe der Auskunftsstelle für Flüchtlinge in den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs, die ebenfalls vom Gartenhof aus tätig war.


Ina Boesch ist Kulturwissenschaftlerin und Kulturjournalistin (Schweizer Radio DRS2, Buchbeilage der NZZ am Sonntag). Viele Jahre Tätigkeit als Kulturredakteurin bei Schweizer Radio DRS sowie als Dozentin an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich mit den Schwerpunkten Zeitgeschichte, Biografieforschung, Migration/Transkulturalität und spanischsprachige Literatur. Leitung von verschiedenen Kulturaustauschprojekten, Mitbegründerin der Kulturplattform „hexperimente“. www.inaboesch.ch


Bücher im Chronos Verlag


Historiker. Leiter Sekretariat SP Baselland.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


Historiker. Bis 2017 Lektor am Studienbereich Soziologie, Sozial­politik und Sozialarbeit an der Universität Freiburg i. Ü.


Aufsätze im Chronos Verlag


Journalist. Langjähriger Geschäftsleiter des Schweizerischen Friedensrates und verantwortlicher Redaktor der «Friedenszeitung».

Pressestimmen

«Das Buch beinhaltet einen Fundus an Sozialgeschichte, an Lebensbildern mutiger Menschen in der Kriegs- und Nachkriegszeit, wo Menschen in Not kamen und gingen, wo Hilfsgüter im Schlafzimmer lagerten. Eine Autorin und drei Autoren beschreiben die verschiedenen Epochen sowie einzelne Blickwinkel in die Vergangenheit. Frauen und Flüchtlingsarbeit, Transit- und Lagerhilfe, Öffentlichkeitsarbeit, Aufbruch im Jahr 1968, Militärverweigerer-Bewegung, Ostermärsche in der Bodenseeregion, Verbotsbegehren gegen Waffenausfuhr und mehr gehören zur Themenvielfalt.»

Terra Grischuna, Heft 3 (2020), sowie Ruinaulta, 24. April 2020, Elisabeth Bardill

«Diese Veröffentlichung […] trägt Wesentliches zum besseren Verständnis von sozialen Bewegungen in der Schweiz bei.»

13. Dezember 2019, P. S., Kurt Seifert

«Um den ‹Gartenhof› in Zürich ranken sich viele Geschichten. Eine Historikerin und drei Historiker sind ihnen nachgegangen. […]

Das Buch über den ‹Gartenhof› entstand auf Anregung des Schweizerischen Friedensrats, des 1945 gegründeten Dachverbands pazifistischer Organisationen, der an der Gartenhofstrasse 7 zu Hause ist. Ein beträchtlicher Teil des Werks wurde vom Sissacher Historiker Ruedi Epple geschrieben, den man bei uns insbesondere als Verfasser profunder Untersuchungen zur Geschichte des Kantons Basel-Landschaft kennt. Mit der Geschichte des ‹Gartenhofs› verbindet Epple einen Teil seiner Biografie, wie er auf Anfrage der ‹Volksstimme› sagt: ‹Zeit meines politischen Lebens war der ‹Gartenhof› immer wieder ein Ort, mit dem ich in Berührung kam […].›

[…] Und weiter: ‹Dass dort Leonhard Ragaz und seine Familie gelebt und gewirkt hatten, gab diesem Ort eine besondere Ausstrahlung, die ich dabei immer wieder wahrnahm. Die Möglichkeit, im Rahmen des Buchprojekts der Geschichte dieses Orts und der Faszination, die von ihm ausgeht, nun auch wissenschaftlich nachzugehen, war für mich eine sehr reizvolle und interessante Aufgabe, der ich sehr gerne und mit grossem zeitlichem Aufwand nachging.›»

13. Februar 2020, Volksstimme Nr. 18, Martin Stohler