«Zwangslagenleben»

Biografien von ehemals administrativ versorgten Menschen

Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 5
Gebunden
Erscheint im Mai 2019. ca. 248 Seiten
ISBN 978-3-0340-1515-8
ca. CHF 38.00 / EUR 38.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Buchreihe

Wer sind die Menschen, die von einer ad­ministrativen Versorgung betroffen waren? Wie gerieten sie in den Fokus der Behörden, wie erlebten sie die administrative Versorgung und welche Auswirkungen hatte diese auf ihr weiteres Leben? Ausgehend von 58 biografischen Interviews mit ehemals administrativ versorgten Menschen sucht der Band Antworten auf diese Fragen. Die vergleichende Analyse der Interviews offen­bart auffällige Gemeinsamkeiten, etwa, wie die Betroffenen Opfer dieser Massnahme wurden, aber auch in Bezug auf die berufli­chen Wege, die ihnen nach einer adminis­trativen Versorgung offenstanden, und den Erfahrungen, die sie in ihrem familiären und sozialen Leben teilten. Es wird deutlich, dass die Geschichte der administrativen Versorgung im hier behandelten Zeitraum der Nachkriegszeit auch als eine Geschichte der Gewalt und des gesellschaftlichen Um­gangs mit Opfern von Gewalt verstanden werden kann – mit bisweilen gravierenden Auswirkungen für die Betroffenen bis heute.


ist Historikerin, promovierte über die Genossenschafterin Dora Staudinger (1886–1964) und ist Forschungsleiterin der UEK. Sie arbeitet mit Biografien und Interviews als historischen Quellen.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


Sozialanthropologe, Dozent am Fachbereich Soziale Arbeit der FHS St. Gallen und wissenschaftlicher Mitarbeiter der UEK. Er forscht unter anderem zu Biografien von Menschen, die von sozialarbeiterischen Interventionen betroffen sind.

Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.