Strahlenmedizin

Krebstherapie, Forschung und Politik in der Schweiz, 1920–1990

Gebunden
2017. 224 Seiten, 28 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1413-7
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Energiereiche Strahlen werden in der Schweiz bei jeder zweiten Krebspatientin, jedem zweiten Krebspatienten zur Zerstörung von Tumorzellen eingesetzt. Doch wie ist diese Strahlenmedizin entstanden?
Die Atombombenabwürfe am Ende des Zweiten Weltkriegs waren das folgenreiche Ereignis. Sie gaben medizinischem Wissen über Strahlenwirkungen sicherheitspolitisches Gewicht und trieben zugleich die Umsetzung ziviler Anwendungen der Atom- und Strahlenforschung an – auch in der Schweiz. Hatten bis dahin Radiumstiftungen die Strahlenmedizin gefördert, trugen nun Bundesgelder zum Ausbau der hochtechnisierten Radiotherapie bei. Die Computertechnik des Kalten Kriegs dynamisierte diese Entwicklung. Kritische Debatten zu den Folgen der Technisierung der Medizin setzten ein.
Niklaus Ingold, Sibylle Marti und Dominic Studer zeigen, wie vielfältige Interessen die Anwendung von Strahlen in der Medizin gestalteten – medizinische und wissenschaftliche, aber auch militärische, politische und wirtschaftliche.

«Das Buch macht eine Vielzahl von Zusammenhängen und Entwicklungslinien anschaulich, die für das Verständnis der aktuellen Landschaft der Radio-Onkologie der Schweiz wichtig sind.»
Daniel M. Aebersold, Direktor und Chefarzt der Universitäts­klinik für Radio-Onkologie am Inselspital Bern


arbeitet als freiberuflicher Historiker zur Wissenschafts-, Technik- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (www.ogre.ch). Zuvor war er am Lehrstuhl für Medizingeschichte der Universität Zürich tätig und gehörte dem Graduiertenkolleg «Geschichte des Wissens» des gleichnamigen Kompetenzzentrums von ETHZ und UZH an.


Bücher im Chronos Verlag


ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität in Hagen und forscht unter anderem zu «Strahlen im Kalten Krieg».

arbeitet in Winterthur für die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte. Davor war er Projektmitarbeiter am Lehrstuhl für Medizin­geschichte der Universität Zürich.
Inhalt

Strahlen. Eine Schlüsseltechnologie der Moderne
Niklaus Ingold

Von gemeinnützigen Stiftungen und kolonialem Rohstoffhandel. Die Versorgung der Schweizer Krebsmedizin mit Radium, 1920–1945
Dominic Studer

Einstieg in die Hochvolttherapie. Militärische und zivile Strahlenanwendungen und der Kalte Krieg, 1945–1965
Sibylle Marti

Entstehung einer Robotermedizin? Die Computerisierung der Strahlentherapie und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit hochtechnisierter Medizin, 1960–1990
Niklaus Ingold

Nachwort
Daniel M. Aebersold

Anmerkungen
Bibliografie
Chronologien
Personenregister
Autorin und Autoren


Pressestimmen

«Das Buch stellt die komplexen Entwicklungen, die zu leistungsfähigen medizinischen Bestrahlungssystemen führten, auf gut lesbare Weise vor.»

bulletin.ch, Fachzeitschrift und Verbandsinformationen von Electrosuisse und Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, 4/2018, 3. April 2018, Radomir Novotny

«Der Sammelband liefert ein eindrückliches, auch für medizinische Laien gut nachvollziehbares Gesamtbild der Entwicklung, welche die Strahlenmedizin in der Schweiz im 20. Jahrhundert nahm. Die Autorin und die beiden Autoren werden dabei ihrem eigenen Anspruch, die jeweiligen lokalen Verhältnisse – insbesondere im Inselspital Bern und im Universitätsspital Zürich – auf schweizweite und transnationale Zusammenhänge zu beziehen, durchaus gerecht. Somit können ihre Beiträge künftiger Forschung, die das Wechselspiel von Hochenergiephysik und Medizin untersucht, als wertvoller Anknüpfungspunkt dienen. Dem Buch ist eine breite Leserschaft zu wünschen.»

H-Soz-Kult, 17. Mai 2018, Silke Fengler