Meister Putsch und seine Gesellen

Ein helvetischer Roman in sechs Büchern

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Patricia Zihlmann-Märki und Christian von Zimmermann
Schweizer Texte, Neue Folge, Band 48
Gebunden
2017. 416 Seiten, 13 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1368-0
CHF 48.00 / EUR 48.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
  • Buchreihe
  • Service

In der Edition von Alfred Hartmanns Roman aus dem Jahr 1858 wird ein Stück Schweizer Literaturgeschichte wieder zugänglich, das zeitnah den konfliktreichen Weg zur schweizerischen Bundesstaatsgründung beleuchtet. «Meister Putsch und seine Gesellen» gibt Einblick in unterschiedliche politische Milieus und lässt die wichtigsten Akteure der Regenerationszeit sowie eine Reihe kurioser Gestalten auftreten. Die Skizze der politischen Entwicklung der Schweiz wird verbunden mit der Lebensgeschichte des in einer Bauernfamilie aufgewachsenen Fritz Waldmann.

Alfred Hartmann führt die Leser und Leserinnen mit der Hauptfigur Fritz Waldmann an wichtige Schauplätze der ereignisreichen 1840er-Jahre, skizziert dessen Aufstieg im von Exildeutschen mitbestimmten politischen Radikalismus in Bern und schliesslich auch die Abwendung hin zu einer vermittelnden liberalen Position. Die Aufhebung der aargauischen Klöster im Jahr 1841, die von radikalen Kreisen initiierten Freischarenzüge nach Luzern, der Sonderbundskrieg und die Auseinandersetzungen um die Bundesstaatsgründung von 1848 sind die Eckpfeiler des Romans. In dieses historisch-reale Gerüst baut Hartmann nicht nur die Geschichte Waldmanns ein, sondern integriert gerade mit den Frauengestalten auch Figuren, die einem anderen zeitlichen oder räumlichen Kontext entlehnt sind. Nicht nur dies konfrontiert die Leserschaft mit der Frage nach dem Status des vom Autor postulierten Ziels, die Zeitereignisse «photographisch getreu» abzubilden. Über Entstehung und historische Kontexte informiert ein Nachwort der Herausgeber.


(1814–1897), seit den 1830er-Jahren schriftstellerisch tätig, Korrespondent verschiedener, auch deutscher Zeitungen, Herausgeber des weitverbreiteten Satiremagazins «Der Postheiri. Blätter für Gegenwart, Öffentlichkeit und Gefühl».


Bücher im Chronos Verlag


Patricia Zihlmann-Märki, geboren 1978, promovierte mit einer Studie über den Umgang mit dem Tod im Basel des 18. und 19. Jahrhunderts. Seit 2015 ist sie stellvertretende Gesamtleiterin der Forschungsstelle Jeremias Gotthelf an der Universität Bern und leitet ein Teilprojekt zu Gotthelfs Korrespondenz, die im Rahmen der – auch digitalen – Historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Jeremias Gotthelf ediert werden soll. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Neuere Schweizer Geschichte, Editionsphilologie, Alltagsgeschichte, Jeremias Gotthelf und Alfred Hartmann.


Bücher im Chronos Verlag


geboren 1965, ist Dozent für Neuere Deutsche Literatur und Editionsphilologie an der Universität Bern. Er ist einer von zwei Gesamtleitern der historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Jeremias Gotthelf. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Biographik, Literarische Anthropologie und Neuere Schweizer Literatur.


Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag


Herausgeber/in der Reihe

Inhalt

Edition
- Erster Band
- Zweiter Band
- ‹Vermutliche Selbstankündigung›

Editorischer Bericht
Dank

Nachwort
- Alfred Hartmann
- Der Roman im Werkkontext
- Aufnahme und Wertung des Romans
- Historischer Rahmen der Romanhandlung
- Zeittafel der historischen Ereignisse
- Personenlexikon
- Literaturverzeichnis für das Nachwort
- Abbildungsverzeichnis
- Register zum Personenlexikon


Pressestimmen

«In einem Aufsatz, [...] hat Rémy Charbon angemerkt, wenn man die Reaktion der Schweizer Intellektuellen auf 1848 studieren wolle, müsse man die Zeitungen jener Zeit durchgehen; er hat angefügt, auch die Schriftsteller, die bekannten wie Gottfried Keller und Jeremias Gotthelf ebenso wie die vergessenen wie Adrian von Arx und Alois Bruhin, seien dabei zu berücksichtigen. Verdienst dieser Edition ist es, diesem Studium eine weitere Quelle erschlossen zu haben.»

Berner Zeitschrift für Geschichte, 04/2018, Ruedi Graf