Emil Dill: Der Künstler als Chronist und Illustrator
Gebunden
2017. 244 Seiten, 234 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1351-2
CHF 58.00 / EUR 52.00 
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«Was also alles dergestalt in grosser Mannigfaltigkeit dargestellt wird, ist das Leben des Alltags in seinen vielseitigen Erscheinungen, allüberall wo es einem entgegentritt in greller Tagesbeleuchtung, für spätere Zeiten gültige Dokumente des Lebens, wie es sich in der Jetztzeit abrollt.»

«Die neue Kunst ist also nicht nur eine Reaktion der Hellmalerei gegen die Dunkelmalerei, sondern auch eine Reaktion des Modernen gegen die Vergangenheit, oder die Geschichte der neuen Kunst ist auch eine Geschichte sozialer Zeitempfindungen.»
Emil Dill 1906

In seinen Arbeiten zeigt sich der Künstler Emil Dill als tiefgründiger Beobachter und versierter Erzähler. Insbesondere seine Illustrationen für den Nebelspalter bestechen durch ihren Aktualitätsbezug. Nicht nur die Themenwahl, sondern ebenso die stilistische Ausführung dieser Arbeiten erweist sich auch im Rückblick als zeitgemäss und relevant. Viele von Dills grafischen Werken und Illustrationen sind mehrschichtig aufgebaut und beinhalten polyvalente Aussagen. Es sind Zeugnisse eines rigoros geschulten, scharfsinnigen Intellekts.
Die gesellschaftskritische Karikatur und ihr Konterpart, die sozialpolitische Satire, spielen eine prominente Rolle in der modernen Malerei um 1900. Jedoch erst in neuerer Zeit wurde ihnen die gebührende Aufmerksamkeit der Kunstwelt zuteil. Georg Hilbis zweiter Band zu Emil Dill gewährt dem Leser einen vertieften Einblick in die anspruchsvollen Inhalte der Werke und kommentiert sie im sozialen und geopolitischen Kontext.

studierte europäische und ostasiatische Kunstgeschichte. Er promovierte zum Thema Transformation, Sublimation und Individuation im modernen Porträt in der Schweizer Malerei um 1900. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Aufarbeitung der Œuvres von Hans Potthof (1911–2003), Emil Dill (1861–1938) und Hans Emmenegger (1866–1940).


Bücher im Chronos Verlag

Inhalt

Vorwort
Prolog
Einleitung

I. Die moderne Bildsatire Die Genese der Karikatur und der bildlichen Satire
Das Aufblühen der Bildsatire im 19. Jahrhundert
Neue Impulse – die Basis der Moderne
Die Karikatur als Katalysator für innovative Kunststile
Die Linie –Ausgangspunkt und Inspiration zur progessiven Formgebung
Innovation und Applikation – Emil Dills Nebelspalter-Illustrationen im kulturhistorischen Kontext

II. Das Bild als historisches Dokument Die Natur als individualisierte Geschichte
Der cinematografische Blick
Das narrative Element im Bild
- Winterliche Aktivitäten
- Seegfrörni 1929
- Seldwyla – Dokumentation einer heimischen Kulisse
- Historisierende Darstellungen
- Lorzentobelbrücke – eine fiktive Dokumentation
Zeitdokument Mensch
- Das Porträt als Zeitbild zur visuellen Erinnerung
- Selbstbildnis – eine kritische Selbstreflexion in steter Kontinuität

Anhang
Verzeichnis der Bildtafeln
Anhang I–VII
Anmerkungen
Bibliografie
Dank