Fluchtpunkt Fremdenlegion

Schweizer im Indochina- und im Algerienkrieg, 1945–1962

Gebunden
2016. 2. Auflage 2017.
320 Seiten, 59 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1352-9
CHF 48.00 / EUR 43.00 
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Rund 2200 junge Schweizer Männer traten in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg trotz Verbot in die Fremdenlegion ein, um für die Kolonialmacht Frankreich fern von Europa in den Krieg zu ziehen. Was sie dazu bewogen hat, wie ihr Legionsalltag und wie das Leben nach der Heimkehr aus Fremden Diensten aussah, wird in diesem Buch eingehend thematisiert.
Wer in die Welt dieser modernen Söldner eintaucht, stösst unweigerlich auf Armut und Unrecht in der Schweizer Nachkriegsgesellschaft: auf Männer aus grösstenteils niedrigen sozialen Schichten, aus zerrütteten Familien, mit geringer Ausbildung, dafür mit viel Erfahrung in Anstalten oder als Verdingkind, mit einem aus «Armutsdelikten» bestehenden Vorstrafenregister oder auch mit Beziehungsproblemen. All dies erschwerte ein Vorwärtskommen in der Schweiz und bewog diese Männer zur Flucht in die Legion. Im rigiden militärischen Verband zu folgsamen Legionären geformt, sahen nicht wenige in der Fremdenlegion eine neue Lebenschance, obwohl sie von Frankreich für dessen Kolonialpolitik in Indochina und Nordafrika skrupellos instrumentalisiert wurden. So werden sie auch zu Zeugen oder Tätern von Folter und Kriegsverbrechen.
Die schweizerische Militärjustiz produzierte zu den Fremdenlegionären umfangreiche Aktenbestände, aus denen der Autor – ­nebst mündlichen Quellen und Memoirenliteratur – schöpfen konnte. Entstanden ist eine Kollektivbiografie mit zahlreichen Fallbeispielen, die ein anschauliches und differenziertes Bild der Schweizer Fremdenlegionäre vermitteln.

Dr. phil., geb. 1954, ist Privatdozent am Departement Geschichte der Universität Basel. Er forscht, unterrichtet und publiziert unter anderem zur Sowjetunion, zum Spanischen Bürgerkrieg und zur Kriegsfreiwilligkeit im Allgemeinen.

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Pressestimmen

«2200 junge Schweizer Männer traten zwischen 1945 und 1962 in französische Dienste und kämpften als moderne Söldner in Indochina und Algerien. Ihre meistens so ernüchternden wie schrecklichen Erfahrungen schildert der Basler Historiker Peter Huber in dieser präzisen Studie auf eindrückliche Weise.»

NZZ Geschichte

«Huber hat eine Kollektivbiographie verfasst, die gerade dadurch eindrücklich wird, dass er die generalisierenden Befunde aus seinen Stichproben mit aussagekräftigen, sich spannend zu lesenden Einzelschicksalen illustriert, von denen im Anhang des Buches 37 ausführlicher präsentiert werden. [...] Peter Hubers Studie ist hinsichtlich empirischer Grundlage und Präzision ein kaum zu überbietender, wichtiger Beitrag zur Geschichte der Fremdenlegion. Er verdeutlicht eindrücklich und ohne jegliche Verklärung, warum nicht nur Schweizer in den Jahren 1945 bis 1962, sondern letztlich auch Angehörige anderer Nationalitäten und anderer Epochen seit der Gründung der Fremdenlegion im Jahre 1831 in diese Truppe eingetreten sind, ihr loyal gedient und ihr überwiegend auch über die Entlassung hinaus die Treue gehalten haben.»

H-Soz-Kult/infoclio.ch, 18.05.2017, Eckard Michels, Birkbeck College London

«Eine ausgezeichnete Studie des Basler Historikers Peter Huber.»

Toggenburger Tagblatt, 20.01.2017, Fabian Brändle

«Über die Kollektivbiographie der meist blutjungen Schweizer Fremdenlegionäre erfährt man in der ausgezeichneten Studie des Basler Historikers Peter Huber sehr viele interessante Details. Huber hat nicht weniger als 424 repräsentative Fälle in Akten untersucht.»

«Krieg und Literatur», Vol. 23, 2017, Fabian Brändle, Zürich