Flanieren in ArCAADia
Digitale Architekturvisualisierungen – Analyse einer unbeachteten Bildgattung
Zürcher Beiträge zur Alltagskultur, Band 19
Broschur
2009. 157 Seiten, 21 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1189-1
CHF 38.00 / EUR 31.00 
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Die Kommunikation grosser Bauvorhaben geschieht heute vornehmlich über computergenerierte Architekturvisualisierungen. Trotz ihrer ausgeprägten medialen Präsenz wurde diese alltägliche Bildgattung ausserhalb von Fachkreisen bislang kaum thematisiert. Die vorliegende Untersuchung nähert sich diesen unbeachteten Bildern aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive. Dabei zeigt sich, dass die perfekt gerenderten Visualisierungen stets mehr transportieren als blosse Informationen über geplante Bauvorhaben: Vielmehr widerspiegeln die digitalen Bildwelten Tendenzen gegenwärtiger Stadtpolitik, die gleichermassen im Reden über «Urbanität» ihren Ausdruck finden.
In Bildanalysen und Interviews mit Bildproduzenten lotet die kulturwissenschaftliche Untersuchung diese visual culture des «Urbanen» aus. Eine Phänomenologie der Visualisierungen bildet den ersten Teil der Untersuchung. Die Bilder werden als visuelle Machtmittel beschrieben, welche die Betrachter aufgrund besonderer Bildeigenschaften gezielt zu mobilisieren vermögen. Ein zweiter Teil analysiert die Visualisierungen als Projektionen eines «urbanen» Alltags. Auf einem Streifzug durch die digitale Idealstadt «ArCAADia» werden Raumpolitiken beobachtet, die in aktueller Stadtentwicklung ihren realen Gegenpart finden: Ausschlüsse, Raumkontrolle und spektakuläre Simulation städtischen Lebens.

In dieser Publikationsreihe des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich stehen Dissertationen und Lizenziatsarbeiten im Vordergrund. Die Beiträge sind einem alltagskulturellen Zugang verpflichtet und umfassen historische und gegenwartsbezogene Probleme, Ethnografien von ländlichen und urbanen Lebenswelten, theoretische Diskussionen ebenso wie Analysen von konkreten Objekt- und Symbolkulturen.